Nigeria-Connection

E-Mail-Betrüger kidnappen Koreaner

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich PCs und Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Notebooks, PCs, Smartphones, Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Nigerianische Betrügerbanden, die ihre Opfer per E-Mail-Angebote in die Falle locken, schrecken auch vor drastischen Straftaten nicht zurück: Wie die englische Zeitung "The Guardian" berichtet, wurden nun in Südafrika eine Süd-Koreaner und dessen Tochter entführt.
Der South African Police Service (Saps) konnte die Entführer festnehmen und die koreanischen Geiseln befreien.
Der South African Police Service (Saps) konnte die Entführer festnehmen und die koreanischen Geiseln befreien.

Nigerianische Betrügerbanden, die ihre Opfer per E-Mail-Angebote in die Falle locken, schrecken auch vor drastischen Straftaten nicht zurück. Was eine Antwort auf eine solche Mail auslösen kann, haben Kollegen unserer Schwesterpublikation Computerwoche ausprobiert. Die Folgen können allerdings noch wesentlich drastischer sein: Wie die englische Zeitung "The Guardian" berichtet, wurden nun in Südafrika eine Süd-Koreaner und dessen Tochter entführt.

Dabei fing der Horror-Trip für die Koreaner so an wie für viele Internet-Nutzer weltweit: In einer E-Mail wurde ihnen ein Lottogewinn von zehn Millionen Dollar versprochen. Anstatt die Spam-Mail einfach zu löschen, reiste der vermeintliche Gewinner daraufhin mit seiner Tochter nach Südafrika, um den versprochenen Gewinn entgegen zu nehmen.

Wie Colonel McIntosh Polela vom South African Police Service (Saps) berichtet, ließen sich die beiden Opfer am Flughafen von Johannisburg von einem Taxi abholen. Die Koreaner und der Taxifahrer wurden entführt und in ein Haus in Meadowlands einem ehemaligen Township in Soweto gebracht. Von dort aus forderten die Entführer zehn Millionen Dollar Lösegeld von der in Südkorea zurück gebliebenen Ehefrau. Dieses Geld sollte auf ein Konto in Singapur überwiesen werden. Die Kidnapper ließen sich im Verlauf der Verhandlungen allerdings auf 120.000 Dollar herunterhandeln.

Schließlich konnte sich der Taxifahrer befreien und die Polizei alarmieren. Noch bevor das Geld überwiesen wurde, wurden die Entführer festgenommen und die Geiseln befreit. Bei den Festgenommenen handelt es sich um fünf Nigerianer und einen Südafrikaner.

Auch wenn die Betrüger-Mails oft in schlechtem Englisch oder Deutsch verfasst sind, unrealistische Szenarien beschreiben und ungewöhnliche hohe Gewinne versprechen, gibt es immer wieder Opfer, die den Gaunern auf den Leim gehen. Auch Distributoren und Händler sind in der Vergangenheit Betrügern aus Afrika aufgesessen. So ergaunerte ein Betrügerring aus Afrika Waren im Wert von mehreren zehntausend Euro. (awe)

Zur Startseite