Entwickler von Sony Mobile Communications

Android 4.0 macht Smartphones fett und träge

04.04.2012

Hardwarebeschleunigung kann umgekehrten Effekt haben

Auch die Hardware-Beschleunigung trägt ihren Teil zum Verstopfen des Speicherplatzes bei, so Sony weiter. Sie ermöglicht, dass die Grafikkarte einen Teil der Benutzeroberfläche berechnet, was die Reaktionsgeschwindigkeit des Systems verbessern soll. Allerdings müssten Anwendungen dafür zusätzliche Grafikbibliotheken in den Arbeitsspeicher laden, was den Speicherverbrauch nochmals erhöhe. Die Hardwarebeschleunigung leere darüber hinaus in einigen Fällen den Akku schneller. Das sei besonders beim Abspielen von Videos zu beobachten, wo bei aktivierter Beschleunigung jedes Bild nochmal durch den Grafikchip geleitet wird, was den Stromverbrauch erhöhe.

In einigen Fällen kann die Hardware-Beschleunigung und der damit einhergehende Abruf zusätzlicher Software auch einen umgekehrten Effekt haben und die Geschwindigkeit des Systems bremsen, etwa beim Starten von Anwendungen. Aber es gibt noch eine weitere Änderung, die sich negativ auf die Systemgeschwindigkeit auswirkt, so Sony. Die Android-Entwickler bei Google haben sich entschieden, Teile des Datenbank-Managements aus dem Linux-Kernel auf die übergelagerte Java-Schicht zu heben. Abfragen bei der SQL-Datenbank dauern daher nach Tests von Sony länger, was zahlreiche Anwendungen bremst. Das sei insbesondere beim Start einer App erkennbar, wenn viele Zugriffe auf die Datenbank erforderlich seien.

Sony rät deshalb allen Besitzern eines Xperia-Smartphones von 2011, sich das Update auf Android 4.0 ICS gründlich zu überlegen. Android 2.3 Gingerbread laufe stabil, schnell und gehe im Zweifel sparsamer mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen um. Das Unternehmen liefert das Update für erste Modelle wie das Xperia Arc S oder das Xperia Ray ab Mitte April aus. Weitere Modelle folgen Ende Mai, Anfang Juni. Android 4.0 wird aber nicht als Direktdownload auf das Handy angeboten, sondern muss über den PC installiert werden. Sony möchte damit verhindern, dass der Nutzer das neue System unüberlegt aufspielt. (AreaMobile/bw)

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