Cyber Security

Security-Trends 2017: Erste Erfahrungen und Ausblick aus Sicht der Branche - Teil 2



Andreas Th. Fischer ist freier Journalist im Süden von München. Er verfügt über langjährige Erfahrung als Redakteur in verschiedenen IT-Fachmedien, darunter NetworkWorld Germany, com! professional und ChannelPartner. Seine fachlichen Schwerpunkte liegen in den Bereichen IT-Security, Netzwerke und Virtualisierung.

Trotz allem kein Grund zur Panik

Eine "Alarmstimmung" bei den Unternehmen aufgrund der Geschehnisse im IT-Security-Bereich in der ersten Jahreshälfte sieht Michael Schweyer, Consultant IT-Security bei Konica Minolta IT Solutions, trotzdem nicht. "Wir haben in der letzten Zeit leider eine generelle Abstumpfung gegenüber IT-Sicherheitsrisiken wahrgenommen". Im Falle von Ransomware würden Unternehmen "oft lieber Lösegeld für die Entschlüsselung von Daten zahlen, als proaktiv mit entsprechenden Sicherheitslösungen vorzubeugen". Fakt sei aber, dass sowohl Unternehmen als auch Privatanwender "ständig mit einem Angriff rechnen müssen". Es stelle sich dabei nicht die Frage, "ob" man angegriffen wird, sondern "wann".

"Mit Ransomware ist derzeit offenbar das meiste Geld zu verdienen." Jürgen Jakob, Geschäftsführer von Jakobsoftware.
"Mit Ransomware ist derzeit offenbar das meiste Geld zu verdienen." Jürgen Jakob, Geschäftsführer von Jakobsoftware.
Foto: Jakobsoftware

"In der Masse werden wir weiterhin ständig neue Ransomware-Varianten sehen", sagt Jürgen Jakob, Geschäftsführer von Jakobsoftware. "Damit ist derzeit offenbar das meiste Geld in kürzester Zeit zu verdienen." WannaCry habe gezeigt, dass Updates von Betriebssystemen und Anwendungen einen ganz hohen Stellenwert haben müssen. Auf physisch begleitete Angriffe durch zum Beispiel Drohnen weist Ralf Stadler, Director Business Unit Security bei Tech Data, hin: "Die Bedrohungen nehmen stetig zu, sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Umfeld." Insbesondere neue komplexe Angriffs- und Spionagemöglichkeiten habe man bei Tech Data deswegen ins Visier genommen. In der zweiten Jahreshälfte sieht er nach wie vor Phishing als auch komplexere DDoS-Angriffe als Gefahr.

"Ernsthafte Angreifer haben mehr im Sinn, als einige Bitcoins über verschlüsselte Daten zu erpressen." Carsten Dibbern, Solution Manager Secure Information bei Computacenter
"Ernsthafte Angreifer haben mehr im Sinn, als einige Bitcoins über verschlüsselte Daten zu erpressen." Carsten Dibbern, Solution Manager Secure Information bei Computacenter
Foto: Computacenter

Carsten Dibbern, Solution Manager Secure Information bei Computacenter, sieht aus all den genannten Gründen "eine große Nachfrage nach Lösungen, die mehr Widerstand gegen Cyber-Kriminelle bieten". Die aktuelle Ransomware-Welle bezeichnet er dabei nur "als das kleinste Problem". Dibber: "Ernsthafte Angreifer haben mehr im Sinn, als einige Bitcoins über verschlüsselte Daten zu erpressen."

Lesen Sie auch Teil 1 der ChannelPartner-Serie Secutity Trends 2017

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