Anschluss verpasst

Blackberry-Hersteller befürchtet Absatzeinbruch

16.12.2011
Die einst so beliebten Blackberry-Handys entwickeln sich zu Ladenhütern. Der Hersteller Research in Motion (Research In Motion (RIM) ) fürchtet, dass die Auslieferungen im gerade begonnenen vierten Geschäftsquartal auf 11 Millionen bis 12 Millionen Schmartphones einbrechen werden. Im Vorjahreszeitraum waren noch annähernd 15 Millionen der vor allem für ihren robusten E-Mail-Dienst bekannten Geräte abgesetzt worden. Doch Apples iPhone und Smartphones mit Googles Betriebssystem Android nehmen den Blackberrys zunehmend Marktanteile ab. Zudem ist der Tablet-Computer PlayBook bisher ein teurer Flop.

Die einst so beliebten Blackberry-Handys entwickeln sich zu Ladenhütern. Der Hersteller Research in Motion (Research In Motion (RIM) ) fürchtet, dass die Auslieferungen im gerade begonnenen vierten Geschäftsquartal auf 11 Millionen bis 12 Millionen Smartphones einbrechen werden. Im Vorjahreszeitraum waren noch annähernd 15 Millionen der vor allem für ihren robusten E-Mail-Dienst bekannten Geräte abgesetzt worden. Doch Apples iPhone und Smartphones mit Googles Betriebssystem Android nehmen den Blackberrys zunehmend Marktanteile ab. Zudem ist der Tablet-Computer PlayBook bisher ein teurer Flop.

Nach den Zahlen rückten die beiden Konzernchefs Jim Balsillie and Mike Lazaridis mit noch mehr schlechten Nachrichten raus. Erste Geräte mit dem nächsten Betriebssystem Blackberry 10 - dem großen Hoffnungsträger von RIM - kommen frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2012 auf den Markt, kündigten sie an in einer Telefonkonferenz an. Der Grund sei, dass die nötigen Chips erst Mitte des Jahres lieferbar sein würden.

Balsillie and Lazaridis baten ihre Aktionäre um Geduld: Es werde einige Zeit dauern, bis sich RIM neu aufgestellt habe, erklärten sie am Firmensitz im kanadischen Waterloo. Die Co-Chefs, deren Rücktritt von immer mehr unzufriedenen Investoren gefordert wird, arbeiten ab jetzt nur noch für ein symbolisches Gehalt von einem Dollar.

Bedenkliche Entwicklung: Der Marktwert des Unternehmens ist binnen zehn Monaten um 77% geschrumpft.
Bedenkliche Entwicklung: Der Marktwert des Unternehmens ist binnen zehn Monaten um 77% geschrumpft.

Nach dem trüben Ausblick fiel die Aktie am Donnerstag nachbörslich um 7 Prozent auf 14 Dollar. So billig war das RIM-Papier zuletzt Anfang 2004. Einst trieb der Smartphone-Boom die Aktie in der Spitze auf mehr als 140 Dollar hoch. Diese Zeiten sind jedoch seit dem Siegeszug von iPhone und Android vorbei. Nach Daten des Marktforschers Gartner ist der Blackberry-Anteil an den Verkäufen zuletzt von 15,4 auf 11,0 Prozent gefallen.

Das neue Betriebssystem Blackberry 10 basiert auf der Plattform QNX, die auch bei der Steuerung von Industrieanlagen zum Einsatz kommt, und soll die Geräte benutzerfreundlicher machen. Ursprünglich sollte es BBX heißen, doch eine andere Firma machte RIM den Markennamen streitig.