Gast-Kolumne: Digital hat Analog verdrängt

19.04.2007
Michael Schidlack verantwortet den Kompetenzbereich CE & Digital Home beim Bitkom. In dieser Kolumne beleuchtet er den CE-Markt in Deutschland und zeigt auf, wie der Fachhändler mit CE erfolgreich sein kann.
Dipl.-Kfm. Michael Schidlack kann auf eine jahrelange Erfahrung als Fachhändler zurückblicken, war Projektleiter bei der BBE Unternehmensberatung und hat in diesem Jahr den Kompetenzbereich CE beim Bitkom aufgebaut.
Dipl.-Kfm. Michael Schidlack kann auf eine jahrelange Erfahrung als Fachhändler zurückblicken, war Projektleiter bei der BBE Unternehmensberatung und hat in diesem Jahr den Kompetenzbereich CE beim Bitkom aufgebaut.

82 Prozent des Umsatzes mit Consumer Electronics werden 2007 in Europa mit digitalen Produkten gemacht. Der klassische Röhrenfernseher und die analoge Hifi-Anlage spielen im Gesamtvolumen kaum noch eine Rolle. Wer hätte das vor fünf Jahren gedacht? Kein Zweifel, der Markt für CE ist im Umbruch. Wie kann der aktive Fachhändler davon profitieren und diese neuen Märkte für sich erschließen?

Fest stehen zwei Dinge: Das Wachstum im CE-Markt wird auch in den nächsten Jahren fast nur durch das Bild generiert. Und: Der Verkauf von Flachbild-TV boomt zwar in Deutschland, doch steht das Land erst am Anfang des HDTV-Booms. Viele Konsumenten können sich - im Wortsinn - immer noch kein "Bild" von den Qualität und den Möglichkeiten des hoch auflösenden Fernsehens machen. Die Qualitäts-Unterschiede zwischen Standard-TV, HDTV und Full-HD sind dem Endkunden nur selten geläufig. Der Hauptgrund: Es fehlt immer noch an geeigneten Sendungen - vor allem bei den öffentlich-rechtlichen Sendern. So ist der Handel gefordert, durch entsprechende Beratung diese Lücke zu schließen und dem Verbraucher auf die derzeit verfügbaren Inhalte und Quellen hinzuweisen und die dafür notwendigen Geräte auch aktiv anzubieten.

Das Ausland ist uns voraus: Während in Japan bereits seit vielen Jahren ganz selbstverständlich in HDTV gesendet wird, in USA bereits über ein Drittel der Haushalte mit HDTV-Programmen versorgt sind und sogar in China HDTV zum Alltag gehört, ist Deutschland in dieser Entwicklung weit zurück. England und Frankreich sind dynamischer: Im United Kingdom waren die Umsätze mit Flachbildschirmen und Projektions-TV in 2006 um zirka eine Milliarde Euro höher als in Deutschland; für 2007 wird sich nach Prognosen des Marktforschungsinstituts EITO der Abstand gegenüber Deutschland sogar noch auf rund 1,3 Milliarden Euro vergrößern.

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