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BTS und Bibis Babybauch

Die Netztrends des Jahres 2018

06.12.2018
Von Bibis Babybauch über #MeTwo bis zum Hype über eine koreanische Boyband. Was hat die Netzgemeinde 2018 bewegt?

Rapper Drake ist Streamingkönig, Bianca Claßen von Bibis Beauty Palace zeigt ihren Babybauch und unter #MeTwo twittern zahlreiche Menschen ihre Erfahrungen mit Alltagsrassismus. Was die Netzwelt sonst noch bewegte. Ein Überblick:

K-Pop
Die südkoreanische Boyband BTS ist kaum zu stoppen: Auf Twitter verbuchte sie den beliebtesten Tweet des Jahres. Ein kurzer Clip aus dem Juli, in dem ein Bandmitglied auf der Straße tanzt und aus einem nebenherfahrenden Auto gefilmt wird, wurde bisher knapp 1,7 Millionen Mal geliked. Im August knackte BTS einen Rekord auf YouTube, als das Video zur neuen Single "Idol" binnen der ersten 24 Stunden 45 Millionen Mal abgerufen wurde. Neuer Rekordhalter ist seit Anfang Dezember Ariana Grande.

Bibis Babyglück
Wer dachte, YouTuberin Bianca Claßen von Bibis Beauty Palace ist inzwischen out, hat sich getäuscht. Gemeinsam mit ihrem Freund (und heutigem Mann) Julian veröffentlichte sie im Mai ein Video: Romantischer Waldspaziergang, leise Musik, Herzschlagtöne, dann ein Kuss auf den gewölbten Bauch. Der Clip, in dem sie Bibis Schwangerschaft ankündigen, ist hierzulande mit mehr als 6,6 Millionen Aufrufen das erfolgreichste Nicht-Musik-Video 2018 bei der Videoplattform. Inzwischen ist der Sohn auf der Welt und die beiden sind verheiratet - auch darüber wurden die Fans natürlich bei YouTube auf dem Laufenden gehalten.

#MeTwo
Unter #MeToo machen Millionen seit 2017 Millionen Frauen im Netz auf sexuellen Missbrauch aufmerksam. In diesem Jahr folgte der Hashtag #MeTwo, mit dem Tausende Menschen auf Twitter ihre Erfahrungen mit Alltagsrassismus teilten. Ins Leben gerufen wurde das Schlagwort von dem Autor und Aktivisten Ali Can anlässlich der Rassismus-Debatte nach dem Rücktritt von Mesut Özil aus der Fußball-Nationalmannschaft. Doch warum "MeTwo" - also "Ich Zwei"? "Weil ich mehr bin als nur eine Identität. Ich fühle mich in Deutschland zu Hause (..) und gleichzeitig kann ich mich auch zu einer anderen Kultur oder zu einem anderen Land verbunden fühlen", sagt Can in einem Video des Onlinemagazins "Perspective Daily".

#Movements
Politischer und gesellschaftlicher Protest wird gerne mit einem prägnanten Hashtag versehen, egal ob die Bewegung im Netz oder auf der Straße stattfindet. #MeToo machte es 2017 erfolgreich vor, als Hunderttausende Frauen on- und offline auf sexuellen Missbrauch aufmerksam machten. In diesem Jahr setzten zahlreiche Menschen ein Zeichen gegen Rechts, ob auf dem #WirSindMehr-Konzert in Chemnitz, der #Unteilbar-Demo in Berlin oder mit den jeweiligen Hashtags im Internet. Und nach einem erneuten Schulmassaker in den USA wehrt sich eine Massenbewegung gegen Waffengewalt. Mit Demos vor dem Kapitol in Washington oder unter #MarchForOurLives im Netz.

#WM2018
Für die deutsche Fußball-Nationalelf war die Weltmeisterschaft in Russland ein Desaster. Vor Anpfiff dachte sich der DFB ein besonders modernes Motto für die Mannschaft aus: #ZSMMN (für: Zusammen) sorgte für viel Spott und Hohn. Doch es kam noch schlimmer: Das Team von Jogi Löw scheiterte krachend in der Vorrunde und flog so früh wie noch nie aus einer WM. Im ganzen Turnier kam die Mannschaft nur auf einen Sieg gegen Schweden (2:1). Der Zusammenschnitt zum Spiel ist immerhin das zweiterfolgreichste Nicht-Musik-Video des Jahres bei YouTube (nach Bibis Babybauch).

Drake ist Streaming-König
Der kanadische Rapper Drake ist der meistgestreamte Musiker 2018. Sowohl beim Marktführer Spotify als auch bei der Nummer zwei Apple Music lieferte der 32-Jährige mit seinem Werk "Scorpion" das erfolgreichste Album des Jahres ab. Der am häufigsten gestreamte Song kommt bei beiden Anbietern mit "God's Plan" ebenfalls Drake. Bei Spotify erzielte der Titel beispielsweise mehr als 1,1 Milliarden Abrufe. Drake war bereits 2015 und 2016 der populärste Künstler bei der schwedischen Plattform. Im vergangenen Jahr landete Ed Sheeran weltweit auf Platz eins.

Instagramibility
Der Begriff machte in diesem Jahr die Runde. Er steht für Orte, die sich gut für Fotos auf sozialen Medien wie Instagram eignen. Denn selbst an den entlegensten Ecken der Welt darf heute eines nicht fehlen: der inszenierte Schnappschuss, der später das eigene Profil schmückt. Viele Jüngere suchen Reiseziele vor allem danach aus. Für die Regionen hat das nicht nur positive Folgen - von Stau, Müllberge, genervte Anwohner. Und an manch einen indonesischen Tempel, der früher noch unbekannt war, belagern die Touristen heute schon vor Sonnenaufgang. (dpa/rs)