Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Nein zum Microsoft OS

Warum Windows 10 nicht in die Tüte kommt

Kommentar  08.01.2018
Von Steven J. Vaughan-Nichols
Steven schreibt für unsere US-Schwesterpublikation Computerworld. Er beschäftigte sich bereits mit Business und Technologie als 300bps noch Highspeed war.
Microsofts aktuelles Betriebssystem mag seine Fans haben. Das ändert trotzdem nichts daran, dass Windows 10 großartig ist. Nicht.

In letzter Zeit höre ich aus meinem Freundeskreis immer wieder, dass Windows 10 das beste Windows aller Zeiten ist und man dumm sein muss, wenn man nicht endlich umsteigt. Da es sich um Freunde handelt, möchte ich nicht unbedingt unverschämt werden, aber: Nein. Absolut nicht. Und das hat auch Gründe.

Windows 10? Nein, danke. Und wir sagen Ihnen auch warum.
Windows 10? Nein, danke. Und wir sagen Ihnen auch warum.
Foto: ESB Professional - shutterstock.com

Win 10 ist nicht sicherer als Win 7

Ist Security Ihre größte Sorge? Dann sollten Sie wissen, dass Windows 10 nicht sicherer ist als Windows 7. Und letzteres kann mit Fug und Recht als hochgradig unsicher eingestuft werden. Es gab in diesem Jahr einige kritische Sicherheitsupdates für Microsofts Betriebssysteme und Win 10 hatte dabei mit denselben Problemen wie Win 7 zu kämpfen.

Zwar ist es richtig, dass in Windows keine ähnliche stupide Sicherheitslücke wie vor kurzem bei macOS aufgetaucht ist. Aber dass Microsofts Fuckup nicht ganz so eklatant war wie der von Apple macht die Sache auch nicht besser. Oder wie nennen Sie das, wenn Microsoft fleißig Security-Löcher in Windows 10 stopft, dieselben Lücken aber in Windows 7 klaffen lässt? Ich nenne das blöd. Richtig blöd. Und ja, mir ist bewusst, dass Microsoft jeden Menschen auf dieser Welt dazu bringen möchte, sobald wie möglich auf Win 10 zu wechseln, aber jetzt mal ganz ehrlich: Windows 7 soll offiziell bis zum 14. Januar 2020 mit Sicherheits-Updates versorgt werden.

Patching…Again…

Ich möchte den rasanten Release-Rhythmus und die kurzlebigen Support-Timelines von Windows 10 nicht mitmachen. Zwei große Updates - oder Service Patches wie ich sie immer noch nenne - pro Jahr sind eines zu viel. Ich kann einfach nicht garantieren, dass alles reibungslos funktioniert, wenn alle sechs Monate ein riesiges Update kommt. Und ich kenne auch keinen, der das kann.

Bei der Update-Flut im November 2017 war bereits die schiere Anzahl der zu behandelnden Probleme recht imposant anzusehen. Fast zwei Dutzend waren es am Ende. Sieht also ganz danach aus, als könnte Microsoft selbst ebenfalls nicht mit seinem Sechs-Monats-Update-Rhythmus Schritt halten. Die Probleme reichten dabei von "nebensächlich" (temporäre Dateien auf Windows Phones löschen führt zu einem Fehler) über "nervig" (Applikationen auf JavaScript-Basis können eventuell nicht gestartet werden) bis hin zu "haarsträubend" (Auf dem Bildschirm erscheint nach dem Booten nur der Cursor, ein Reboot ist alles was hilft).

Und dann gab es ja noch so "amüsante" Dinge wie Patches, die Epson-Matrixdrucker schrotteten. Sie wundern sich an dieser Stelle eventuell, warum solche Drucker überhaupt noch im Einsatz sind. Es gibt Unternehmen, die mehrere Kopien von gedruckten Dokumenten benötigen - Point-of-Sale-Terminals beispielsweise. Ob Sie es nun glauben oder nicht, Epson hat aktuell eine komplett neue Matrixdrucker-Familie im Programm. Jemand sollte Microsoft darüber informieren. Am besten per Fax.

Windows 10? Nein danke!

Ein Blick auf die Sicherheit von Windows 10 lässt ebenfalls wenig Spielraum, um zu frohlocken. Vor kurzem machte der CERT-Forscher Will Dormann per Twitter darauf aufmerksam, dass die ASLR-Implementation in Windows 10 als Sicherheitsmaßnahme "wertlos" sei:

Microsoft antwortete darauf in einem Blogpost und verneinte die Existenz eines Problems: "Das Konfigurations-Problem ist keine Sicherheitslücke, birgt kein zusätzliches Risiko und schwächt das Sicherheitsniveau der Applikationen nicht." Nur um einige Zeilen später zuzugeben, dass "CERT ein Problem mit dem Konfigurations-Interface des Windows Defender Exploit Guard aufgedeckt, dass derzeit die Aktivierung der ‚bottom up randomization‘ verhindert." Irgendwann kommt also vielleicht ein Patch - bis dahin vertröstet Microsoft mit Workarounds.

Mein Fazit: Windows 10 ist sicherlich ein gutes Betriebssystem, aber es ist weit davon entfernt, großartig zu sein. Für mich heißt das: Ich bleibe vorerst bei Windows 7. Und ich kann Ihnen das ebenfalls nur empfehlen. Denn bei Windows 7 weiß ich, was ich (zu erwarten) habe. Bei Windows 10 hingegen kommt jedes Zwangs-Update einem neuen Glücksspiel gleich. (fm)

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag unserer US-Schwesterpublikation Computerworld.

 

Horst Ulrich Köther

So haben wohl alle "neuen" Systeme ihre Tücken. Mein iPhone hat zum Beispiel sämtliche Paßwörter und Konfigurationen für Online-Zugänge vergessen, ja beim letzten Update. Von Windows 10 habe ich ja hier schon genug gelesen. Linux schläft beim Kopieren großer Datenmengen regelmäßig ein (braucht für die gleiche Datenstruktur mal eben die 20-fache Zeit.
Sie merken schon, meckern ist einfach - stimmt. Wer vor 20 Jahren von "Bananenprodukten" sprach, wird heute feststellen müssen, daß man das noch perfektionieren konnte. Funktionen meines Autos fallen einfach mal aus, beim nächsten Start geht's wieder - da soll ich mich auf selbstfahrende Autos freuen? Aber wen wundert's, bei dem Bildungssystem, bei dem allgemeinen Desinteresse. Es wird alles hingenommen, ich kann mich nicht mal ausnehmen, habe ich doch meinen Skoda mit Schummeldiesel gegen einen VW-GTE getauscht, weil die anderen Konzepte noch schlechter waren.
Es ist genau wie in der Politik, man wählt das geringste Übel, nicht den, den man haben möchte. So kauft man auch nicht mehr das beste Produkt - sondern eben das mit den geringsten Fehlern für den gedachten Zweck.

peter

Wenn ein Betriebssystem bei einem "Upgrade", und nichts anderes sind diese halbjährlichen "Updates", wie MS diese gern zur Verdummung seiner Nutzer nennt, darauf besteht einen Drittanbieter-Virenschutz deinstallieren zu lassen, damit das eigene "Upgrade" auch problemlos durchgeführt werden kann, der hat wesentlich mehr Probleme als es ihm selber bewusst ist.
Davon aber mal abgesehen, finde ich, das Windows 10 immer mehr zu einem Bloatware-System verkommt und die sogenannten "Upgrades" dazu verwendet werden um die eigenen Features wie Cloud; etc immer fester und zwingender den Nutzern aufzudrängeln. Teilweise lassen sich die vielen "nützlichen" Erweiterungen ja noch nicht einmal deinstallieren und fressen sinnlos die Systemressourcen auf. "Sie belegen ja keinen Speicher", werden aber dennoch im Hintergrund ausgeführt? Die Zwanghafte Verknüpfung mit einem MS-Konto hat man wieder aufgegeben, da dies auch einer der Gründe war, warum viele bei Win7 verblieben sind. Alle haben über die Kacheln von Win8.x gemeckert und nun sind die gleichen voller Lobes über genau diese, nur weil sie jetzt anders angeordnet sind? Das Prinzip: "Kachel" ist das gleiche und es werden einige Dienste dafür benötigt, die diese "verwalten" müssen. Ich verstehe diese ganzen Nutzer nicht.
Als Win10 heraus kam, war es das erste mal, das ich eine echte Alternative zu Apple, Google hat es bisher ja noch nicht auf den Desktop-PC geschafft, gesehen habe, gerade wenn man daran denkt Geräteübergreifend arbeiten zu müssen. Eine Home-Cloud in Win10 integriert und man musste sich nicht von MS vorschreiben lassen, was und vor allem wie viel man in die von MS gestellte Cloud speichern darf/kann und man hatte auch die Gewissheit, das kein Dritter die Daten verwerten konnte, es sei denn man wollte es oder hatte nur unzureichende Kenntnis dies zu unterbinden. Zwischenzeitlich hat man sich von der Mobilen Variante, also Smartphone, verabschiedet und als Alternative selbst eliminiert.
Für mich ist Win10 wirklich das "Letzte" Windows gewesen, das sie jemals herausgebracht haben. Was die digitale Zukunft im Home-Office bringt wird dann wohl doch von anderen bestimmt und entschieden, auch wenn diese teilweise ein größeres Übel darstellen.

comments powered by Disqus