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Zehn Gründe, warum Firmen pleite machen

29.11.2001
Gescheiterte Unternehmen kennen nur zwei Ursachen für ihre Pleite: die miese Konjunktur und fehlendes Geld. Falsch sagt Karl Niehues* - es gibt mindestens zehn Gründe für einen Konkurs.

Da der gesunde Menschenverstand schwer beschreibbar und kaum jemandem beizubringen ist, sollen im Folgenden die zehn gravierendsten unternehmerischen Ursachen für eine Pleite dargestellt werden.

1. Kein marktfähiges Produkt

In der Idee und Umsetzung eines marktfähigen Produktes liegt die wesentliche Leistung des Unternehmers, bei der ihn andere nur unwesentlich unterstützen können. Marktfähig bedeutet: Mit den Verkaufserlösen des Produktes lassen sich die betrieblichen Kosten decken, und es bleibt genug Geld übrig, um davon privat leben zu können. Dies gilt für die Hightech-Branche genauso wie für den konventionellen handwerklichen Betrieb. Wie die Entwicklung am Neuen Markt zeigt, kann selbst durch den Einsatz von Millionenbeträgen für die Werbung die Marktfähigkeit eines Produktes kaum erreicht werden.

Über die Marktfähigkeit eines Produktes entscheiden auch nicht sogenannte "Business-Pläne", sondern ausschließlich der Markt. Dies haben die reichsten deutschen Unternehmer, die Gebrüder Albrecht, frühzeitig erkannt. Wie Veröffentlichungen zu entnehmen ist, haben sie kaum Zeit und Geld mit kostspieligen Budgetplanungssitzungen und anschließenden unerschöpflichen Soll-Ist-Abweichungs-Analysen vergeudet.

Es muss jedoch nicht nur bei der Gründung eines Unternehmens ein marktfähiges Produkt vorhanden sein. Es muss auch dafür gesorgt werden, dass das Produkt durch stetige Entwicklung wettbewerbsfähig bleibt. Wer kein marktfähiges Produkt hat, kann die Verluste nur durch einen möglichst schnellen Rückzug aus dem Markt begrenzen.

Erfolgstipp: Bei einem neuen Produkt gilt es, mit dem Mitteleinsatz vorsichtig zu sein; es ist ungewiss, ob es ein Treffer wird.

2. Zu hohe Privatausgaben

Viele Unternehmer glauben, sie hätten wie ihre Mitarbeiter Anspruch auf eine feste Vergütung oder noch schlimmer, sie könnten so luxuriös leben wie die Unternehmer in Fernsehserien. Aber: Der Unternehmer bekommt nur das, was übrig bleibt. Und dies ist - zumindest in der Anfangszeit - häufig weniger, als bei einer vergleichbaren Tätigkeit als Arbeitnehmer zu verdienen ist.

Es trifft heute zwar nur noch selten zu, dass der Unternehmer abends seine Kasseneinnahmen ausgibt, weil er glaubt, Umsatz sei gleich Gewinn. Heutzutage laufen die zu hohen Privatausgaben in Einzelunternehmen oder die zu hohen Geschäftsführergehälter in Gesellschaften meist bargeldlos über das Bankkonto. Die von Unternehmern angenommene Trennung zwischen Unternehmens- und Privatsphäre ist meist eine Illusion. Im Rahmen einer Einzelfirma beziehungsweise als persönlich haftender Gesellschafter besteht unbeschränkte Haftung. Bei einer GmbH ist in der Regel durch Bürgschaften die private Mithaftung gegeben.

Viele Unternehmer merken zu spät, warum die Bank großzügig Entnahmen für den Privatbereich gestattet. Letztendlich wird das eigene Einfamilienhaus aufgezehrt, weil es als Sicherheit für den zunehmenden Minussaldo dient.

Erfolgstipp: Niemals Pleite macht, wer Gewinne erzielt, und weniger als diese für Privatzwecke ausgibt.

3. Zu viele Mitarbeiter

In der Politik - aber auch an Biertischen - wird Unternehmern gerne vorgehalten, es sei unmoralisch, Mitarbeiter zu entlassen, um Gewinne zu erhalten. Diese angeblichen Wirtschaftsexperten kennen das Insolvenzrecht nicht. Es gibt keine Regelung, wonach ein Unternehmer gerettet wird, weil er viele Arbeitsplätze geschaffen und erhalten hat. Es ist eine interessante Frage, wie viele der von Existenzgründern geschaffenen Arbeitsplätze letztendlich vom Unternehmer und seinen Angehörigen durch Verlust ihres Privatvermögens bezahlt werden.

Durch rechtzeitige Entlassungen retten Unternehmer nicht nur ihren Betrieb, sondern auch die Arbeitsplätze der verbleibenden Mitarbeiter. Wer rechtzeitig entlässt, hat auch noch das Geld für eventuelle Abfindungen. Wem Abfindungen zu teuer sind, dem bleiben unnötige Personalkosten und das Pleiterisiko erhalten. Die Erfahrungen zeigen: Je früher bei sich abzeichnenden Problemen der Personalabbau beginnt, desto erfolgreicher sind die Unternehmer.

Wenn ein Unternehmer scheitert, weil er zu viele Mitarbeiter beschäftigt hat, spielt es keine Rolle,

- ob er aus sozialen Gründen oder wegen fehlender Durchsetzungskraft nicht rechtzeitig Mitarbeiter entlassen hat,

- ob er zu viele Mitarbeiter beschäftigt hat, weil er aufgrund fehlender Führungsfähigkeiten die Mitarbeiter nicht richtig einsetzen konnte,

- ob zu sehr an irgendwelche Motivationstheorien geglaubt wurde und zu wenig Wert auf Pflichtbewusstsein gelegt wurde.

Erfolgstipp: Stets mehr Arbeit als Köpfe, und nur die Anzahl an Mitarbeitern, zu deren Führung der Unternehmer in der Lage ist.

4. Forderungsausfälle

Von vielen Unternehmern werden Forderungsausfälle als Schicksal angesehen, dem man nicht entrinnen kann. Es wird übersehen: Zum Zusammenbruch führende Forderungsausfälle beruhen stets auf den gleichen unternehmerischen Fehlentscheidungen:

- Es wurden nicht genügend Informationen eingeholt.

- Warnende Hinweise wurden nicht beachtet.

- Es wurden keine Abschlagszahlungen erhoben.

- Trotz Zahlungsrückständen wurde weitergeliefert.

- Den unerschöpflichen Ausreden der Kunden wurde geglaubt.

- Bei risikoreichen Großgeschäften wurde keine Forderungsversicherung abgeschlossen.

Selbstverständlich ist kein Unternehmer vor Forderungsausfällen sicher, da nicht alle Geschäfte gegen Barzahlung oder mit Bankgarantie abgewickelt werden können. Allerdings liegt es wesentlich in der Hand des Unternehmers, in welchem Umfang er vom Schicksalsschlag des Forderungsausfalls getroffen wird. Ein Kreditversicherer wirbt damit: Es ist zehnmal einfacher, Umsatz zu machen, als sein Geld zu erhalten. Wer den Wahrheitsgehalt dieser Werbeaussage ernst nimmt, dürfte ein wesentlich geringeres Risiko an Forderungsausfällen haben.

Unternehmen mit wenig Forderungsausfällen beschäftigen sich bei der Auftragsannahme intensiv mit der Bonität des Kunden. Sie verzichten lieber auf einen Auftrag, als das Risiko eines Forderungsausfalles einzugehen. Krisenunternehmen sind in diesem Punkt wesentlich unkritischer. Jeden Auftrag betrachten sie als Strohhalm, der sie noch retten kann, und sie übersehen dabei, dass jeder Forderungsausfall sie der Pleite näher bringt.

Erfolgstipp: Der beste Auftrag ist der schlechte Auftrag, den man nicht annimmt.

5. Schulden machen

Zum Schulden machen werden viele Unternehmensgründer bereits durch die Förderkredite erzogen. Früher fragten sich die Existenzgründer: Was brauche ich unbedingt, und wie kann ich es bezahlen? Heute ist die Frage: Wieviel Fördermittel werden gewährt, und wie gebe ich sie aus? Viele Unternehmer merken zu spät, dass nicht günstige Zinsen, sondern die Höhe der zurückzuzahlenden Kredite entscheidend ist. Die Schuldenmentalität besteht jedoch nicht nur im großzügigen Aufnehmen von Krediten. Genauso gefährlich sind Leasingverträge, die angeblich nichts kosten und steuerlich noch vorteilhaft seien. Lang laufende Verträge sind ein wesentliches Problem, wenn Fehlentscheidungen kurzfristig korrigiert werden sollen. Darüber hinaus verursachen sie oft unproduktive Kosten, wie Miete Verwaltungsräume, Kfz-Leasing, EDV-Leasing et cetera, womit kein Geld verdient wird.

Auch die Gier nach Steuerersparnissen führt häufig zu unnötigen Schulden im Betrieb. In Krisenzeiten leidet der Unternehmer unter diesen Schulden und profitiert mangels Steuerzahlungen nicht mehr von den Abschreibungen und Zinsen. Nur wenigen Schuldenmachern gelingt es, in den Bereich der großen Pleitiers vorzudringen, für die gilt: kleine Schulden, große Sorgen - große Schulden, anderer Leute Sorgen.

Erfolgstipp: Reich ist nicht derjenige, der viele Schulden hat, sondern derjenige, der über viel eigenes Geld verfügt.

6. Bequemlichkeit

Bequemlichkeit kostet Geld. Für den Unternehmer gilt dies in vielen Bereichen. Vielen Existenzgründern ist es heutzutage unangenehm, wie viele erfolgreiche Unternehmer in früheren Zeiten in der Garage oder im Wohnzimmer zu starten. Es werden gleich teure Räumlichkeiten mit lang laufenden Verträgen angemietet und mit exklusivem Design ausgestattet.

Aber auch mancher klein gestartete Unternehmer wurde später vom Erfolg geblendet. Es heißt deshalb nicht umsonst: "Der Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes ist oft der Anfang vom Ende". Viel unnötiges Geld wird heutzutage auch im EDV-Bereich ausgegeben. Es wird mehr Wert auf Modernität als auf Effektivität gelegt. Insbesondere der durch unnötige oder nicht funktionierende EDV bedingte Zeitaufwand wird unterschätzt.

Viele Unternehmer finden es unbequem, Tätigkeiten auszugliedern und halten sich deshalb einen teuren Verwaltungsapparat oder nicht betriebsnotwendige Abteilungen. Aus Bequemlichkeit werden oft auch große Mengen Vorräte eingekauft und auf Lager gelegt. Dass dem aus Bequemlichkeit ausgegebenen Geld kaum ein Gegenwert gegenübersteht, zeigt sich spätes-tens dann, wenn der Insolvenzverwalter die Verwertung durchführt.

Erfolgstipp: Unternehmen gedeihen in Garagen und verderben in Palästen.

7. Glaube an Anfangsverluste

Auch hier ist der Neue Markt ein Musterbeispiel für Pleiteursachen. Viele Unternehmen haben so lange daran geglaubt, dass es sich um vorübergehende Anfangsverluste handelt, bis das Geld zu Ende und die Firma pleite war. Vom Glauben an vorübergehende Anfangsverluste sind jedoch nicht nur Unternehmensgründer betroffen. Auch manches althergebrachte Unternehmen ist bereits pleite gegangen, weil es zu lange darauf gesetzt hat, es befände sich in einer vorübergehenden Verlustphase.

In früheren Jahren mag die Theorie noch zugetroffen haben, dass auf magere Jahre auch wieder fette Jahre folgen. Wer heutzutage jedoch gegen Verluste nicht sofort etwas unternimmt, wird spätere fette Jahre nicht mehr erleben. Spätes-tens in der Krise trennt sich bei den Unternehmern die Spreu vom Weizen. Die einen handeln rechtzeitig, und durch den Lernprozess der Krisenbewältigung ist das Unternehmen gegen zukünftige Probleme stabiler geworden. Die anderen warten zu lange und kommen aus der Verlustzone nicht mehr heraus.

Erfolgstipp: Gewinn ist nicht alles, aber ohne Gewinn ist alles nichts.

8. Umsatzdenken

Viele Unternehmer übersehen, dass das Unternehmensziel nicht der Umsatz, sondern der Gewinn ist. Schon mancher Klein- und mittelständische Unternehmer hat sich über eine rasche Expansion - insbesondere durch Großaufträge - gefreut. Anschließend war er pleite, weil Folgeaufträge ausblieben oder die neu gewonnene Größe führungsmäßig nicht bewältigt werden konnte. Umsatzsteigerun-gen durch Unternehmenskäufe oder Beteiligungen enden oft mit einem Fiasko. Dies haben die Entwicklungen am Neuen Markt drastisch bestätigt.

Selbstverständlich kann ohne Umsatz kein Gewinn gemacht werden. Gefährlich ist es jedoch, wenn mit steigenden Umsätzen die Gewinne sich nicht mit erhöhen. Bei steigenden Umsätzen mit geringbleibenden Gewinnen ist es nur eine Frage der Zeit, bis die zunehmenden Kos-ten die Überhand gewinnen und das Unternehmen pleite ist.

Weshalb die Umsätze dann gesteigert wurden, spielt keine Rolle mehr:

- ob aus Größenwahnsinn; denn nur in Ausnahmefällen gelingt es, Unternehmen mit hohem Umsatz, aber ohne Gewinn, für viel Geld zu verkaufen.

- ob aus Sozialbewusstsein gegenüber den Mitarbeitern; nur in Ausnahmefällen werden Arbeitsplätze und der Unternehmer durch politische Maßnahmen gerettet.

Erfolgstipp: Wer oft ja sagt, macht viel Umsatz; wer regelmäßig auch mal nein sagt, macht viel Gewinn.

9. Fehlende Reservenbildung

Selbst der fähigste Unternehmer ist nicht davor geschützt, Fehlentwicklungen zu übersehen. Eine rasche Anpassung an geänderte Entwicklungen wird insbesondere durch die Arbeitsschutzgesetze erschwert. Aber auch lang laufende Mietverträge oder eine hoch finanzierte Betriebsausstattung sind erhebliche Risikofaktoren.

Leider nutzen viele Unternehmer gute Zeiten nicht dazu, Schulden abzubauen und finanzielle Reserven zu schaffen. Sie glauben Finanzgurus, die ihnen einreden, Schulden seien steuerlich vorteilhaft, da man die Zinsen steuerlich absetzen könne. Aufgrund von Steuerzahlungen ist jedoch noch kein Unternehmen pleite gegangen, soweit die Steuern fristgerecht gezahlt oder Nachzahlungen eingeplant wurden. Bei Nichtbezahlung der Zinsen über einen längeren Zeitraum dreht jedoch in der Regel die Bank den Geldhahn zu.

Erfolgstipp: Spare in der Zeit, dann hast du in der Not.

10. Vertrauen auf andere

Für Pleite gegangene Unternehmer sind immer die anderen an ihrem Debakel schuld,

- insbesondere die Banken, weil sie kein Geld mehr gegeben haben;

- die Kunden, weil sie die Produkte nicht zu angemessenen Preisen abnehmen;

- und die Mitarbeiter, weil sie nicht genug gearbeitet haben.

Musterhaft dargestellt hat dies ein Pleite gegangener Unternehmer in einem Buch, in dem er die Verursacher von A bis Z aufzählt. Leider geht er auf die wesentliche Ursache seiner Insolvenz nicht ein: sich selbst!

Die Hoffnung auf Rettung durch Unternehmensberater ist zwar in der Regel vergeblich, aber nie umsonst. Wer daran glaubt, dass andere für den Erfolg des Unternehmens sorgen, ist höchstens als Schönwetter-Kapitän geeignet. Bei Unterstützung durch gute Umstände und einer starken Konjunktur kann jeder als Unternehmer erfolgreich sein.

Erfolgstipp: Einsicht in die allei-nige Verantwortung ist der erste Schritt zur Besserung.

*Karl Niehues ist Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Lehrbeauftragter an der Universität Münster.

Der Beitrag erschien zuerst in der "Welt am Sonntag" vom 18. November 2001.

Lesetipps

Zwei Bücher zum Thema

Karl Niehues hat zwei Bücher zum Thema dieses Beitrags veröffentlicht. Beide können beim KMU-Institut in Münster unter der Faxnummer 02 51/89 76 74 bestellt werden:

- Unternehmenserfolg statt hausgemachter Unternehmenskrisen - Praktische Hinweise für Klein- und Mittelbetriebe. KMU-Institut Münster, 158 Seiten 58 Mark.

- Unternehmenslehre für Klein- und Mittelbetriebe - Gesunder Menschenverstand statt Managementtheorien. KMU-Institut, Münster, 292 Seiten, 75 Mark.

 

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