Review

Nokia G42 5G im Test – selbst reparierbar

Christoph Hoffmann schreibt seit mehr als 25 Jahren als freier IT-Fachjournalist zu Themen rund um Windows, Software, Apps, Tablets, Smartphones, Gadgets und Verbrauchertipps.

Chris Martin testet seit 2012 Home Entertainment, Telefone, Laptops, Tablets und mehr für die Foundry-Marke Tech Advisor. Er ist auf Audio spezialisiert, deckt aber auch eine Reihe von anderen Themen ab.

Nokia G42 5G Benchmarks

»

Nokia G42 5G Benchmarks

 

Kameras

  • 50 Megapixel Hauptkamera

  • Kein Ultrawide

  • Schlechte 2-fach-Leistung

Auf der Rückseite des Nokia G42 gibt es eine 50-Megapixel-Kamera mit f/1.8 Auflösung, eine 2-Megapixel-Makrolinse, ein Tiefensensor und ein LED-Blitz. Das Kamerasystem ist im Allgemeinen gut genug, wenn man es mit genügend Licht füttert. Allerdings nimmt die Bildqualität ab, sobald es dunkler wird. Das passiert vor allem in Bereichen, die nicht im Fokus sind. Was bei diesem Preis aber keine große Überraschung ist.

Es gibt einen 2-fachen Digitalzoom. Er profitiert davon, dass der 50-Megapixel-Sensor seine Dateien auf 12,5 Megapixel reduziert, um das Bild zu beschneiden und einen engeren Bildausschnitt zu ermöglichen.

Foto: Ian Evenden / Foundry

Die Ergebnisse sind nicht besonders gut, vor allem nicht bei Videos. Sofern Sie versuchen, den Zoom im Videomodus zu verwenden (bestmögliche Einstellung: 1080p/60fps), kommt es schnell zu Unschärfen. Tageslicht ist die beste Option für Aufnahmen mit diesem Handy. Ich fand allerdings, dass der Auto-HDR-Modus durchaus in der Lage ist, die Silhouettierung dunkler Bäume vor einem weißen Himmel zu verhindern. Das hatte ich so nicht erwartet.

Man kann auch ein 50-Megapixel-Bild mit voller Auflösung aufnehmen. Dafür muss man aber wirklich gutes Licht haben, da die Bildqualität durch das Binning-Verfahren nicht verbessert wird.

Die 2-Megapixel-Makrokamera eignet sich am besten für die Vergrößerung interessanter Dinge, die man beim Spazierengehen sieht ­- und nicht für die Aufnahme von Bildern, die man vielleicht behalten möchte. Auch die 8-Megapixel-Kamera auf der Vorderseite ist gut genug für Videotelefonate oder Selfies bei gutem Licht. Sie leidet aber unter dem gleichen Verlust an Details und Farbwiedergabe wie die hintere Linse, sobald die Sonne untergeht.

Akkulaufzeit & Aufladen

  • Sehr gute Akkulaufzeit

  • 20-Watt-Schnellladung

  • Nur Schätzwerte bei der Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit des Nokia G42 ist schwer zu beurteilen. Unser Geekbench-Standardtest, den wir zum Vergleich der Ausdauer von der Smartphones verwenden und der eine konstante Nutzung mit eingeschaltetem Bildschirm simuliert, hat funktioniert.

Der niedrigste Wert, der bis zur Fehlermeldung erreicht wurde, lag bei 47 Prozent. Es dauerte mehrere Stunden, bis dieser Wert erreicht wurde. Der Fehler kam auch beim Motorola G62, das denselben Prozessor verwendet. Es scheint also einen Konflikt zwischen Qualcomm und Geekbench zu geben.

Auch ohne Benchmark würde ich sagen, dass zwei Tage Nutzung für das G42 locker drin sind.

Daraus und aus der Tatsache, dass ich das Nokia G42 im Alltag genutzt habe, kann ich sagen, dass die Akkulaufzeit tatsächlich sehr gut ist. Ob die von Nokia angegebene Laufzeit von drei Tagen zwischen den Ladevorgängen erreicht wird, hängt stark von der individuellen Nutzung ab und davon, ob der Batteriesparmodus sinnvoll eingesetzt wird.

Ich denke, dass man wirklich in die Nähe einer dreitägigen Laufzeit kommen kann, wenn der Bildschirm lange ausgeschaltet bleibt.

Nachdem ich im Alltag den sinkenden Akkustand genauer beobachtet habe, kann sagen, dass das Nokia G42 locker zwei Tage durchhält.

Foto: Ian Evenden / Foundry

Das 20-Watt-Schnellladen funktioniert genau so, wie man es erwartet. Der USB-C-Anschluss saugt sich regelrecht mit Strom voll, um den 5.000-mAh-Akku mit einer sehr anständigen Geschwindigkeit aufzuladen (für ein Budget-Handy sowieso). Ich habe 26 Prozent in 30 Minuten mit einem entsprechend schnellen Ladegerät erreicht. Im Lieferumfang ist übrigens kein Ladegerät enthalten.

Software & Apps

  • Android 13

  • Nicht allzu viele mitgelieferte Apps

  • Nur zwei Jahre Betriebssystem-Updates

Man könnte meinen, dass ein reparierbares Handy länger hält als andere Modelle. Allerdings ist die Hardware nur eine Hälfte der Gleichung für ein modernes Smartphone. Die Software-Updates, die ein Mobiltelefon erhält, sind für seine dauerhafte Nutzbarkeit ebenso wichtig wie der Akku und der Bildschirm. Scheinbar hat das G42 eine etwas enttäuschende Zukunft vor sich.

Nokia bietet zwei Jahre lang Betriebssystem-Updates und drei Jahre lang Sicherheitspatches an. Das G42 wird mit Android 13 ausgeliefert. Das Nokia-Handy wird nie Android 16 sehen. Das bedeutet, dass Sie wahrscheinlich ein neues Smartphone kaufen werden, lange bevor der Akku oder der Ladeanschluss abgenutzt sind.

Trotzdem ist es schön zu sehen, dass nicht zu viele unerwünschte Apps auf dem Handy vorinstalliert sind. Ich habe die allgegenwärtige Booking.com-App entdeckt, aber sonst kaum Bloatware.

Foto: Ian Evenden / Foundry

Fazit

Für knapp über 200 Euro hat dieses Handy ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Es vereint viele überraschende Eigenschaften und die QuickFix-Reparaturmöglichkeiten. Allerdings gibt es ein paar Enttäuschungen. Die Qualität der Kamera lässt schnell nach, wenn das Licht schwächer wird. Und da Nokia nur zwei Jahre lang Betriebssystem-Updates anbietet, stelle ich die Langlebigkeit des Geräts in Frage. Auch wenn der Besitzer einen zerbrochenen Bildschirm ersetzen kann.

Insgesamt liegt das Nokia G42 gut in der Hand und reagiert reaktionsschnell beim Öffnen und Wechseln von Anwendungen. Ein UKW-Radio und ein physischer Kopfhöreranschluss sind etwas, das ich bei einer älteren Generation von Smartphones vermisse, das aber in der heutigen Ära des drahtlosen Streamings verloren gegangen zu sein scheint.

Zu dem Preis, für den Nokia dieses Handy anbietet, ist es ein Schnäppchen. Ein echtes Mittelklasse-Smartphone zu einem günstigen Preis, mit einem violettfarbenen Gehäuse, das die Aufmerksamkeit auf sich zieht, wenn man es herumzeigt.

Technische Daten

Betriebssystem: Android 13
Bildschirm: 6,56 Zoll IPS LCD, Auflösung: 720 × 1.612 Pixel, 269ppi
Prozessor: Snapdragon 480+
Arbeitsspeicher: 6 GB
Interner Speicher: 128 GB, per Micro-SD-Karte erweiterbar
Kamerasystem:
- 50-MP-Haupkamera, f/1.8
- 2-MP-Makrokamera,
- 2-MP-Tiefensensor
- 8-MP-Frontkamera
Konnektivität: 5G, Wi-Fi 6, Bluetooth 5.1, FM-Radio, USB 2.0 Typ-C, GPS, NFC
Abmessungen: 165 × 75,8 × 8,55 mm
Gewicht: 193,8 Gramm

(PC- Welt)

Zur Startseite