Afrika-Connection

Betrugsversuche mindestens einmal pro Woche

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Distributoren und Händler sind ständig Zielscheibe von Betrügern. Nachdem ChannelPartner über die neuen Tricks der "Afrika-Connection" berichtet hatte, machen Distributoren auf neue Betrugsseiten aufmerksam.

Mit einer E-Mail fängt es an. "Unsere Firma ist an Ihren Produkten interessiert", schreibt der angebliche CEO einer großen französischen Systemhausgruppe. Er wolle ein Kundenkonto eröffnen mit einem Zahlungsziel von 30 Tagen.

Gibt man den Domain-Part aus der E-Mail des Absenders "siifrance.com" in den Browser ein, erhält man eine rudimentäre, schlecht gemachte Webseite. Wie die wirkliche Internet-Plattform der französischen Systemhausgruppe aussieht, erfährt man unter der echten Adresse www.groupe-sii.com. Dieser dreiste Betrugsversuch ist nur ein Beispiel aus einer langen Reihe von kriminellen Aktivitäten, die ihren Ausgangspunkt meistens in Nigeria oder Elfenbeinküste haben.

Dass dies kein Einzelfall ist bestätigen uns mehrere Distributoren: "Solche Anfragen kommen mindestens einmal pro Woche", erzählt ein Vertriebsmitarbeiter. Dort überprüft die Exportabteilung die Anfragen. "Wenn die Domain auf '-fr.com' endet oder 'france' in der Domain ausgeschrieben wird, ist das verdächtig", erklärt der Manager. Dies mache eigentlich keiner in Frankreich.

Schaden in Millionenhöhe

Auch der Vertriebsleiter eines anderen Distributors ist nahezu wöchentlich mit den Betrügern konfrontiert. Seinen Informationen nach hat es erst neulich einen Lieferanten aus Wien erwischt. Der Schaden soll fast eine Million Euro betragen.

Auch wenn manche Gaunereien der meist in Afrika sitzenden Betrüger durchaus raffiniert eingefädelt sind, lassen sich die Betrugsversuche in der Regel leicht erkennen. Doch lässt oft die Hoffnung auf eine schnelle, lukratives Geschäft alle Vorsicht vergessen "Gegen Dummheit ist man eben nie versichert", meint dazu der Vertriebsleiter. (awe)

Aktuelle Betrüger-Anfrage:

Von: demay.patrice@siifrance.com [mailto:demay.patrice@siifrance.com]

Gesendet: Montag, 29. Juli 2013 15:31

An: demay.patrice@siifrance.com

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PATRICE DEMAY

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