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Karim Mürl für Heribert Moosburner

Printvision regelt Nachfolge kreativ

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Unternehmensnachfolge ist mitunter schwierig. Das Systemhaus Printvision geht einen mitarbeiterfreundlichen Weg.

Der Freisinger Druck- und Dokumentenmanagement-Spezialist Printvision wurde 2005 durch den Zusammenschluss der beiden Unternehmen Steyer Prinvision und B&K durch Martin Steyer und Heribert Moosburner auf den Weg gebracht.

Karim Mürl, Martin Steyer und Heribert Moosburner bilden das neue Printvision-Vorstandstrio. Ende des Jahres wird Moosburner das Unternehmen dann verlassen
Karim Mürl, Martin Steyer und Heribert Moosburner bilden das neue Printvision-Vorstandstrio. Ende des Jahres wird Moosburner das Unternehmen dann verlassen
Foto: Printvision

Die beiden Vorstände haben mit dem mittelständischen Fachhandelsunternehmen viel erreicht, doch nun zieht es Heribert Moosburner weg. Er will eine neue Geschäftsidee in einer völlig anderen Branche verwirklichen.

Nachfolgeregelungen in Unternehmen sind immer kritisch für den Fortbestand und das Wohlergehen. Gerade in der Büromaschinenbranche haben zahlreiche Häuser den Transformationsprozess nicht überstanden.

Bei Printvision geht man einen kreativen Weg: Mit der Gründung der AG 2012 hat der Freisinger Druckerspezialist auch ein Beteiligungsmodell für Mitarbeiter eingeführt. Mitarbeiter, die sich durch großes Engagement und unternehmerisches Denken auszeichnen, können bei Printvision Unternehmensanteile erwerben. "Wir geben die Aktien gezielt an High Performer, die die Firma aktiv mitgestalten, unternehmerisches Denken mitbringen und sich um Firmenbelange kümmern", erläutert Vorstand Martin Steyer. Damit will das Unternehmen gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Einmal reizt diese Chance der Beteiligung gute Mitarbeiter zu kommen und zu bleiben, in Zeiten knapp werdender Fachkräfte ein wichtiges Instrument. Zum zweiten finden sich die Mitarbeiter als Aktionäre in eine Verantwortung für das Unternehmen hinein.

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Aus der Riege bewährter Mitarbeiter kann Printvision im Bedarfsfall seine Wahl für einen freiwerdenden Vorstandsposten treffen. "Firmen, die unser Nachfolgesystem attraktiv finden, sollten sich jedoch darüber klar sein, dass es nur funktioniert, wenn die Führungsebene konsequent Aufgaben und Verantwortlichkeiten delegiert", stellt Steyer klar. Das sei "streckenweise anstrengend", doch man bekomme ein hochengagiertes Team, eine erfolgreichere Firma und eine Nachfolge die da ist, wenn sie nötig ist.

Management-Buy-Out der kleinen Schritte

Nachdem nun klar ist, dass Vorstand Heribert Moosburner zum Ende des Jahres Printvision verlassen wird, kann diese Nachfolgeregelung greifen. Damit wird sowohl ein Vorstandsposten als auch ein größeres Aktienpaket frei.

So steigt nun Vertriebsleiter Karim Mürl in den Vorstand auf. Er arbeitet seit zehn Jahren bei Printvision und ist seit 2013 Aktionär. "Die Chance, mich in Form von Aktien an 'meinem' Unternehmen zu beteiligen, war für mich ein zusätzlicher Anreiz daran mitzuwirken, Printvision zu dem vorbildlichen Unternehmen zu machen, das es jetzt ist - betriebswirtschaftlich, aber auch sozial und nachhaltig", erklärt Mürl.

Bei Prinvision nennt man das "Management-Buy-Out der kleinen Schritte". Dabei muss jedoch Recruiting und Teambildung nicht nur am gegenwärtigen Bedarf, sondern auch auf zukünftige Erfordernisse ausgerichtet werden. "Um später die richtigen Leute für die Führungsriege im Team zu haben, muss ich frühzeitig planen, welche Leute ich an Bord haben will und welche Qualifikationen und Fähigkeiten sie mitbringen sollen", erklärt Steyer.

Printvision übernimmt Kopiersparte von Kutscher + Gehr

Martin Gehr (Kutscher + Gehr) und Martin Steyer (Printvision) bei der Vertragsunterzeichnung zur Übernahme der Kutscher + Gehr-Kopierersparte durch Printvision.
Martin Gehr (Kutscher + Gehr) und Martin Steyer (Printvision) bei der Vertragsunterzeichnung zur Übernahme der Kutscher + Gehr-Kopierersparte durch Printvision.
Foto: Printvision

So sieht man sich bei Printvision in der Führungsetage gut für die nächsten Jahre gerüstet. Das ist auch notwendig, denn das Systemhaus expandiert weiter: Erst Anfang Mai 2018 übernahmen die Freisinger Kopierersparte des Augsburger Bürofachhändlers Kutscher + Gehr. Neben zwölf Mitarbeitern gehen auch 2.800 Geräteverträge und 500 Quadratmeter Logistikfläche zu Printvision übe, während die Bereiche Büromöbel und Papeterie inklusive der diversen Ladengeschäfte bei dem Augsburger Traditionshaus verbleiben. "Aus vielen der insgesamt 800 Kundenverträge werden sich gute Upselling-Möglichkeiten für zusätzliche DMS-Services ergeben", erwartet Vorstand Steyer. Für die ortsnahe Betreuung der Kunden wird in Gersthofen bei Augsburg eine neue Niederlassung eingerichtet.

Mit dem wichtigsten Herstellerpartner von Kutscher + Gehr, Canon, arbeitet Printvision ebenfalls schon länger zusammen. Durch die Übernahme kommt nun auch Lexmark und Rowe hinzu. Steyer erhofft sich dadurch neue Potenziale wie etwa im Bankensektor. Zudem soll die Übernahme logistisch Vorteile bringen: Durch zusätzliche Lagerkapazitäten von 500 qm im geografisch günstig gelegenen Augsburg werden Rollouts erheblich einfacher.