Tech-Data-Chef Michael Dressen

"Die drei Broadliner sind gleichauf"

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich PCs und Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Notebooks, PCs, Smartphones, Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Tech-Data-Chef Michael Dressen sieht die drei großen Distributoren Tech Data, Also-Actebis und Ingam Micro in Deutschland auf Augenhöhe. Auf einer Pressekonferenz im Vorfeld zur Hausmesse "Forum" ordnet er den Rivalen und langjährigen Branchenprimus Ingram Micro derzeit gar nur auf Platz drei ein.
Tech Data-Chef Michael Dressen will "Fakten statt Theater" bieten.
Tech Data-Chef Michael Dressen will "Fakten statt Theater" bieten.
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Tech Data-Chef Michael Dressen sieht die drei großen Distributoren Tech Data, Also-Actebis und Ingam Micro in Deutschland auf Augenhöhe. Auf einer Pressekonferenz im Vorfeld zur Hausmesse "Forum" ordnet er den Rivalen und langjährigen Branchenprimus Ingram Micro derzeit gar nur auf Platz drei ein. "Das wechselt aber von Monat zu Monat, je nachdem, über wen gerade ein großes Geschäft gelaufen ist", berichtet Dressen. Und das könne sich auch schnell ändern, sobald bei Ingram die übernommene Brightpoint mit ausgewiesen werde.

Er wolle die Pressekonferenz mit "Fakten und nicht mit Theater" starten, erklärt Dressen zur Einleitung, auch wenn nicht wörtlich erwähnt ist dies eine offensichtliche Spitze gegenüber seinem ehemaligen Mitstreiter Gustavo-Möller Hergt von Also-Actebis. So zeigt er am Verlauf der Aktienkurse seit 2010 wie sich die Disti-Schwergewichte seither entwickelt haben: Tech Data leicht im Plus, Ingram Micro mit rund 15 und Also-Actebis mit rund 20 Prozent im Minus. Wie wenig das über das Deutschlandgeschäft aussagt und dass diese Zahlen der auf unterschiedlichen Märkten operierenden Kontrahenten nur bedingt vergleichbar sind, darüber verliert Dressen allerdings keine Worte.

In Deutschland auf Kurs

Aber auch im Deutschlandgeschäft sieht Dressen sein Unternehmen auf Kurs. "Wir haben uns sehr gut entwickelt und Umsatz und Gewinn gesteigert", äußert sich der Tech-Data-Chef zufrieden. Eine im Raum stehende Zahl von rund drei Milliarde Euro Umsatz wurde von Dressen zwar nicht bestätigt, aber auch nicht dementiert. Man habe sich gut positioniert. "Unser Problembereich war Broadline", gibt er zu. Hier habe man "einen Riesenschritt nach vorne" gemacht. Hier zahle sich auch das Engagement im SMB-Umfeld aus, man sei aber noch lange nicht da, wo man hin wolle.

Um auch die kleineren Händler besser zu bedienen, geht der Münchener Distributor zur Hausmesse "Forum" mit einem erweiterten Retourenservice an den Start. Unter anderen verlängert Tech Data das Rückgaberecht von sieben auf 30 Tage. Selbst geöffnete Produkte kann der Händler innerhalb einer Woche ohne Abschlag retournieren. Damit orientiert sich der Grossist an den Leistungen von E-Tailern. "Damit wollen wir einige Partner davon abhalten, zum Onliner zu gehen", erklärt Vertriebschef Marc Müller. Man könne zwar bei deren Preise nicht immer mithalten, beim Service aber schon.

Ebenfalls zur Hausmesse stellt Tech Data das "TD Cloud Programm" vor. Es soll nach und nach eingeführt werden und Fachhändler an das Thema heranführen und sie in die Lage versetzen, Produkte und Lösungen rund um die Cloud profitabel zu vermarkten. (awe)

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