Umfragen von Acer und Eset

Corona-Krise macht Home Office populär

Peter Marwan lotet kontinuierlich aus, welche Chancen neue Technologien in den Bereichen IT-Security, Cloud, Netzwerk und Rechenzentren dem ITK-Channel bieten. Themen rund um Einhaltung von Richtlinien und Gesetzen bei der Nutzung der neuen Angebote durch Reseller oder Kunden greift er ebenfalls gerne auf. Da durch die Entwicklung der vergangenen Jahre lukrative Nischen für europäische Anbieter entstanden sind, die im IT-Channel noch wenig bekannt sind, gilt ihnen ein besonderes Augenmerk.
Bis zu 68 Prozent derjenigen, die aufgrund der Corona-Krise im Home Office arbeiten, wollen nach der Krise nicht dauerhaft zurück ins Büro. Doch im Home Office fehlt es vielfach noch an Monitoren oder Zweitmobitoren sowie vernünftigen Notebooks und Security-Produkten.

Unternehmen müssen sich langfristig neue Gedanken über den digitalen Arbeitsalltag machen. Das legen die Ergebnisse von zwei repräsentativen Umfrage nahe, die Eset und Acer bei YouGov in Auftrag gegeben haben. Der Eset-Umfrage zufolge arbeiten derzeit 41 Prozent der Beschäftigten im Home Office. Davon wurden fast 70 Prozent erst durch die aktuelle Situation ins Home Office geschickt. Allerdings wollen über zwei Drittel (68 Prozent) aller derzeitigen Home-Office-Arbeiter nach dem Ende der Corona-Krise nicht mehr wie zuvor ins Büro gehen.

28 Prozent der Beschäftigten haben durch die Corona-Krise Homeoffice als Arbeitsplatz entdeckt,
28 Prozent der Beschäftigten haben durch die Corona-Krise Homeoffice als Arbeitsplatz entdeckt,
Foto: Eset

Der Acer-Umfrage zufolge arbeiteten im April 2020 gut ein Viertel (26 Prozent) der Deutschen derzeit von zuhause. 44 Prozent davon sehen bei der im Home Office verfügbaren Hardware gegenüber der Ausstattung im Büro Defizite. Dennoch möchten 75 Prozent der Befragten, die zur Zeit von zuhause aus arbeiten, dies auch nach der Corona-Krise weiterhin tun können.

Home Office wird von der Ausnahme zum Alltag

Unabhängig von den Unterschieden in den Ergebnissen der beiden Umfragen bliebt unterm Strich jedoch festzuhalten, dass - sofern es nach dem Willen der Beschäftigten geht - Home Office nach der Corona-Krise von der Ausnahme zum Alltag wird. Damit hat sich in weniger als einem halben Jahr die Meinung der deutschen Arbeitnehmer gründlich gewandelt.

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Noch Ende Dezember 2019 durften laut einer Bitkom-Umfrage 41 Prozent der Festangestellten von ihrem Arbeitgeber aus im Home Office arbeiten. Allerdings machten damals laut Bitkom 62 Prozent der Festangestellten mit Home-Office-Erlaubnis damals davon gar keinen Gebrauch. Nur 38 Prozent derjenigen, die das durften, arbeiteten bereits damals lieber in den eigenen vier Wänden oder mobil.

Die Corona-Krise hat die Digitalisierung in den Unternehmen beschleunigt und auch vielen Mitarbeitern ungewohnte Freiheiten in ihrer Arbeitswelt eingeräumt. Beim Thema IT-Sicherheit sehen wir bei Firmen noch einen gravierenden Nachholbedarf", erklärt Holger Suhl, Country Manager DACH bei Eset.
Die Corona-Krise hat die Digitalisierung in den Unternehmen beschleunigt und auch vielen Mitarbeitern ungewohnte Freiheiten in ihrer Arbeitswelt eingeräumt. Beim Thema IT-Sicherheit sehen wir bei Firmen noch einen gravierenden Nachholbedarf", erklärt Holger Suhl, Country Manager DACH bei Eset.
Foto: ESET Deutschland

Nun wünschen sich der Eset-Umfrage zufolge 68 Prozent aller Beschäftigten nach der Corona-Krise eine Lockerung der Home-Office-Regelungen. 29 Prozent wollen entweder mindestens einen Tag in der Woche von zu Hause arbeiten. 31 Prozent wollen flexibel entscheiden können, ob sie im Heimbüro oder in der Dienststelle tätig sind. Ein Arbeitsleben ganz ohne festen Arbeitsplatz im Firmengebäude können sich sogar acht Prozent der Mitarbeiter vorstellen.

In der Acer-Umfrage haben 46 Prozent der aktuellen Heimarbeiter vor der Corona-Krise noch nicht von zuhause aus gearbeitet. Hier wollen fast die Hälfte (48 Prozent) auch nach dem Ende der Pandemie zumindest teilweise weiter von zuhause arbeiten. 27 Prozent würden dann sogar am liebsten überwiegend vom heimischen Arbeitsplatz aus arbeiten und nur noch ausnahmsweise ins Büro gehen. Lediglich 22 Prozent kann der Arbeit zuause auf Dauer nichts abgewinnen.

Mangelhafte IT-Sicherheit im Home Office

Den Ergebnissen der Eset-Umfrage zufolge kommen Unternehmen auf Dauer also nicht umhin, ihren Mitarbeitern ein verändertes Arbeitsumfeld zu bieten. Und dazu sind erhebliche Investitionen erforderlich, denn derzeit ist die Ausstattung vielfach unzureichend. Nur 27 Prozent der Befragten wurden von ihrem Arbeitgeber mit kompletter Technik und Verhaltensrichtlinien für die Arbeit im Home Office ausgestattet.

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Ein Viertel der Befragten hat keinen IT-Leitfaden bekommen, was es im Heimbüro zu beachten gilt. "Die Ergebnisse sind erschreckend. Gerade der Einsatz einer VPN-Software sowie einer Multi-Faktor-Authentifizierung ist essenziell, um die Zuverlässigkeit des Unternehmensnetzwerks sicherzustellen. Benutzername und Passwort reichen in dieser Situation bei weitem nicht mehr aus", erklärt Eset-Manager Suhl.

30 Prozent der von Eset Befragten haben von ihrem Arbeitgeber entweder gar keine technische Ausstattung erhalten (16 Prozent) oder nutzen ihre privaten Geräte für berufliche Zwecke (14 Prozent). "Mit Blick auf die Datensicherheit und die Sicherheit des Unternehmensnetzwerks ist das grob fahrlässig. Im Schadensfall ist es zweifelhaft, ob zum Beispiel eine Cyber-Versicherung hier einspringt", warnt Suhl.

Home-Office-Neulinge vermissen Zweitmonitore und gute Notebooks

Die im Auftrag von Acer Befragten vermissen im "Büro zuhause" vielfach vernünftige Hardware. 40 Prozent derjenigen, die laut dieser Umfrage im Home Office arbeiten, gaben an, dass sie ihre Arbeit mit der zur Verfügung stehenden Hardware "nur teilweise so gut wie im Büro" erledigen können. 4 Prozent können ihren Aufgaben aufgrund der technischen Ausstattung sogar nicht gerecht werden.

Im Home Office arbeiten 71 Prozent der von Acer befragten mit einem Notebook. 20 Prozent würden ihren Arbeitsplatz zuhause als erstes bevorzugt mit einem Notebook oder einem neuen Notebook ausstatten.
Im Home Office arbeiten 71 Prozent der von Acer befragten mit einem Notebook. 20 Prozent würden ihren Arbeitsplatz zuhause als erstes bevorzugt mit einem Notebook oder einem neuen Notebook ausstatten.
Foto: Acer Computer

Im Home Office arbeiten 71 Prozent der von Acer befragten mit einem Notebook und 37 Prozent nutzen einen stationären Desktop-PC mit Monitor. Hier gibt es also offensichtlich eine Schnittmenge: 8 Prozent nutzen demnach beides. Über eine Computermaus verfügen 57 Prozent, über einen zusätzlichen Monitor 25 Prozent.

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Auf die Frage, mit welcher Hardware sie ihr Home Office ergänzen würden, nannten bei Acer 22 Prozent der Befragten einen zusätzlichen Monitor und 20 Prozent ein Notebook oder ein neues Notebook. Aus Sicht von Acer - die in dem Fall Händler sicher so als Empfehlung an ihre Kunden weitergeben können - sollte der Monitor am Arbeitsplatz auch zuhause mindestens eine Diagonale von 24 Zoll, besser noch 27 Zoll aufweisen und mindestens eine Full-HD-Auflösung erreichen. Wenn zuhause wie im Büro gearbeitet werden soll, muss auch die Ergonomie stimmen. Dazu empfiehlt Acer ein höhenverstellbares Modell. Mit einem USB Type-C-Anschluss sei der Monitor dann auch "universell einsetzbar".

Direkte soziale Kontakte und die einfachere Trennung von beruflichem und privatem Umfeld haben Beschäftigte laut der Eset-Umfrage in der Coronakrise erst richtig schätzen gelernt.
Direkte soziale Kontakte und die einfachere Trennung von beruflichem und privatem Umfeld haben Beschäftigte laut der Eset-Umfrage in der Coronakrise erst richtig schätzen gelernt.
Foto: Eset

"Es mussten von einem Tag auf den anderen Infrastrukturen geschaffen werden, die es Mitarbeitern erlauben, in den eigenen vier Wänden zu arbeiten. Improvisieren stand auf der Tagesordnung. Das gilt es, für die Zukunft auf stabile Füße zu stellen", empfiehlt Suhl daher. Dabei werden selbst Unternehmen, die vor Corona strikt gegen Home Office waren, umdenken und ihren Mitarbeitern künftig flexiblere Arbeitsmodelle einräumen müsse. Denn das Argument "Das geht gar nicht", wurde in den vergangenen Wochen in den allermeisten Fällen ein für alle Mal entkräftet.

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