Studie

Anwender haben Probleme mit iPad-Apps

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich PCs und Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Notebooks, PCs, Smartphones, Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.

Interface-Wildwuchs

Ein Grundproblem bei iPad-Apps ist der Norman Nielsen Group zufolge, dass es im Gegensatz zu Desktop-Computern keinerlei Konventionen gibt, wie die Bedienung funktionieren sollte. Daher probieren es Entwickler mit allen möglichen, teils "verrückten" Interfaces. Für den User ergibt sich das Problem, dass er zwar überall den Bildschirm berühren kann, aber letztendlich nicht weiß, wo das auch im Sinne der Content-Navigation etwas bringt.

Ein Beispiel ist, dass das Berühren von Bildern in einer iPad-App beispielsweise zum Vergrößern, zum Aktivieren eines Links oder auch einfach zu nichts führen kann. Bei der App der Zeitung USA Today wiederum ruft ein Touch auf die Logo-Grafik ein Navigationsmenü auf. "Das war wohl die unerwartetste Interaktionsmöglichkeit, die wir getestet haben, und kein einziger Nutzer ist darauf gekommen", heißt es in der Studie.

Grundprobleme

Während die Verantwortung für viele verwirrende Ideen klar bei App-Entwicklern liegt, ist Apple an Usability-Problemen doch mitverantwortlich. Die Idee eines Tab Bars am unteren Rand des Bildschirms stammt direkt aus Cupertino und ist vom iPhone übernommen.Doch der Studie zufolge wird die beim Smartphone nützliche Navigationsleiste am Tablet leicht übersehen. Denn die Aufmerksamkeit der Nutzer ist beim größeren Display auf ganz andere Bereiche gerichtet.

Im Vergleich zum iPhone bietet das iPad freilich den Vorteil, dass klassische Webseiten eher sinnvoll nutzbar sind. Allerdings sei es jeder Webseite, die iPad-User anlocken will, dringen zu empfehlen, große Touch-Zonen zu nutzen. "Text, der groß genug zum Lesen ist, ist zu klein zum Berühren", erklärt die Norman Nielsen Group.

Die Studie ist unter http://www.nngroup.com/reports/mobile/ipad frei verfügbar. Apple möchte zur Usability-Kritik indes nichts sagen. "Wir kommentieren nicht die Studien zum iPad von Dritten", heißt es. pte (bw)

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