Managed Print Services

Die Distribution auf Rollensuche

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Mittlerweile bietet fast jeder Druckerhersteller sein eigenes Managed-Print-Services (MPS)-Konzept an. Die Distributoren tun sich allerdings noch schwer, ihren Platz im MPS-Geschäft zu finden.
"Die Gefahr, durch MPS-Modelle der Hersteller ins Hintertreffen zu geraten, ist für die Distribution vorhanden", Heino Deubner, Geschäftsführer der Also-Actebis MPS GmbH
"Die Gefahr, durch MPS-Modelle der Hersteller ins Hintertreffen zu geraten, ist für die Distribution vorhanden", Heino Deubner, Geschäftsführer der Also-Actebis MPS GmbH

Mittlerweile bietet fast jeder Druckerhersteller sein eigenes Managed-Print-Services (MPS)-Konzept an. Die Distributoren tun sich allerdings noch schwer, ihren Platz im MPS-Geschäft zu finden. Die schöne neue Managed-Print-Services-Welt könnte daher so aussehen: Der Kunde schließt seinen Vertrag direkt mit dem Hersteller. Der Händler wird, wenn überhaupt, zum Vermittler degradiert, für den wie bei einem Versicherungsvertreter noch ein paar Groschen Provision abfallen. Ein Horrorszenario für die Distributoren, denn für sie gibt es allenfalls noch die Rolle des Paketboten, der den Toner rechtzeitig beim Kunden auf der richtigen Etage an das richtige Gerät liefern darf. "Die Gefahr, durch MPS-Modelle der Hersteller ins Hintertreffen zu geraten, ist für die Distribution vorhanden. Zumindest dann, wenn die Distribution keine Rolle in den MPS-Modellen der Hersteller spielt, geht ihrGeschäft verloren", hat auch Heino Deubner, Geschäftsführer der neu gegründeten Also Actebis MPS GmbH, erkannt.

"Die Distribution wird einen wichtigen Teil im MPS-Modell übernehmen und weiterhin eine tragende Rolle spielen", Marcus Hammann, Business-Unit-Leiter Printer&Supplies bei Tech Data
"Die Distribution wird einen wichtigen Teil im MPS-Modell übernehmen und weiterhin eine tragende Rolle spielen", Marcus Hammann, Business-Unit-Leiter Printer&Supplies bei Tech Data

Marcus Hammann, Business Unit Leiter Printer&Supplies bei Tech Data, sieht die Sache optimistisch: "Die Distribution wird einen wichtigen Part im MPS-Modell übernehmen und weiterhin eine tragende Rolle spielen", prognostiziert er. Doch auch Deubner ist guten Mutes, dass die Grossisten im MPS-Geschäft mitmischen können: "Kaum jemand sonst verfügt über so gute Voraussetzungen wie die Distribution. Nehmen wir mal die Logistik: Im MPS müssen Verbrauchsmaterialien präzise und pünktlich am Bestimmungsort eintreffen, und das teilweise bei Kunden, die in mehreren Ländern ansässig sind", erklärt der MPS-Spezialist.

Auch beim auf Drucker spezialisierten Spezialdistributor Systeam kommt man mittlerweile an MPS nicht mehr vorbei: "Beide Seiten, Distribution und Hersteller, können durch eine enge Zusammenarbeit voneinander profitieren. Das stellen wir aktuell durch unsere intensive Zusammenarbeit mit Kyocera fest", erläutert Matthias Oberst, zuständig für den Vertrieb Kyocera/SYSMPS bei Systeam.

Noch äußerst zurückhaltend gibt sich Branchen-Primus Ingram Micro. In Dornach schaut man sich erst einmal die Anstrengungen der Konkurrenz an: "Wir betrachten die Managed Print Services als wichtigen Baustein im Bereich Digital Imaging. Der Markt bietet jedoch nach wie vor keine große Klarheit, weshalb wir in unserer Auswertung der Möglichkeiten weiter in die Tiefe gehen wollen, bevor wir uns detaillierter zu Wort melden", erklärt Robert Beck, Vice President Product Management D-A-CH-H-Region & Pan European Business Unit.