Sun-Gründer verlässt Sun

Andreas von Bechtolsheim sagt Cisco den Kampf an

23.10.2008
Von Wolfgang Leierseder
Sun-Gründer und Google-Investor Andreas von Bechtolsheim macht sich auf, mit Cisco in den Switch-Wettstreit zu treten.

Sun-Gründer und Google-Investor Andreas von Bechtolsheim macht sich auf, mit Cisco in den Switch-Wettstreit zu treten. Er schreibt als Cheftechnologe (Chief Development Officer und Chairman) bei dem vor vier Jahren gegründeten und von ihm mitfinanzierten Anbieter von Hochleistungs-Switches, Arista Networks (bis vor einer Woche Arastra), die Entwicklung "extrem schneller" Netzwerklösungen für internet-basierende Netzwerkrechner (sogenanntes "Cloud Computing") fort.

Das 50 Mitarbeiter zählende Start up-Unternehmen mit Sitz in Menlo Park, Kalifornien, bietet 10 GB-Switches mit dem Namen "Arista 7100" seit 2007 an. Diese, gemanaged von dem Betriebssystem EOS (Extensible Operating System), kommen in Datencentern zum Einsatz, wie sie typischerweise von Google oder Amazon, hierzulande etwa Stratus, sowie Universitäten und dem Militär betrieben werden.

Für den Chef-Posten (CEO) konnte Bechtolsheim die vormalige Cisco-Managerin Jayshree Ullal gewinnen. Sie war bis Mai dieses Jahres verantwortlich für Ciscos Switching-Geschäft. Mit diesem setzte der Netzwerkriese im abgelaufenen Geschäftsjahr rund zehn Milliarden Dollar um, also ein Viertel des Gesamtumsatzes. Der Dritte im Bunde ist Stanford-Professor David Cheriton. Er hat das Betriebssystem EOS geschrieben und es mitfianziert.

Dank "vernünftiger" Preispolitik gute Chancen für Arista Networks

Arista zufolge kosten die Switches nur ein Zehntel dessen, was Cisco für vergleichbare Switches der Serie 6500 verlangt. Das Gleiche gelte für das modulare und kundenspezifisch konfigurierbare Betriebssystems EOS.

Analysten räumen von Bechtolsheim und Arista Networks gute Chancen ein, nicht zuletzt aufgrund der "vernünftigen" Preispolitik. "Cisco verrechnet nicht nach Kosten", erklärte Joe Skorupa, Analyst bei US-Marktforscher Gartner. "Sie verrechnen nach der Bereitschaft zu bezahlen."

Als einer der ersten Kunden soll bereits Google feststehen. An dem Suchmaschinen-Betreiber hatten sich von Bechtolsheim und Cheriton 1998 beteiligt. Auch Cisco ist dem Sun-Gründer kein Unbekannter: Er arbeitete von 1996 bis 2003 bei dem Netzwerker als Vice President of Engineering. Als er im Dezember 2003 Cisco verlließ, war er General Manager der Gigabit-Switching-Abteilung.(wl)

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