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Schulungsanbieter Integrata Training profitiert von Windows NT und SAP

24.04.1998

STUTTGART: Elf Monate nach dem Börsengang hat die Integrata Training AG für 1997 eine Rekordbilanz vorgelegt: 20 Prozent Umsatzzuwachs auf 49,2 Millionen Mark und ein um 112 Prozent auf 1,3 Millionen Mark gestiegener Jahresüberschuß nach Steuern übertreffen die selbstgestecken Ziele. Auch in diesem Jahr ist Wachstum angesagt.Während der Markt für IT-Schulungen nach Angaben der Marktforscher von Diebold nur um etwa vier Prozent wächst, verbesserte die Integrata nach eigener Einschätzung ihre Position 1997 deutlich und will ihr Wachstum auch in diesem Jahr fortsetzen. So soll der Umsatz im ersten Halbjahr 1998 um weitere 15 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum wachsen, das operative Ergebnis dürfte sogar doppelt so hoch liegen als erwartet. Insgesamt hofft Integrata, den Umsatz 1998 auf 61 und den Jahresüberschuß auf 1,8 Millionen Mark zu steigern. Der Börsenkurs der Integrata-Aktie (Nennwert fünf Mark), der "1997 nicht allzu gut verlaufen" war, "ist seit Februar wie eine Rakete nach oben gegangen", freut sich Vorstand Hans Günter Heilmann über die etwa 60 Mark, für die eine Integrata-Aktie derzeit in Stuttgart gehandelt wird. Die Dividende soll nach Willen des Vorstands von einer Mark auf 1,50 Mark steigen. Daß kein anderer Schulungsanbieter an deutschen Börsen gehandelt wird und damit Vergleichswerte fehlen, scheint die Kursentwicklung der Aktie anfangs erschwert zu haben. Der Marktanteil des Unternehmens ist außerdem kaum zu ermitteln, da der IT-Trainingsmarkt von den Marktforschern völlig unterschiedlich bewertet wird - die Schwankungsbreite liegt zwischen 900 Millionen und mehreren Milliarden Mark, etwa 25.000 Anbieter tummeln sich in diesem Gebiet. Allerdings ist Integrata der größte herstellerunabhängige Anbieter: 92 der 100 größten deutschen Unternehmen lassen Mitarbeiter bei dem Tübinger Anbieter schulen, der insgesamt etwa 3.000 Kunden hat. 1997 besuchten etwa 10.000 Schulungswillige die öffentlichen Seminare der Tübinger.

Mainframe-Schulungen erleben Renaissance

Öffentliche und firmeninterne Seminare und Projekte tragen zu etwa gleichen Teilen zum Umsatz der Integrata Training AG bei. Insgesamt hat das Unternehmen etwa 420 Themen im Portfolio, 70 bis 80 davon werden im nächsten Katalog neu angeboten. 1997 erreichte die Integrata mit 138 Prozent das größte Umsatzwachstum mit firmeninternen Qualifizierungsprojekten, die etwa 6,3 Millionen Mark zum Gesamtumsatz beisteuerten. Bei diesem Angebot übernimmt Integrata das komplette Projektmanagement einer Qualifizierungsmaßnahme - von der Planung über die Entwicklung der Schulungsmaterialien bis zur Durchführung. Beispiele hierfür aus dem vergangenen Jahr sind Konzeption und Training von 200 Mitarbeitern der Deutschen Bank in Sachen Electronic Banking oder ein SAP R/3-Training von 180 Anwendern zur Einführung der Software bei Henkel.

SAP-Trainer haben alle Hände voll zu tun

Schulungen rund um PC und Telekommunikation steuerten knapp 40 Prozent zum Integrata-Umsatz bei. Besonders Internet und Windows NT haben diesem Bereich deutliches Wachstum beschert. Weitere 40 Prozent am Gesamtumsatz stammen aus dem Mainframe-Umfeld. "Hier gibt es mit Blick auf das Jahr 2000 und die Euro-Umstellung Nachholbedarf", begründet Vorstand Gerhard Wächter. Der Schulungsbereich Personal- und Organisationsentwicklung hat seinen Umsatzanteil von nun etwa 12 Prozent innerhalb von vier Jahren verdoppeln können. "Es gibt einen klaren Trend zu höherwertigen Seminaren mit sogenannten weichen Themen wie Konflikt- oder Präsentationstraining", weiß Wächter. Die Rolle der Umsatzlokomotive soll 1998 von Windows NT an SAP-Schulungen übergehen. Mit ihnen erzielte das Unternehmen im vergangenen Jahr immerhin schon etwa acht Prozent seines Umsatzes. Allerdings, so erwartet Vorstand Heilmann bedauernd, wird die Integrata das Potential des SAP-Marktes nicht ausschöpfen können: "Wir bekommen hier kaum noch Trainer." Immerhin soll der SAP-Boom jetzt auch Arbeitslosen in Mecklenburg-Vorpommern endlich zu Jobs verhelfen. Präsent ist die Integrata dort mit ihrer Tochter BuB Bildungsberatungs GmbH, die vor allem im Auftrag von Arbeitsämtern qualifiziert. Bisher allerdings war dieses Geschäft von traditionellen Bildungsmaßnahmen - etwa zum Dachdecker oder Schweißer - geprägt. Aufgrund des hohen Personalbedarfs in der IT soll nun die Qualifizierung in dieser Richtung eine größere Rolle spielen.

Da die Zusammenarbeit mit Franchise-Partnern in Belgien und Tschechien "nicht zufriedenstellend läuft", wie Heilmann einräumt, will das Unternehmen künftig mit neuen eigenen Niederlassungen in Deutschland und seinen Nachbarländern expandieren.

Integrata-Vorstand Hans Günter Heilmann: "Der Börsenkurs der Integrata-Aktie ist seit Februar wie eine Rakete nach oben gegangen."

*Thomas Pleil, der Autor ist freier Journalist in Stuttgart