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Neue Anforderungen an die Kommunikation

Coaching im digitalen Zeitalter

Uwe Reusche ist Geschäftsführer von ifsm - Institut für Sales & Managementberatung GmbH & Co.KG. Er ist diplomierter Betriebswirt (FH) und war zwölf Jahre als Führungskraft in der Finanzbranche tätig. Seit 1995 ist er erfolgreicher Trainer, Berater und systemischer Coach und Therapeut (CoreDynamik-zertifiziert). Sein Schwerpunkt liegt in der Beratung der Organisationsentwicklung und dem Leadership Training. Er ist Autor des Buches: „Sales Coaching als Führungsinstrument – wirksam führen im Vertrieb“.

 

 

 

Wie sinnvoll ist es, die moderne Informations- und Kommunikationstechnologie für unsere Coachings zu nutzen? Das fragen sich zurzeit viele Coaches – unter anderem, weil sich neben den Lebens- und Arbeitsbedingungen ihrer Klienten deren Kommunikationsgewohnheiten verändert haben.
Noch verläuft das Coaching in der Regel in Präsenztrainings.
Noch verläuft das Coaching in der Regel in Präsenztrainings.
Foto: Rawpixel.com - shutterstock.com

"Digitale Transformation" - so lautet aktuell ein Buzz-Wort in der Management-Diskussion. Damit verbunden ist die Erwartung, dass der Fortschritt im Bereich der modernen Kommunikations- und Informationstechnologie die Prozesse in den Unternehmen radikal verändern wird - auch im Bereich der betrieblichen Weiterbildung und Personalentwicklung.

Fakt ist bereits heute: Die zwischenmenschliche Kommunikation hat sich in den zurückliegenden ein, zwei Jahrzehnten stark verändert. Sie erfolgt zunehmend im virtuellen Raum. Deshalb stellt sich auch für Coaches die Frage: Sollen wir die moderne Kommunikations- und Informationstechnik stärker für unsere Arbeit nutzen und diese (partiell) in den virtuellen Raum verlagern?

Credo: Coaching setzt persönliches Treffen voraus

Für die meisten berufserfahrenen Coaches gilt: Sie haben ihr Coaching-Handwerk in vielen Präsenztrainings erlernt, und in zahlreichen Coaching-Sitzungen, in denen ihnen der Coachee - also die Person, die gecoacht wurde - gegenüber saß. Hieraus erwuchs ihre innere Überzeugung: Zum Coachen bedarf es eines persönlichen Treffens und Kontakts. Und diese Sichtweise wurde im Verlauf der Jahre immer wieder als "richtig" bestätigt.

Trotzdem stellt sich die Frage: Sollten Coaches diese Grundeinstellung überdenken, weil heute ihre Klienten und die Rahmenbedingungen zunehmend etwas anderes (er-)fordern? Um hierauf eine adäquate Antwort zu finden, lohnt es sich, noch einmal zu fragen: Was ist Coaching?

Laut Wikipedia ist das Wort Coaching ein Sammelbegriff, der die unterschiedlichen Beratungsmethoden zusammenfasst. Gemeinsam ist ihnen, dass sie darauf abzielen, die Lösungskompetenz des Coachees zu steigern und dessen individuelle Ressourcen zu aktivieren. Im Verlauf dieses Prozesses führt der Coach den Coachee durch unterschiedliche Settings von einer problemorientierten zu einer handlungsorientierten Denkweise mit verschiedenen Handlungsoptionen.

Persönliche Begegnung erweitert Wahrnehmung

Diese Coaching-Definition setzt nicht explizit ein persönliches Treffen von Coach und Coachee voraus. Erfahrene Coaches wissen jedoch: Ein persönliches Sich-Begegnen und Miteinander-Sprechen ist sehr hilfreich beim Coachen, denn es ermöglicht, ein intensiveres Wahrnehmen und somit oft auch angemesseneres Reagieren auf die gecoachte Person als zum Beispiel ein Kontakt per Mail oder Telefon; zudem erleichtert es den Beziehungs- sowie Vertrauensauf- und -ausbau.

Coaching-Sitzungen lösen bei Menschen oft intensive innere Prozesse aus: Es wird etwas "bewegt". Diese innere Bewegung artikuliert sich außer durch verbale Äußerungen unter anderem in einer veränderten Stimmlage, Sprechgeschwindigkeit und Lautstärke. Und noch deutlicher zeigt sie sich oft in der Körpersprache - zum Beispiel in einer veränderten Sitzposition/Körperhaltung, nervösen Arm- oder Beinbewegungen, Muskelanspannungen.

Solche Beobachtungen signalisieren dem Coach, welche Prozesse im Coachee ablaufen. Sie helfen ihm, den Coachee beim Finden der Lösung zu begleiten. Sie ermöglichen es ihm zudem, festzustellen, ob der Coachee sich noch in einem Problemzustand befindet oder schon in einer Lösungsphysiologie. Seine Wahrnehmungen und hieraus resultierenden Vermutungen kann der Coach dem Coachee spiegeln und so neue Impulse in das "System" des Gegenübers geben. Dies alles sind Gründe, die für eine persönliche Begegnung von Coach und Coachee sprechen.