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Mobile Learning

Weiterbildung im digitalen Wandel

07.11.2017
Mobiles Lernen ist im Kommen und in der digitalen Transformation der Unternehmen unverzichtbar. Worauf es dabei ankommt und warum Betriebe und selbständige Trainer auf Mobile Learning setzen sollten, erklärt Björn Carstensen, Geschäftsführer von SensorDigitalmedia und Schöpfer des Mobile-Learning-Systems Lemon.
 
  • Mobile-Learning-Lösungen sollten flexibel und in alle Richtungen offen sein.
  • Trainer und Coaches stehen vor der Herausforderung, ihre Lerninhalte in eine digitale Form umzuwandeln.
  • Präsenzseminare sind nicht vollständig zu ersetzen.

Mobile Learning ist auf dem Vormarsch. Allerdings befinden sich Unternehmen bei der Einführung noch in sehr unterschiedlichen Entwicklungsstufen. Welchen Anforderungen müssen mobile Mobile-Learning-Systeme gerecht werden?

Björn Carstensen: Wichtig ist vor allem, dass Unternehmen ihre interne Weiterbildung attraktiv gestalten, damit Mitarbeiter die Lerninhalte und -formen nicht als Belastung empfinden. Nur so können Firmen - auch mit der Hilfe von Mobile Learning - das kollektive Potenzial der eigenen Mitarbeiter voll ausschöpfen. Dazu müssen Mobile-Learning-Lösungen flexibel und in alle Richtungen offen sein. Sie müssen sich außerdem an die IT-Umgebungen der Unternehmen anpassen. Auf der einen Seite sollten sie mit verschiedenen Lern-Management-Systemen kompatibel sein, sodass sich diese erweitern lassen. Auf der anderen Seite können sie aber auch als Stand-alone-Lösung funktionieren. Es geht darum, beispielsweise durch ein intuitives User Interface, ein Erlebnis für den Anwender zu schaffen und ihm eine leichte Bedienbarkeit zu geben, die bei der Anwendung Spaß bereitet. Anwender sollen sich gerne mit Lerninhalten befassen wollen. Das ist ein Schlüssel zum Erfolg.

Mobile Lernsysteme eignen sich überall, wo kontinuierlich umfangreiches Fachwissen und Corporate-Know-how aktualisiert und erweitert werden muss.
Mobile Lernsysteme eignen sich überall, wo kontinuierlich umfangreiches Fachwissen und Corporate-Know-how aktualisiert und erweitert werden muss.
Foto: Rawpixel.com - shutterstock.com

Die Digitalisierung von Lerninhalten ist auch bei kleineren und mittelständischen Unternehmen sowie selbständigen Trainern und Coaches ein großes Thema. Vor welchen Möglichkeiten und Herausforderungen stehen sie dabei?

Carstensen: Trainer und Coaches stehen vor der Herausforderung, ihre Lerninhalte in eine digitale Form umzuwandeln. Diese Aufgabe müssen im Zuge der digitalen Transformation alle Branchen bewältigen. Dabei ist nicht die Frage ob, sondern wann. Kleinere Betriebe sowie auch Trainer und Coaches suchen nach Lösungen, die einfach, schnell, unkompliziert und direkt funktionieren. Die Systeme sollten ermöglichen, schnell zu agieren und zügig Ergebnisse zu sehen. Firmen und Coaches müssen aber darüber hinaus erst einmal evaluieren, wie die Akzeptanz beim jeweiligen Mitarbeiter oder Kundenkreis ist. Um dann auch eine hohe Performance zu erreichen, gibt es die Möglichkeit, native Systeme zu nutzen. Das bedeutet, der Lerninhalt muss offline ebenfalls konsumierbar sein. Ohne Browser-basierendes Lernsystem ist dies allerdings nicht möglich. Die Möglichkeiten, den eigenen Content über diverse Partner zu digitalisieren, sind vielfältig - daran sollte der Wechsel jedenfalls nicht scheitern.

Kurz beschrieben: Was zeichnet mobile Lernsysteme besonders aus?

Carstensen: Video ist absolut angesagt und das stärkste Medium, da es sehr einfach zu konsumieren ist. Kurze Inhalte in kleinen Formaten bieten sich an, damit der User sich auch kurzzeitig mit den Inhalten beschäftigen kann. Das Gleiche gilt für Animationen. Darüber hinaus können alle Formen von digitalen Lerninhalten wie PDFs, Audiofiles und Web-based Trainings in mobilen Lernsystemen dargestellt werden. Für die Nutzung auf Tablets ist keine Umstellung auf kleinere Formate erforderlich. Die einzige Einschränkung und somit erforderliche Aufbereitung besteht bei der Nutzung von Smartphones.

Björn Carstensen: Der Vorteil des Mobile Learning ist die Möglichkeit, sich permanent und flexibel mit immer wiederkehrenden Inhalten zu beschäftigen und so eine höhere Wissensfestigung zu erzielen.
Björn Carstensen: Der Vorteil des Mobile Learning ist die Möglichkeit, sich permanent und flexibel mit immer wiederkehrenden Inhalten zu beschäftigen und so eine höhere Wissensfestigung zu erzielen.
Foto: Carstensen - Sensor Digitalmedia

Welche Vor- und Nachteile ergeben sich gegenüber Präsenzschulungen sowie stationären Angeboten auf dem Desktop?

Carstensen: Präsenzseminare sind auf keinen Fall vollständig zu ersetzen. Eine persönliche Beziehung ist sehr wichtig und essenziell. Der Vorteil des Mobile Learning ist die Möglichkeit, sich permanent und flexibel mit immer wiederkehrenden Inhalten zu beschäftigen und so eine höhere Wissensfestigung zu erzielen. Mobiles Lernen hat dabei eine unterstützende Form: nämlich Learning on Demand. Die räumliche und zeitliche Bindung bei Schulungen entfällt vollständig. Ein Nachteil kann dabei sein, dass sich die User überwiegend allein mit den Inhalten befassen und keine Lerngruppen bilden.

Natürlich muss der Nutzen den Unternehmen erst einmal klargemacht werden. Aber wir merken, dass die Akzeptanz mit dem Grad der interaktiven Lernmöglichkeiten steigt. Die Zeichen der Zeit stehen auf kleinen "Lernnuggets", etwa unterhaltsamen Quiz oder wirkungsvollen Lernvideos und Podcasts. Selbständiges Lernen in Verbindung mit einem permanenten fachlichen Austausch mit Kollegen und Trainern schafft nachweislich zufriedenere Mitarbeiter.

Und wie unterscheidet sich die didaktische Aufbereitung von mobilen Lernprogrammen gegenüber Desktop- und Präsenzschulungen?

Carstensen: Die Lerninhalte müssen nicht umgebaut oder didaktisch anders aufbereitet sein. Lernpfade können unverändert beibehalten werden. Auch das Wechselspiel mit Prüffragen und Prüfungen kann mobil eingehalten werden - die digitalen Inhalte müssen keine Anpassung erfahren. Die einzige Einschränkung ist das kleinere Display bei Smartphones, welches das Konsumieren von längeren Texten erschwert. Hier muss die Darstellung vergrößert und das Volumen verkleinert werden.

Ab wann lohnt sich er Einsatz eines mobilen Lernsystems für Unternehmen?

Carstensen: Mobile Lernsysteme eignen sich überall, wo kontinuierlich umfangreiches Fachwissen und Corporate-Know-how aktualisiert und erweitert werden muss. Ebenso dort, wo Mitarbeiter über eine Vielzahl von Details, neuen Regelungen und veränderten Verordnungen etc. Bescheid wissen müssen. Generell kann Mobile Learning von allen Mitarbeitern jeder Hierarchieebene genutzt werden, da die Lerninhalte kanalisiert und auf bestimmte Gruppen beschränkt werden können.

Für solche Anwendungen sind besonders dezentrale Organisationen mit vielen Mitarbeitern in Vertrieb, Logistik oder Service prädestiniert. So versorgen etwa Banken, Versicherungen und Pharmaunternehmen ihre Filial- oder Vertriebsmitarbeiter mit aktuellen Lerninhalten per Tablets und Smartphones. Servicetechniker können ihr Produktwissen schnell auffrischen und haben dieses auch vor Ort beim Kunden verfügbar. Auch internationale Teams in unterschiedlichen Zeitzonen bedienen sich mobiler Geräte als Lernplattform.

Wie sehen typische Anwendungsbeispiele für einen sinnvollen Einsatz mobiler Lernsysteme aus?

Carstensen: Sinnvoll eingesetzt werden digitale Lernsysteme gleichermaßen für die grundlegende Weiterbildung der Mitarbeiter, aber auch für den Wissenstransfer spezifischer Informationen. Im Vertrieb oder Außendienst können Systeme vor Ort beim Kunden verwendet werden, da sämtliche Informationen auf dem neuesten Stand und immer abrufbar sind. Genauso in der Logistikbranche und Hotellerie: Hygienevorschriften, Sicherheitsmaßnahmen und Rules of Behaviour stehen stets zur Verfügung. Das Wissen der Mitarbeiter kann in mobilen Lernsystemen sogar zertifiziert werden.

Großen Nutzen bringt der digitale Wissenstransfer auch beispielsweise im Retail: Die Kommunikation des Managements gelangt in die Stores bis ans Regal zu den Mitarbeitern in multimedialer Form. Auch im Versicherungs- und Finanzsektor bieten sich digitale Anwendungen an: Vertragsinhalte und Paragraphen können nachgeschlagen und neueste Gesetzgebungen vermittelt werden. In der Pharmabranche und der Ärzteschaft ist die Weitergabe von Produkt-Know-how existenziell. Jede dieser Branchen profitiert vom Informationsrückfluss, den mobile Lernsysteme ermöglichen. Das bietet eine einfache Überprüfbarkeit der erlernten Inhalte.