Der CP-Querschläger

Der Berg kreißt – schon wieder

ist seit vielen Jahren ein fester Bestandteil von ChannelPartner. Regelmäßig berichtet unser Autor über das, was einem kleinen Reseller in der großen ITK-Landschaft widerfährt. Manchmal überspitzt, aber immer auf den Punkt gebracht. Der Querschläger lebt und arbeitet als Fachhändler in Rheinland-Pfalz.
Die Veränderungen bei HP tragen nicht dazu bei, das Vertrauen der Reseller zu erhöhen.

Zur Umfrage "Hewlett-Packard will seine Drucker- und PC-Sparten IPG und PSG zusammenlegen. Wie bewerten Sie das?" (--> siehe Umfrageergebnis) hat sich auch unser "schreibender Fachhändler", der "CP-Querschläger", seine Gedanken gemacht:
.

"Hewlett-Packard assoziiere ich mit ständig wechselnden Vorständen und ebensolchen Konzepten."
"Hewlett-Packard assoziiere ich mit ständig wechselnden Vorständen und ebensolchen Konzepten."

Wie verzweifelt muss eine PR-Abteilung sein, wenn sie nichts Besseres bieten kann, als mit einer gewöhnlichen Rationalisierungsmaßnahme zum Ziele der Personalkostensenkung einen wochenlangen Hype zu zelebrieren? Drucker- und PC-Sparte werden bei Hewlett-Packard zusammengelegt – ja und? Wollte sie keiner kaufen?

Diese Spielchen kennt man von McKinsey & Co. seit über 30 Jahren. Allein schon die HP-internen Abkürzungen "IPG" und "PSG" für die beiden Sparten nerven. Was interessiert mich, wie demnächst nicht mehr existierende Abteilungen heißen? Aha, die fusionierte Sparte wird "PPSG" heißen. Soll ich mir das merken? Und die Auswirkungen dieses Zusammenschlusses für den Handel sind welche? Noch sind mir keine aufgefallen.

Hewlett-Packard will das miserable Verhältnis zum Fachhandel mit neuem Portal und Telefonakquise verbessern. Persönlicher geht das heutzutage wohl nicht mehr. Sollen wir dann wieder überteuerte Tinte und Hardware verkaufen? Anscheinend ist der Liebling der Kistenschieber und Projektresteverkäufer so tief im Keller, dass er sich sogar dem Fachhandel anbiedern muss.

Ich erinnere mich noch, wie wir vor der Jahrtausendwende beschlossen hatten, HP-Drucker nur ausnahmsweise zu bestellen, da überall ähnliche Produkte mit leicht abgewandelter Bezeichnung im Netz und in den Großmärkten kursierten. Für jedes Angebot, das wir mit HP-Druckern abgaben, fand sich ein Wettbewerber, der unter dem Händlereinkaufspreis anbieten konnte.

Irgendwie fehlt mir seitdem das Vertrauen in HP. Dieses Unternehmen assoziiere ich mit ständig wechselnden Vorständen und ebensolchen Konzepten. Es lebt derzeit von Zukäufen und Spekulationen auf einen Erfolg der Cloud, hat aber kaum Ware, die mir als Fachhändler eine attraktive Marge versprechen können. Chefin Meg Whitman hegt Hoffnungen in den Personalabbau und Windows 8. Wie wäre es mit innovativen Produkten statt "Geiz ist geil"?

Mein Fazit: Wäre ich als Analyst gefragt, sähe ich bald wieder ein rotierendes Personalkarussell, irgendwelche Zukäufe und recycelte Vaporware aus der Presseabteilung.

Bis demnächst, Euer Querschläger!
(Der ChannelPartner-Autor "Querschläger" ist ein Fachhändler aus Rheinland-Pfalz.)

Zur Startseite