Brother-Konzernchef Toshikazu Koike

"Die Stimme Deutschlands ist die stärkste in Europa"

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Die weltweite Finanzkrise und die Naturkatastrophen des vergangenen Jahres sind auch an Brother nicht reibungslos vorbei gegangen. ChannelPartner hatte die besondere Möglichkeit, mit dem weltweiten Konzernchef Toshikazu Koike über den Weg aus der Krise und die Zukunft des Unternehmens zu sprechen.
"In der Globalisierung sind wir vielen anderen japanischen Unternehmen voraus", Toshikazu "Terry" Koike, President und Representative Director bei Brother.
"In der Globalisierung sind wir vielen anderen japanischen Unternehmen voraus", Toshikazu "Terry" Koike, President und Representative Director bei Brother.

Die weltweite Finanzkrise und die Naturkatastrophen des vergangenen Jahres sind auch an Brother nicht reibungslos vorbei gegangen. ChannelPartner hatte die besondere Möglichkeit, mit dem weltweiten Konzernchef Toshikazu Koike über den Weg aus der Krise und die Zukunft des Unternehmens zu sprechen.

Anfang des Jahrtausends haben Sie Ihre Vision 21 vorgestellt. Demnach wollten Sie 2012 weltweit einen Umsatz von 10 Milliarden Euro erreichen. Dieses Ziel wurde klar verfehlt. Worin liegen die Gründe?

Toshikazu Koike: Die Vision 21 wurde 2002 vorgestellt. Bis 2007 war die weltweite Wirtschaft in einem guten Zustand und auf Wachstumskurs. Auch der niedrigere Wechselkurs des Yens gegenüber dem Euro und dem Dollar war für uns gut. Das hat sich grundlegend geändert. Die weltweite Finanzkrise hat auch uns getroffen. Die ganze japanische Wirtschaft leidet darunter. Könnten wir heute allerdings noch mit dem alten Wechselkurs operieren, wären wir unseren Zielen näher gekommen. Aber das soll keine Entschuldigung sein.

Wo steht Brother Ihrer Ansicht nach heute?

Koike: Es ist meine Überzeugung, dass Brother bereits einige Ziele erreicht hat. Andere Ziele können wir sicher in den nächsten vier bis fünf Jahren erreichen. In der Globalisierung sind wir vielen anderen japanischen Unternehmen voraus. Wir machen über 80 Prozent unseres Geschäftes außerhalb Japans. Wir haben viele Niederlassungen und Produktionsstätten im Ausland, mit lokalen Entscheidungsträgern. Doch wir wollen den globalen Austausch noch stärker fördern.

Neben unserem Kerngeschäft müssen wir neue Märkte erschließen, damit wir weiteres Wachstum realisieren können. Deshalb haben wir nun Videokonferenzsysteme, Dokumentenscanner und High-Speed-Tintenstrahl-Schwarzweißdrucker angekündigt. Es wäre aber keine gute Idee, nur nach ungesundem Umsatzwachstum zu streben. Wir müssen sicherstellen, dass das Wachstum auch profitabel ist.

Wir haben dann letztes Jahr unsere Wachstumsziele korrigiert und verkündet, die Zehn-Milliarden-Euro-Marke 2015 erreichen zu wollen. Nur einige Tage später traf das Erdbeben und der Tsunami Japan. Deshalb bin ich vorsichtig mit Prognosen. Aber ich bin optimistisch, dass wir das Ziel erreichen.

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