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Router schneller machen

WLAN-Geschwindigkeit steigern - so geht´s

Thomas Rau ist Ressortleiter Hardware bei der PC-WELT. Sein Spezialgebiet sind Notebooks: Seit 1998 testet er Business- und Consumer-Laptops sowie andere mobile Geräte für unsere Schwesterpublikation. Zu seinen Themenbereichen gehören außerdem WLAN und Netzwerke.

Alte Router recyceln: So setzen Sie ihn als Access Point oder Repeater ein

Wenn Sie einen alten Router übrighaben, können Sie auch damit die WLAN-Reichweite verbessern. Er lässt sich als Access Point oder als Repeater einsetzen. Wenn der Alt-Router als Access Point arbeitet, steht er per LAN-Kabel oder Powerline-Verbindung mit dem Haupt-Router in Kontakt und spannt an seinem Standort ein zusätzliches WLAN auf, um Geräte ins Funknetzwerk zu bringen, die sich nicht mehr oder nur mit geringer Datenrate mit dem Hauptrouter verbinden können.

Einige Router können Sie per Menüeinstellung in den Access-Point-Modus schalten - Sie finden diese Option meist in den erweiterten Einstellungen. Hat der alte Router keine passende Einstellung, müssen Sie bei ihm DHCP abstellen, damit er eine IP-Adresse vom Hauptrouter bekommt. Schließen Sie dafür den alten Router per LAN-Kabel an einen Rechner an, der nicht mit dem Heimnetz verbunden ist, und melden Sie sich im Browser-Menü an.

Bei einer Fritzbox mit aktuellem Fritz-OS gehen Sie für den Access-Point-Modus zu "Internet -> Zugangsdaten" und wählen bei Internetanbieter "Anderer Internetanbieter" aus. Nun markieren Sie bei "Anschluss" die Option "Externes Modem oder Router" und bei "Betriebsart" den Eintrag "Vorhandene Internetverbindung mitbenutzen (IP-Client-Modus). Außerdem können Sie in den Verbindungseinstellungen die Internetgeschwindigkeit eintragen.

Ein älterer Router kann auch als WLAN-Repeater gute Dienste leisten. Allerdings unterstützen die meisten Router, die einige Jahre auf dem Buckel haben, nur das unsichere Verfahren WDS (Wireless Distribution System). Bei WDS können zwar Router unterschiedlicher Hersteller als Basisstation und Repeater zusammenarbeiten. Aber nur mit der inzwischen unsicheren Verschlüsselung WEP, weshalb Sie auf diese Variante verzichten sollten.

Deshalb haben einige Hersteller eigene Wege entwickelt: Fritzboxen von AVM, die mindestens mit Fritz-OS 5.50 laufen, können Sie als Basisstation und Repeater verbinden und dabei die Verbindung mit WPA2 schützen. Dazu legen Sie im Menü unter "WLAN -> Repeater" den Hauptrouter als Basisstation fest. Im gleichen Menü auf dem Router, der als Repeater dienen soll, markieren Sie "Repeater".

Eine ältere Fritzbox können Sie zusammen mit einem aktuellen Modell als Repeater einsetzen
Eine ältere Fritzbox können Sie zusammen mit einem aktuellen Modell als Repeater einsetzen

Powerline: Netzwerk über die Steckdose leiten

Powerline, Powerlan oder auch DLAN ist eine Kabelvernetzung, die für die Hauptdistanz die Stromleitung nutzt. Die kurzen Restwege übernehmen Ethernet-Kabel. Für angeschlossene Endgeräte, egal ob Linux, Windows oder Mac-OS, handelt es sich um eine Ethernet-Verbindung. Powerline ist aber auch eine effiziente Erweiterungshardware für optimales WLAN. Es kann das Ethernet durch schlichtes Einstecken eines Adapters in die Steckdose an jeden Ort der Wohnung verlegen und von dort spannt ein Powerline-Wi-Fi-Adapter oder ein an den Powerline-Adapter angeschlossener Access Point sein Funknetz auf.

Bei Powerline ist die Differenz zwischen der Bruttodatenrate und der Nettodatenrate besonders groß. Die derzeit schnellsten Adapter von AVM und Devolo mit 1200 MBit/s können selbst unter idealen Bedingungen nur ein Drittel abliefern - also 400 MBit/s. Auch das ist in der Praxis nicht annähernd der Fall, jedoch ist Fast-Ethernet-Geschwindigkeit mit etwa 100 MBit/s realistisch. Und je nach angeschlossenem WLAN-Sender am Ende der Powerline-Leitung ist dieser Durchsatz dann auch für ein - wirklich schnelles - Funknetz erzielbar.

Einrichtung von Powerline: Powerline-Adapter kommen in eine beliebige Steckdose. Der primäre Adapter erhält seinen Platz am besten in Routernähe und wird mit Ethernet-Kabel direkt mit diesem verbunden. Im Prinzip ist jede andere Stelle im Hausnetz denkbar, wo Sie einen Ethernet-Anschluss haben. Ein zweiter (dritter etc.) Adapter kommt in der Nähe des Endgeräts in die Steckdose. Die Ersteinrichtung erfolgt durch Drücken der Verschlüsselungstaste - erst auf dem primären Adapter, dann auf dem sekundären.

Für das Aufspannen des Funknetzes hängen Sie einen Access Point (siehe oben) an den Ethernet-Anschluss des Powerline-Adapters. Dies ist die optimale Lösung mit dem besten Durchsatz.

Es gibt aber auch eine kostengünstigere Alternative mit spezialisierten Powerline-Adaptern, die selbst als Access Point arbeiten, so etwa der Devolo 9076 DLAN 500 Wi-Fi Adapter (circa 60 Euro). Mit dieser Lösung erzielen wir im Test etwa 60 MBit/s, während die Kombination von Powerline und einem dedizierten Access Point etwa 100 MBit/s Durchsatz erreicht.

Konfiguration und Pflege: An normalen Powerline-Adaptern gibt es nichts zu konfigurieren. Powerline-Wi-Fi-Adapter bieten hingegen eine Konfigurationsoberfläche, die Sie mit der IP-Adresse des Adapters im Browser erreichen.

Hier legen Sie die Einstellungen wie SSID, WPA/WPA2 und das Kennwort unter "WLAN-Konfiguration -› Access Point" fest. Wir empfehlen zur besseren Kontrolle einen vom primären WLAN abweichenden SSID-Namen. Darüber hinaus bietet der Wi- Fi-Erweiterungsadapter wie ein Access Point in seiner Konfigurationsoberfläche Funktionen wie Gastnetz, Kindersicherung oder Zeitschaltung.

Powerline ist nicht Ethernet: Adapter von Devolo oder AVM laufen wochenlang ohne Störungen. Aber gelegentliche Aussetzer gibt es, insbesondere bei wenig genutzten Geräten. Einfache Abhilfe ist das Abstecken und Einstecken des Adapters.

Beamforming: Neue Technik für mehr Reichweite

Ein Router sendet normalerweise in alle Richtungen mit gleicher Signalstärke: Mit unseren Tipps zur Routerplatzierung, dem Ausrichten der Antennen oder der WLAN-Verlängerung per Repeater können Sie das Signal zwar in eine Richtung verstärken. Besser geht es allerdings mit Beamforming: Dabei schaltet die Router-Firmware die Antennen so zusammen, dass das Signal genau in Richtung der Gegenstelle strahlt.

Schon jetzt nutzen viele Router Beamforming: Dabei handelt es sich um das sogenannte Implicit Beamforming, bei dem der Router die Signalstärke ausrichtet und anpasst, und zwar anhand von Datenpaketen, die bei der Übertragung verloren gegangen sind. Dieses Verfahren ist allerdings nicht standardisiert – jeder Hersteller entwickelt es in Eigenregie. Obwohl es auch dann funktioniert, wenn es die Gegenstelle nicht unterstützt, haben Sie keine Garantie, dass sich dadurch die Verbindung tatsächlich verbessert.

Deshalb setzen aktuelle Router auf Explicit Beamforming: Diese Technik ist Teil des derzeitigen WLAN-Standards 802.11ac. Dabei sendet der Router spezielle Datenpakete an die Gegenstelle, um die Funkbedingungen zu testen. Durch die zurückgesendeten Pakete erkennt der Sender, wie er seine Antennen für optimales Beamforming einstellen muss. Dazu legt er gezielt Sendeleistung und Sendezeitpunkt der einzelnen Antennen fest, um das beste Signal in die Richtung der Gegenstelle zu schicken. Explicit Beamforming ist auch die Grundlage für MU-Mimo. Dabei kann ein Router mehrere Gegenstellen gleichzeitig mit Daten versorgen. Bisher konnte eine Übertragung an eine zweite Gegenstelle erst erfolgen, wenn die an die erste beendet war. Der Vorteil: Der gleichzeitige Datentransfer läuft schneller ab, dadurch wird der Funkkanal auch rascher wieder frei. Davon profitieren sowohl langsame 11ac-Geräte mit nur einer Antenne, zum Beispiel Smartphones und Tablets, weil sie der Router gleichzeitig bedienen kann und sie schneller wieder in einen Stromsparmodus wechseln können. Aber auch schnelle 11ac-Geräte gewinnen, weil die langsamen Gegenstellen den Funkkanal nicht mehr so lange belegen. Der Nachteil: Sowohl Router wie auch die WLAN-Clients müssen MU-Mimo beziehungsweise Explicit Beamforming unterstützen.