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23.08.2017 - 

IoT in Deutschland

Fünf Phasen führen ins Internet der Dinge

Dr. Stefan Ebener ist Strategy & Innovation Manager bei NetApp
Das IoT gilt als wichtiger Treiber für die Digitalisierung. Wer sich nicht abhängen lassen will, sollte jetzt starten. Aber wie? Am Anfang stehen wichtige strategische Überlegungen, für die sich Abteilungen fachübergreifend zusammensetzen sollten.
Das IoT gilt als wichtiger Treiber für die Digitalisierung.
Das IoT gilt als wichtiger Treiber für die Digitalisierung.
Foto: Sashkin - shutterstock.com

72 Prozent der deutschen Unternehmen betrachten das Internet der Dinge als extrem oder sehr wichtig für ihren Erfolg. Das ergab die Studie "IoT in Deutschland" des Beratungsunternehmens IDC. Doch während manches Großunternehmen bereits erste IoT-Anwendungen in der Praxis einsetzt, befindet sich der Mittelstand meist noch in der Planungs- und Evaluierungsphase.

IoT-Konzept entwickeln

Grundsätzlich geht es bei IoT darum, Daten zu sammeln, auszuwerten und daraus einen Mehrwert zu gewinnen. Zu Beginn dieses Prozesses sollten Unternehmen definieren, welches Ziel sie verfolgen. Was banal klingt ist die Basis eines jeden IoT-Projekts, denn nur aus einer konkreten Zielsetzung heraus lassen sich die Folgefragen beantworten: Welche Daten brauche ich, wo kommen sie her und wie kann ich sie erheben? Sollen die Daten On-Premise oder in der Cloud analysiert werden? Wie lange und wo möchte ich sie speichern? In der Planung müssen IT- und Fachabteilungen eng zusammenarbeiten.

Denn IT-Verantwortliche kennen sich zwar in technischen Belangen aus, wissen in der Regel aber nicht, wie die Prozesse in der Fachabteilung aussehen und welchen Bedarf die Mitarbeiter dort haben. Hier kann ein externer Berater unterstützen und als Bindeglied zwischen den Abteilungen fungieren.

IoT-Pilotprojekt starten

Ist die Planungsphase für die IoT-Initiative abgeschlossen, empfiehlt es sich, mit einer Machbarkeitsstudie zu starten. In einem Pilotprojekt mit begrenztem Umfang sammeln Unternehmen erste Erfahrungen. Sie beginnen damit, erst einmal die Sensordaten einer einzelnen Maschine auszulesen und zu analysieren. Dabei ist es wichtig, bereits früh auf die Skalierbarkeit der Speicher-Infrastruktur zu achten.

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Denn wird das Projekt später auf den gesamten Maschinenpark ausgerollt, explodieren die Datenmengen. Kann die IT-Umgebung diese nicht mehr speichern und verarbeiten, ist der Umbau meist kompliziert und es entstehen unnötige Aufwände und Kosten. In der Regel lässt sich eine Machbarkeitsstudie gemeinsam mit einem erfahrenen Partner wie NetApp innerhalb von vier bis sechs Wochen durchführen.

5 Phasen eines IoT-Projekts planen

Jedes IoT-Projekt lässt sich aus Sicht der IT in fünf Phasen gliedern: Collect (Sammeln), Transport (Transportieren), Store (Speichern), Analyze (Analysieren) und Archive (Archivieren). Sie alle müssen in der Planung berücksichtigt werden, denn daraus ergeben sich wichtige Vorgaben für die Infrastruktur.

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In der ersten Phase geht es darum, Sensordaten zu erfassen und sie transportfähig zu machen. Das umfasst auch die Problematik, wie sich ältere Maschinen in der Produktionsstraße an ein IOT-System anbinden lassen.

Die zweite Phase "Transport" beschäftigt sich mit der sicheren und verlässlichen Übertragung der Daten von den Produktionsmaschinen oder Geräten zum Rechenzentrum. Dabei spielen Switching, Routing, Wireless- und Firewall-Technologien sowie die Protokolle für die Kommunikation zwischen den Maschinen eine wichtige Rolle.

In der dritten Phase "Store" geht es darum, die Sensordaten zu speichern und für die Analyse bereitzustellen. Dafür müssen IT-Verantwortliche je nach Einsatzszenario die richtige Storage-Lösung auswählen - zum Beispiel leistungsstarke Enterprise-Class-Speicherlösungen für die Datenanalyse mit dem verteilten System Hadoop, schnelle Flash-Ressourcen für Echtzeitanalysen oder Cloud-Speicher für einen zentralen Data Lake, in dem Daten aus verschiedenen Quellen zusammenfließen.

Die vierte Phase umfasst die Analyse der Sensordaten. Auch hier gilt es, abhängig vom Anwendungsfall die richtigen Lösungen auszuwählen - ob für Echtzeitanalysen oder große Mengen von unstrukturierten Daten.

Phase fünf "Archive" beschäftigt sich schließlich mit der kosteneffizienten Langzeitarchivierung der Sensordaten.

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Richtigen IoT-Partner finden

Wie aus den fünf Phasen deutlich wird, spielen bei einem IoT-Projekt verschiedene Spezialgebiete eine Rolle, die ineinander greifen. Kein Unternehmen oder IoT-Anbieter ist alleine in der Lage, all diese Bereiche umfänglich abzudecken. Umso wichtiger ist es, mit einem Spezialisten zusammenzuarbeiten, der über die nötigen Technologiepartnerschaften verfügt. Nur so ist gewährleistet, dass alle Bausteine eines IoT-Projekts mit Experten-Know-how abgedeckt werden. Denn es gilt für jeden Anwendungsfall die am besten geeigneten Hardwarekomponenten, Kommunikationsprotokolle, Datenmanagement- und Analytics-Lösungen auszuwählen sowie Wege aufzuzeigen, wie sich auch alte Maschinen internetfähig machen lassen.

Planung entscheidet über IoT-Erfolg

Der Erfolg eines IoT-Projekts steht und fällt mit einer guten Planung. Sie sollte im Zusammenspiel zwischen IT- und Fachabteilungen erfolgen und alle fünf Phasen berücksichtigen - von der Erfassung der Sensordaten über den Transport und das Speichern hin zur Analyse und Archivierung. Anschließend empfiehlt es sich, eine Machbarkeitsstudie durchzuführen, um erste Erfahrungen zu sammeln. Bei allem sollten Unternehmen mit einem IoT-Anbieter zusammenarbeiten, der über umfangreiche Technologiepartnerschaften verfügt. (rw)