Ex-Mitarbeiter enthüllt

"Apple plaudert Geheimnisse gezielt aus"

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Die kürzlich im Wall Street Journal durchgesickerten Informationen zum erwarteten Apple Tablet wurden direkt vom Unternehmen gestreut. Das gezielte Streuen von Geheim-Informationen sei etablierter Teil der langjährigen Apple-PR-Strategie. Diese Behauptung stellt der ehemalige Apple-Marketing-Manager John Martellaro in einem Beitrag für den Mac Observer in den Raum. Er beruft sich dabei auf seine eigenen Erfahrungen als PR-Verantwortlicher bei Apple.

Die kürzlich im Wall Street Journal durchgesickerten Informationen zum erwarteten Apple Tablet-PC wurden direkt vom Unternehmen gestreut. Das gezielte Streuen von Geheim-Informationen sei etablierter Teil der langjährigen Apple-PR-Strategie. Diese Behauptung stellt der ehemalige Apple-Marketing-Manager John Martellaro in einem Beitrag für den Mac Observer in den Raum. Er beruft sich dabei auf seine eigenen Erfahrungen als PR-Verantwortlicher bei Apple.

"Apple sieht oftmals die Notwendigkeit, Informationen inoffiziell hinauszulassen. Dies geschieht über vertrauenswürdige Kontakte zu den größten Medien. Die Kommunikation findet naturgemäß niemals schriftlich statt", so Martellaro. Mit dieser von oben abgesegneten Strategie der kontrollierten "Leaks" sichere sich Apple die notwendige mediale Aufmerksamkeit, ohne das eigene Image zu zerstören. Denn Apples restriktive Kommunikationspolitik hinsichtlich neuer Produktentwicklungen übt auf Journalisten wie Konsumenten seit jeher einen besonderen Reiz aus.

Maximale Kontrolle als PR-Erfolgsrezept

"Apples restriktive 'One-Voice-Policy' widerspricht eigentlich allen Trends der modernen Markenpflege. In der offenen Social-Media-Welt geht es für Unternehmen eher darum, sich nach außen hin zu öffnen und Mitarbeiter zu motivierten Kommunikatoren in den diversen Kommunikationskanälen von Twitter bis Facebook zu machen," erklärt Thomas Pleil, Professor für Journalismus und Kommunikation an der Hochschule Darmstadt.

Apple verfahre in seiner Kommunikationsstrategie aber gerade umgekehrt, indem es seine Mitarbeiter zum Stillschweigen verpflichte und die maximal mögliche Kontrolle über kommunizierte Informationen ausübe. Das Festhalten an einer Strategie, die eher den hierarchisch geordneten 70er- und 80er-Jahren entstammt, hat sich laut Ansicht des PR-Experten für Apple allerdings nicht als Nachteil erwiesen - im Gegenteil.

"Paradoxerweise hat gerade Apple von den Social-Media-Entwicklungen der vergangenen Jahre stark profitiert. Die Marke und jegliche Gerüchte über neue Produkte und Entwicklungen besitzen eine unheimliche Anziehungskraft. Das zeigt sich darin, in welchem Umfang und wie schnell Gerüchte über Apple-Produkte im Netz die Runde machen", so Pleil. Dass Apple diesen Umstand daher mit dem gezielten Streuen von Informationen nutze, sei keineswegs überraschend und zudem eine etablierte Vorgehensweise in der Branche.

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