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Prozess beim Landgericht Darmstadt

Kyocera-Fälscher kommen hinter Gitter

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Weil sie im großen Stil Toner für Kyocera-Geräte gefälscht und in Umlauf gebracht haben, müssen die Täter nun zum Teil mehrjährige Haftstrafen absitzen.

Im Sommer 2017 gelang Zollfahndern ein spektakulärer Schlag gegen eine international operierende Fälscherbande. Bei der Durchsuchung von 28 Wohn- und Geschäftsräumen, davon 24 im Rhein-Main-Gebiet und vier in Nordrhein-Westfalen wurden gefälschte Tonerkartuschen für Kyocera-Drucker im Wert von rund zehn Millionen Euro sichergestellt und die drei Hauptverdächtigen festgenommen. Parallel dazu fand zudem eine Durchsuchung einer Firma in den Niederlanden durch die dortigen Behörden statt.

Im Sommer 2017 konnte der Zoll gefälschte Kyocera-Tonerkartuschen im Wert von mehreren Millionen Euro sicherstellen. Nun wurden die Haupttäter zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.
Im Sommer 2017 konnte der Zoll gefälschte Kyocera-Tonerkartuschen im Wert von mehreren Millionen Euro sicherstellen. Nun wurden die Haupttäter zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.
Foto: Zollfahndungsamt Frankfurt a.M.

Nun wurden in einem Prozess am Landgericht Darmstadt sieben Männer aus Dubai und dem Rhein-Main-Gebiet zu Haftstrafen zwischen neun Monaten bis zu vier Jahren verurteilt.

So gingen die Täter vor: Falsche Kyocera-Toner im Umlauf

Laut einem Bericht des Darmstädter Echos sah es das Gericht als erwiesen an, dass die Angeklagten banden- und gewerbsmäßig gebrauchte Kartuschen wieder befüllt und als vermeintliche Originalware wieder verkauft haben. Laut dem Vorsitzenden Richter Volker Wagner erfüllte dies den Tatbestand einer Verletzung des Markenrechts.

Mehrjährige Haftstrafen verhängt

Zwei der Angeklagten waren bereits 2014 vom Amtsgericht Offenbach wegen Verstößen gegen das Markenrecht zu jeweils zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Sie hatten damals schon Kartuschen dreier verschiedener Hersteller befüllt und als Neuware vertrieben.

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Ebenfalls ins Gefängnis muss ein Täter aus Groß-Umstadt. In seiner Werkstadt wurden die Toner befüllt. Offensichtlich hatte die Bande dabei ein Verfahren entwickelt, bei dem kein zusätzliches Loch gebohrt werden musste, wie der Echo berichtet. Es soll sogar Interessenten aus China gegeben haben, die an der Vorgehensweise interessiert waren. Dies brachte dem Groß-Umstädter eine Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten ein.

Zudem war ein Angeklagter aus Rödermark am Betrug beteiligt. Er war mit seiner Gebäudereinigungsfirma am Geschäft beteiligt. Ihn verurteilte das Gericht zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten. Einem weiteren Fälscher aus Bonn brachte der Betrug ein Jahr und sechs Monate auf Bewährung ein. Zwei weitere Mitglieder des Fälscherrings wurden zu neunmonatigen Bewährungsstrafen wegen Beihilfe verurteilt.