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6,3 Milliarden Dollar Schulden

Avaya Inc. ist insolvent

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Wegen einer Schuldenlast von 6,3 Milliarden Dollar hat der angeschlagene TK-Ausrüster Avaya in den USA Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. Die ausländischen Tochtergesellschaften, einschließlich der deutschen sind hiervon nicht betroffen, so Avaya.

"Wir haben in Hinblick auf die Kapitalstruktur von Avaya eine umfangreiche Überprüfung der Alternativen vorgenommen und glauben, dass eine Restrukturierung nach Chapter 11 derzeit der beste Weg sei", erklärte Avaya-CEO Kevin Kennedy in einer Stellungnahme. Die Verringerung der aktuellen Schulden durch den Insolvenzprozess werde alle Avaya-Unternehmen am besten für zukünftige Erfolge positionieren.

Das Avaya Stadium in San José, Kalifornien
Das Avaya Stadium in San José, Kalifornien
Foto: Mike Brake / Shutterstock.com

Avaya geriet bereits vor etlichen Jahren in Schieflage. Schon 2007, als die ehemalige UC- und Callcenter-Sparte von Lucent Technologies von den Investment-Firmen Silver Lake Partners und Texas Pacific Group aufgekauft und von der Börse genommen wurde, drückten die Company hohe Schulden. Die Investoren hofften damals darauf, dass Avayas Einnahmen durch den Verkauf von Telefonausrüstung einigermaßen konstant bleiben würden. Wenn dann noch die Kosten sinken, würde sich ein profitabler Exit ergeben, so die Idee.

Angesichts der beginnenden Finanzkrise ging der Plan aber von Anfang an nicht so recht auf. Als sich der Markt dann wieder etwas erholte, hinkte die Company mit seiner klassischen Telefon-Hardware Wettbewerbern wie Cisco und Microsoft hinterher. Zusätzlich belasteten Avaya die Zinsen für die Milliardenkredite, die Silver Lake Partners und Texas Pacific Group für die Übernahme aufgenommen hatte, sowie die Kosten für Pensionszahlungen als ehemalige Geschäftseinheit von AT&T. Um das Geschäft auf Kurs zu bringen, stellten die Investoren in den Jahren darauf weiteres Kapital bereit, um den insolventen Wettbewerber Nortel (2009) und den israelischen Videoconferencing-Spezialisten Radvision (2012) zu übernehmen. Die Zukäufe erzielten aber nur teilweise den erwünschten Effekt.

Mit einem Schuldenschnitt will das Unternehmen mit 11.000 Mitarbeitern nun das Geschäft restrukturieren und die anhaltende Transformation zu einer Software- und Service-Company vorantreiben. Nach eigenen Angaben hat Avaya bereits von der Citibank eine Finanzierungszusage in Höhe von 725 Millionen Dollar erhalten. Vorbehaltlich der richterlichen Genehmigung werde dieser Kredit in Verbindung mit dem Cashflow aus dem operativen Geschäft ausreichend Liquidität während des Chapter-11-Verfahrens bereitstellen, um ein fortführen der Geschäfte zu ermöglichen und Störungen zu minimieren, so Avaya.

Tochtergesellschaften nicht betroffen

Der Konzern wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die ausländischen Tochtergesellschaften des Unternehmens, einschließlich der deutschen Gesellschaften, von der Insolvenz nicht betroffen seien und den normalen Betrieb fortsetzen würden. Speziell in Deutschland stehe Avaya weiterhin als zuverlässiger Partner und leistungsfähiger Anbieter zur Verfügung - mit einer soliden wirtschaftlichen Basis als Ergebnis eines erfolgreichen Jahres 2016, heißt es in einer Stellungnahme. Avaya habe bei Themen wie Data Security und ISDN-Abschaltung auf die Bedürfnisse des deutschen Marktes reagiert und stehe seinen Kunden bei der digitalen Transformation zur Seite.