Barco gegen Kindermann

Gerichtsentscheid im „Klick & Show“-Streit

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Auf der ISE 2018 wollte Barco wegen angeblicher Patentverletzungen verhindern, dass Kindermann sein drahtloses Präsentationssystem „Klick & Show“ ausstellt. Zu Unrecht, urteilt nun das Landgericht Düsseldorf.

Am ersten Messetag der AV-Messe ISE in Amsterdam 2018 rückten die niederländischen Behörden auf dem Messestand des fränkischen Präsentations- und Konferenztechnikspezialisten Kindermann an, um die Ausstellung des drahtlosen Präsentationssystems "Klick & Show" zu verhindern. Konkurrent Barco sah in dem Produkt eine Kopie der eigenen Lösung "ClickShare". Kindermann verletze Patente, so der Vorwurf (ChannelPartner berichtete).

„Klick & Show“ auf der ISE 2018: Kindermann kann im Patentstreit gegen Barco einen Etappensieg verbuchen.
„Klick & Show“ auf der ISE 2018: Kindermann kann im Patentstreit gegen Barco einen Etappensieg verbuchen.

Zu einer Sicherstellung der Ausstellungsstücke kam es indes nicht, da die Verantwortlichen ein Papier präsentieren konnten, dass die Sicherstellung verhinderte. Der Amtmann zog unverrichteter Dinge wieder ab, da er laut Kindermann "keine Beweise für eine Patentrechtsverletzung" feststellen konnte.

Urteil ist noch nicht rechtskräftig

Barco hatte aber bereits eine Pressemitteilung verbreitet, die die "Sammlung von Beweisen" am Kindermann-Messestand verkündete (diese Pressemitteilung ist immer noch abrufbar). Zudem wollte Barco einen sofortigen Verkaufsstopp der Kollaborationslösung erreichen. Nun hat das Landgericht Düsseldorf in der Sache entschieden. Demnach wurde die Barco-Klage abgewiesen. Man sei "bestens vorbereitet" gewesen und habe bei der Entwicklung des Drahtlos-Präsentationssystems darauf geachtet, keine Patente des Mitbewerbers zu verletzen, sondern stattdessen eine Lösung zu entwerfen, welche mit einem eigenständigen Verfahren arbeitet, heißt es in einem Kindermann-Statement.

Wie der Streit begann: Posse um drahtloses Präsentationssystem

Das erstinstanzliche Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig und betrifft den deutschen Markt. Zudem kann Berufung eingelegt werden. Man betreibe aber ein Einspruchsverfahren gegen das Patent von Barco beim Europäischen Patentamt, schreibt Kindermann. Hier sei das Unternehmen nicht allein, auch weitere Anbieter von ähnlichen Kollaborationslösungen zweifeln demnach die Richtigkeit des Patents an. Kindermann-Geschäftsführer Timo Meißner äußert sich erfreut über die Entscheidung des Düsseldorfer Landgerichts: "Es bestärkt uns darin, diese kabellose Präsentationslösung kontinuierlich weiterzuentwickeln und die Produktfamilie auszubauen", so der Kindermann-Chef. Die Lösung habe sich zum Bestseller entwickelt und man wolle die Erfolgsstory weiterschreiben.

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