"Blütentrainer" hilft

Vorsicht Falschgeld

Peter Marwan lotet kontinuierlich aus, welche Chancen neue Technologien in den Bereichen IT-Security, Cloud, Netzwerk und Rechenzentren dem ITK-Channel bieten. Themen rund um Einhaltung von Richtlinien und Gesetzen bei der Nutzung der neuen Angebote durch Reseller oder Kunden greift er ebenfalls gerne auf. Da durch die Entwicklung der vergangenen Jahre lukrative Nischen für europäische Anbieter entstanden sind, die im IT-Channel noch wenig bekannt sind, gilt ihnen ein besonderes Augenmerk.
Da Falschgeld nicht ersetzt wird, sollten Verbraucher und Kassenkräfte wissen, woran sie echte von gefälschten Euro-Scheinen unterscheiden können.
Echt oder Fälschung? Oft lässt sich das bei Euro-Scheinen schon leicht erkennen. Es gibt aber einige knifflige Fälle, für die man die Sicherheitsmerkmale besser kennen muss.
Echt oder Fälschung? Oft lässt sich das bei Euro-Scheinen schon leicht erkennen. Es gibt aber einige knifflige Fälle, für die man die Sicherheitsmerkmale besser kennen muss.
Foto: Mali lucky - shutterstock.com

Trotz einem Trend zu Zahlungen mit Karte oder Mobiltelefon ist Bargeld in Deutschland immer noch eine beliebte Zahlungsmethode. Laut einer Mitteilung der Deutschen Bundesbank haben Geldfälscher in Deutschland in der ersten Jahreshälfte 2022 insgesamt 19.789 "Blüten" in Umlauf gebracht. Das waren zwar erneut etwas weniger als im Vorhalbjahr, allerdings ist der Schaden durch Falschgeld erstmals seit Jahren wieder angestiegen. Es kann deshalb nicht schaden, sich damit auseinanderzusetzen, woran man Falschgeld erkennt und wie man am besten damit umgeht.

Fast jede zweite "Blüte" war - wie seit vielen Jahren schon - ein "falscher Fünfziger". Zugenommen hat zuletzt die Anzahl der gefälschten 100- und 200-Euro-Scheine. Hier ist also besondere Vorsicht geboten. Geldscheine genau unter die Lupe zu nehmen, erspart Bürgern erheblichen Schaden. Denn wer sich einen nachgedruckten Falschgeldschein unterjubeln lässt, bekommt keine Entschädigung. Gibt er ihn weiter, riskiert er zudem, sich wegen Falschgeldverbreitung strafbar zu machen.

Wer den Verdacht hat, eine "Blüte" in den Fingern zu halten, sollte umgehend die Polizei verständigen. Die empfiehlt, den oder die Scheine in einen Briefumschlag oder eine Papiertüte zu stecken. Grundsätzlich sollte erkanntes Falschgeld von möglichst wenig Personen angefasst werden, damit die Fingerabdrücke des Täters nicht vernichtet werden.

Doch wie erkennt man einen gefälschten Euro-Schein? Als Schnelltest hat sich das Prinzip "Fühlen-Sehen-Kippen" bewährt. Wie das funktioniert, erklärt zum Beispiel die Europäische Zentralbank. Auf deren Webseite heißt es:

  • Fühlen: Durch die Verwendung spezieller Druckverfahren erhalten die Euro-Banknoten ihre einzigartige Oberflächenbeschaffenheit.

  • Sehen: Betrachten Sie die Banknote gegen das Licht. Das Porträt-Fenster, das Wasserzeichen und der Sicherheitsfaden werden sichtbar.

  • Kippen: Beim Kippen der Banknote hängt es davon ab, aus welcher Serie der Schein stammt. Bei der ersten Serie wechseln sich auf der Vorderseite die Motive innerhalb des Hologramms ab. Auf der Rückseite verändert die Wertzahl ihre Farbe. Bei Banknoten der sogenannten "Europa"-Serie zeigt der Folienstreifen das Porträt der "Europa" in einem durchsichtigen Fenster und auf der sogenannten "Smaragdzahl" bewegt sich beim Kippen ein Lichtbalken auf und ab.

Um zusätzliche Sicherheitsmerkmale (Mikroschrift, bei UV-Licht oder Infrarot-Licht erkennbare Muster) zu identifizieren, benötigt man spezielle Hilfsmittel. Die Sicherheitsmerkmale der einzelnen Euro-Scheine im Detail erklärt die EZB hier.

Neben aufwändigen Fälschungen sind allerdings auch viele leicht erkennbare Fälschungen in Umlauf. Dazu gehören insbesondere Scheine, die sich bereits "falsch" anfühlen und mit dem Aufdruck "MovieMoney" unter der EU-Flagge auf der Vorderseite oder dem Aufdruck "Prop copy" oberhalb des Nennwertes auf der Rückseite versehen sind.

Mit einem unterhaltsamen und informativen Online-Training vermittelt de Deutsche Bundesbank Verbrauchern die erforderlichen Kenntnisse, um Falschgeld zu erkennen.
Mit einem unterhaltsamen und informativen Online-Training vermittelt de Deutsche Bundesbank Verbrauchern die erforderlichen Kenntnisse, um Falschgeld zu erkennen.

Die Deutsche Bundesbank weist zudem darauf hin, dass auf der Vorderseite echter Banknoten hervorgehobene Teile des Druckbildes als Relief zu fühlen sind. Allerdings sind 5- und 10-Euro-Banknoten und seit dem zweiten Halbjahr 2020 herausgegebene 20-Euro-Banknoten lackiert. Sie fühlen sich deshalb glatt und fest an.

Wer sich mit den Sicherheitsmerkmalen echter Banknoten und den Möglichkeiten zur Erkennung falscher Euro-Scheine näher vertraut machen will, kann dazu ein Online-Training der Bundesbank absolvieren. Das vermittelt zunächst die Grundlagen, informiert über den richtigen Umgang mit Falschgeld und erklärt alle Sicherheitsmerkmale. Anschließend kann man die erworbenen Kenntnisse in einem kleinen Test und mit einem Quiz mit zehn Zufallsfragen unter Beweis stellen.

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