Amazon Paroli bieten

IBM plant neue Cloud-Services mit OpenStack

21.03.2013
Von Eric Knorr und Hartmut  Wiehr

Offiziell heißt es bei IBM, dass man sich jetzt auch bei Cloud und Virtualisierung auf Open Source und offene Standards verlassen wolle – so wie man es schon beim Web und bei Linux getan habe. Mark Collier, COO der OpenStack Foundation, hat den Ball aufgenommen und gegenüber unserer Schwesterzeitschrift InfoWorld in den USA den Schritt von IBM wie folgt kommentiert: "Wir haben immer davon geträumt, dass sich IBM eines Tages so bei OpenStack engagieren wird, wie man es in der Vergangenheit schon bei Linux und anderen Open-Source-Communities getan hat." IBM habe sich nun – nach einem Jahr Mitgliedschaft – voll zu OpenStack und einer Anpassung der eigenen Cloud-Produkte an die offenen Standards bekannt.

Offene Standards und Konkurrenz der Hersteller

Offenbar will sich IBM sogar stärker bei OpenStack engagieren, als es bisher Rackspace getan hat, zusammen mit der NASA vor drei Jahren Gründer der Foundation und ihres technologischen Ansatzes. IBM verfügt über das nötige Kleingeld und die Ressourcen, um so ein Projekt weiter voranzubringen. Schon bei Eclipse, der Open-Source-Entwicklungsplattform für das Web, hat der Konzern sein Faible für offene Standards bewiesen, und bei Linux und Apache war seine Unterstützung maßgeblich für den Erfolg in der Unternehmenswelt.

Viele Firmen unterstützen inzwischen die OpenStack Foundation.
Viele Firmen unterstützen inzwischen die OpenStack Foundation.
Foto: OpenStack

Anders als Rackspace oder Red Hat will IBM keine Extra-Versionen von OpenStack vermarkten, heißt es bisher. Angel Diaz, IBM Vice President für Software-Standards, betont gegenüber InfoWorld: "Wir möchten stattdessen offene Lösungen herausbringen, wie es schon bei dem Apache HTTP-Server oder bei WebSphere der Fall war. Jeder moderne Applikations-Server enthält heute auch Apache-http-Code. Mit OpenStack wollen wir das gleiche in der Cloud-Welt erreichen."

Neue OpenStack-Version Folsom von IBM unterstützt

IBM hat seinen Einfluss in der OpenStack Foundation schrittweise ausgebaut. Der Konzern gilt inzwischen als drittgrößter Code-Lieferant für die Entwicklungsprojekte. Das zeigte sich zuletzt bei "Folsom", der sechsten Version der OpenStack-Software, die im September 2012 das Licht der Öffentlichkeit erblickte. IBM steuerte Elemente seiner "Smart Cloud Foundation" bei.

Zu den 185 neuen Features von Folsom gehören auch Verbesserungen bei virtuellen Netzwerken. Angeführt von einem Entwickler des Netzwerkspezialisten Nicira, der letztes Jahr von VMware aufgekauft wurde, hat man neue Plug-ins wie "Open vSwitch", das Open Source Netzwerkbetriebssystem "Ryu" sowie kommerzielle Komponenten von Cisco und Nicira eingefügt.

Zur Startseite