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Tricks

Mehr Surf-Tempo dank Router-Einstellungen

19.07.2017
Von Thomas Rau
Wenn selbst bei schneller DSL-Leitung Videostreams stocken oder Internettelefonate abbrechen, helfen die richtigen Einstellungen am Router. Wir zeigen, mit welchen Tricks Sie das Onlinetempo beschleunigen.
Diese Einstellungen sorgen für höheres Tempo im WLAN
Diese Einstellungen sorgen für höheres Tempo im WLAN
Foto: Casezy idea - shutterstock.com

Mein WLAN soll schneller werden! Sicher haben auch Sie schon mit viel Aufwand versucht, das Funknetz zu beschleunigen: Mit Tuningtools, einem neuen Router oder Repeatern. Dabei ist in den meisten Fällen immer noch die Bandbreite des Internetzugangs der wahre Flaschenhals. Deshalb ist nicht in erster Linie das WLAN schuld, wenn Downloads lahmen, Streamingvideos ruckeln oder VoIP-Telefonate unverständlich sind. Das Problem verschärft sich natürlich in einem großen Heimnetz, wo viele verschiedene Geräte und Anwender gleichzeitig Internetbandbreite für sich beanspruchen.

Als Lösung einfach die Internetbandbreite aufzustocken, das geht auch nicht immer: Zum einen kosten schnellere Zugänge mehr Geld; zum anderen sind sie auch nicht immer und überall verfügbar. Doch es gibt auch eine Gratislösung: Ihr Router bietet sehr wahrscheinlich zahlreiche Optionen, um den Datenverkehr vom und ins Internet zu beschleunigen. Diese Einstellungen beeinflussen die Quality of Service (QoS) der Onlineverbindung: Damit weisen Sie den Router an, wichtige Datenpakete schneller zu befördern als solche, bei denen Ihnen ein langsamerer Transfer kaum auffällt – er soll sich also zum Beispiel zuerst um ein Streamingvideo oder ein VoIP-Telefonat kümmern als um den Versand einer Mail. Sie bauen also nicht wie mit einem schnelleren Internettarif eine breitere Straße, sondern räumen die linke Spur für die schnellen Autos frei.

Wir zeigen, wo Sie beim Router am besten ansetzen, um die QoS optimal zu nutzen, welche Einstellungen wirklich mehr Speed bringen und von welchen Sie besser die Finger lassen sollten.

Für VoIP und IPTV: Automatisches Internettuning mit der Fritzbox

Automatische Router-Funktion für IPTV: Mit einer speziellen Menü-Option sorgen Sie in der Fritzbox dafür, dass Internetfernsehen immer störungsfrei per WLAN übertragen wird.
Automatische Router-Funktion für IPTV: Mit einer speziellen Menü-Option sorgen Sie in der Fritzbox dafür, dass Internetfernsehen immer störungsfrei per WLAN übertragen wird.

Im Onlinealltag ist es vor allem wichtig, dass VoiP-Telefonate vom Router bevorzugt behandelt werden. Zwar benötigen die Sprachdatenpakete keine hohe Bandbreite – sie müssen aber schnell und vollständig beim Empfänger ankommen, sonst klingen Gespräche verzerrt oder abgehackt. Bei einigen Routern wird deshalb Internettelefonie in den QoS-Einstellungen ab Werk priorisiert – zum Beispiel bei der Fritzbox. Sie finden die entsprechende Option im Router-Menü unter „Internet –> Filter“ im Reiter „Priorisierung“.

Neben der Internettelefonie bietet die Fritzbox noch für IPTV, also den Fernsehempfang übers Internet, eine QoS-Option ab Werk. Sie soll den Datentransfer zwischen Router und der Set-Top-Box für IPTV bevorzugt behandeln, wenn die Set-Top-Box per WLAN mit der Fritzbox verbunden ist. Gehen Sie dafür im Router-Menü zu „WLAN –> Funkkanal“, und klicken Sie auf „Weitere Einstellungen“. Im ausklappenden Menü markieren Sie die Option „WLAN-Übertragung für Live-TV optimieren“.

Fritzbox anpassen: So erstellen Sie eigene Temporegeln

Wollen Sie anderen Anwendungen Vorrang beim Onlinezugriff geben, müssen Sie eigene QoS-Regeln in der Fritzbox definieren. Das erledigen Sie im Menü „Internet –> Filter“, indem Sie den Reiter „Priorisierung“ aufrufen. Mit einer QoS-Regel können Sie entweder Daten bevorzugen, die von einem bestimmten Netzwerkgerät aus die Fritzbox erreichen, oder Sie legen fest, dass alle Daten einer bestimmten Anwendung priorisiert übertragen werden. Dabei können Sie die Geräte oder Anwendungen in eine von drei Geschwindigkeitsklassen einteilen: In der Kategorie „Echtzeitanwendungen“ ordnen Sie alles ein, was unbedingt sofort übertragen werden soll. Diesen Anwendungen und Geräten teilt die Fritzbox immer so viel Bandbreite zu, wie sie aktuell benötigen – sie sind damit auf der Überholspur unterwegs. Diese Kategorie eignet sich neben der Internettelefonie zum Beispiel für Videostreaming. Wählen Sie aber nur bestimmte Anwendungen oder Geräte aus, denn die verfügbare Bandbreite wird unter allen Regeln dieser Kategorie aufgeteilt. Haben Sie zu viele konkurrierende Dienste als Echtzeitanwendung definiert, bremsen sich diese gegenseitig aus. Allerdings wird die Internettelefonie von der Fritzbox immer bevorzugt und soll damit auch funktionieren, wenn die Bandbreite komplett ausgelastet ist.

In die Kategorie „Priorisierte Anwendungen“ tragen Sie Dienste ein, die nicht unbedingt hohe Bandbreite, aber eine schnelle Reaktionszeit benötigen – zum Beispiel Onlinespiele oder VPN-Anwendungen. Für sie reserviert die Fritzbox 90 Prozent der verfügbaren Upload-Bandbreite, sofern nicht Dienste laufen, die Sie als Echtzeitanwendung definiert haben.

In die dritte Tempoklasse „Hintergrundanwendungen“ ordnen Sie Dienste ein, die nicht zeitkritisch sind. Die müssen sich immer hinten anstellen und können auf diese Weise keine Bandbreite abknapsen, die aktuell eigentlich andere Programme besser brauchen könnten. Nur wenn Bandbreite verfügbar ist, kommen sie zum Zug. Hier sind zum Beispiel Update-Dienste oder Peer-to-Peer-Programme gut aufgehoben.

Wenn Sie in der Fritzbox einen Gastzugang eingerichtet haben, sollten Sie sich auch die Option „Geschwindigkeit im Heimnetz“ anschauen, die ab Fritz-OS 6.80 verfügbar ist. Wenn Sie diese Funktion aktivieren, können Sie einen festen Anteil der Bandbreite – zwischen 100 und 10 Prozent – für Geräte im Heimnetz reservieren. Damit können Sie vermeiden, dass eine intensive Nutzung des Gast- WLANs den Internetzugang der Heimnetzgeräte ausbremst.

Quality of Service: So geht’s, das bringt‘s

Die QoS-Funktionen eines Routers machen den Internetzugang nicht schneller. Sie sollen aber dafür sorgen, dass es sich so anfühlt. Dafür ordnen sie die Datenpakete nach vorgegebenen Regeln an: Wichtiges wird schneller übertragen, weniger Wichtiges kann warten. Was für den Router wichtig sein soll, bestimmen Sie über die QoS-Einstellungen, die sich je nach Router unterscheiden: Meist können Sie damit bestimmte Dienste bevorzugen, zum Beispiel Spiele oder VoIP-Telefonate. Oder Sie legen fest, dass der Router alle Daten von einem bestimmten Heimnetzgerät mit hoher Priorität behandeln soll – zum Beispiel vom Tablet, über das Sie Streamingvideos anschauen. Einige Router gestatten auch, einzelnen Geräten eine bestimmte Onlinebandbreite zuzuordnen: So sorgen Sie zum Beispiel dafür, dass der Spiele-PC des Sohnes nicht den Arbeits-PC der Eltern ausbremst. Einige Router bieten auch automatisches QoS: Sie erkennen anhand einer im Router hinterlegten Datenbank, welche Daten schneller befördert werden müssen als andere.

Der Router kann per QoS nur den Upload beeinflussen, also die Datenpakete, die aus dem Heimnetz ins Internet gehen. Doch indirekt wirkt sich diese Funktion auch stark auf die Download-Datenrate aus: Denn beim Download erwartet der Sender nach einer bestimmten Datenmenge eine Empfangsbestätigung der Gegenstelle (ACK-Paket) – bleibt diese aus (zum Beispiel weil der Router erst Daten für eine andere Anwendung verschickt), verzögert sich der Download. Wenn Sie per QoS den Versand der ACK-Pakete priorisieren, sorgen Sie dafür, dass der Download nicht ausgebremst wird. Je kleiner die Internetbandbreite ist, desto stärker wirkt sich QoS aus. Auch in einem großen Heimnetz, in dem viele Geräte gleichzeitig aufs Internet zugreifen, können QoS-Regeln hilfreich sein. So können Sie problemlos mit QoS oder einzelnen Regeln experimentieren, denn die Funktion lässt sich bei fast allen Routern auch ohne Schwierigkeit wieder deaktivieren.