Open-Source-Datenbank erstmals seit Sun-Übernahme erneuert

Oracle unterstreicht MySQL-Engagement

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Der Datenbankspezialist Oracle hat mit MySQL Cluster 7.1 erstmals seit der Übernahme von Sun Microsystems eine Neuheit zum Open-Source-Datenbanksystem vorgestellt.

Der Datenbankspezialist Oracle hat mit MySQL Cluster 7.1 erstmals seit der Übernahme von Sun Microsystems eine Neuheit zum Open-Source-Datenbanksystem vorgestellt. Das ist für Oracle ein wichtiger Schritt, um das eigene Engagement in Sachen Open-Source-Lösung zu unterstreichen. Immerhin war MySQL letztendlich ein Konkurrent zu Oracles eigenen Produkten, beinahe zum Stolperstein für den Sun-Deal geworden.

"Oracle will damit Glaubwürdigkeit in Sachen Einhaltung der Absprachen zur Sun-Übernahme gewinnen. Gleichzeitig unterstreicht Oracle seine Cluster-Datenbank-Kompetenz", meint IDC-Analyst Rüdiger Spies gegenüber pressetext. Strategisch könne es für Oracle durchaus sinnvoll sein, MySQL zusätzlich zur eigenen proprietären Datenbanklösung ernsthaft zu unterstützen.

Mit Open Source gegen Microsoft

Da Oracle als Datenbankanbieter groß geworden ist, gab es große Skepsis zur Zukunft von MySQL, falls die Open-Source-Lösung mit Sun an Oracle geht. Im Oktober 2009 hatten daher Kritiker die Unabhängigkeit für MySQL gefordert (pressetext berichtete), während es seitens der EU-Kommission aufgrund von Wettbewerbsbedenken zur Prüfung des Übernahmedeals kam. Dieser konnte daher erst Anfang 2010 abgeschlossen werden.

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Für Oracle gilt es nun, auch aus MySQL das Beste zu machen. "Ein Interesse von Oracle könnte nun eine stärkere Bindung unabhängiger Softwareanbieter an Oracle via MySQL sein", meint Spies. MySQL wäre dabei praktisch der "Fuß in der Tür der Open-Source-Entwickler". "Außerdem kann man MySQL als 'Schutzschild' gegen Microsofts SQL-Server verwenden", so der Analayst. Denn der Redmonder Konzern setze Oracle mit seinem Produkt merklich zu. "MySQL mag daher als eine kostengünstige Alternative eingesetzt werden, um die teureren Oracle Datenbankprodukte zu schützen."

Weiterentwicklung gegen Skepsis

Jedenfalls wartet Oracle bei MySQL Cluster 7.1 mit einigen Neuerungen auf, womit der Konzern wohl auch Skeptiker beruhigen will. Mit der neuen Version wird beispielsweise der MySQL Cluster Manager eingeführt. Das ist eine Lösung, um die Verwaltung von MySQL-Cluster-Datenbanken zu vereinfachen und zu automatisieren. Insgesamt verbessert die neu MySQL-Cluster-Version laut Oracle die Hochverfügbarkeit und das Management von Telecom- und Embedded-Echtzeit-Anwendungen. (pte) (wl)