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Das Internet vergisst nichts

Private Netzwerke - wo der künftige Chef hinschaut

24.09.2009
Job-Bewerber sollten ihr Profil in sozialen Netzwerken wie Facebook strategisch aufbauen.

Arbeitgeber schauen immer genauer hin, wie sich Bewerber im Internet präsentieren. Mehr als 25 Prozent aller Unternehmen durchleuchten systematisch die persönlichen Daten der Kandidaten in sozialen Netzwerken wie Facebook und Linkedin. Das ermittelte jetzt eine aktuelle dimap-Studie. Hobbys, persönliche Vorlieben und Meinungen der Anwärter kommen so ans Licht. Die Karriereberaterin Svenja Hofert, Autorin "Jobsuche und Bewerbung im Web 2.0", rät deshalb dazu, dass Bewerber ihr Profil im Web 2.0 strategisch aufbauen und vorsichtig sind mit privaten Daten. Selbst wenn sie gerade nicht in einer aktiven Bewerbungsphase sind, denn das Netz vergisst nichts.

Wenn also der aufstrebende Finanzexperte in einer Bierlaune ein Partyfoto mit verrutschtem Hemd ins Netz stellt, könnte ihn das möglicherweise sogar den nächsten Job kosten. Die Karriereberaterin: "Wenn Einträge ein ungünstiges Licht auf Sie werfen können, bitten Sie die Anbieter höflich, diese zu löschen. Die meisten Anbieter sind kooperativ". Einen Anspruch auf Löschung haben die Urheber aber bei selbst verfassten Beiträgen nicht. In vielen sozialen Netzwerken, etwa Xing, StudiVZ und Facebook, können Mitglieder den Zugang bis zu einem gewissen Grad individuell einstellen. So lässt sich etwa bei Xing ausschließen, dass das Profil über Google findbar ist und fremde Personen ins Gästebuch schreiben. "Dies erfordert allerdings Know-how über diese Möglichkeiten, die sich oft im Kleingedruckten verstecken. Auch die Sichtbarkeit von Diskussionsgruppen lässt sich einstellen. So verhindern Sie, etwa bei Xing, dass Arbeitgeber Ihr Engagement in der Arbeitslosengruppe mitbekommen."

Was Sie meiden sollten

Bauen Sie vor und vermeiden Sie unbedingt

- private Fotos, vor allem jene mit zu viel Haut, im Freizeit-Look oder mit privaten Accessoires (etwa einem Bier) in der Hand;

- negative Äußerungen über jetzige oder frühere Arbeitgeber;

- abfällige Bemerkungen über andere Personen;

- unbedachte Zitate wie "Arbeit ist etwas Unnatürliches. Faulheit ist göttlich";

- hingeschmierte Blog-Beiträge mit Rechtschreibfehlern und falscher Grammatik;

- unseriös wirkende Kontakte;

- zu private Einträge in Gästebüchern;

- radikale Meinungen zu Religion oder Politik.