Unternehmensfinanzierung

Bessere Kapitalausstattung durch Debt-Equity-Swap

26.04.2008
Durch Umwandlung von Verbindlichkeiten in Eigenkapital können mittelständische ihre Eigenkapitalquote steigern und die Bilanzstruktur optimieren.

Durch einen so genannten Debt-Equity-Swap können mittelständische Unternehmen ihre Eigenkaptialquote steigern ohne dass neue Liquidität zugeführt wird. Das Prinzip ist folgendes: Durch die Umwandlung von Verbindlichkeiten in bilanzielles Eigenkapital bessern die Unternehmen ihre Kapitalausstattung auf und steigen ihre Gesamtfinanzierungsfähigkeit.

Dabei können Einlagen oder Gesellschafterdarlehen unter der Beachtung von gewissen Vorgaben in eigenkapitalähnliches Mezzanine-Kapital oder in Gesellschaftskapital in Form von Grund- oder Stammkapital umgewandelt werden. Zielt der Unternehmer beispielsweise darauf ab im Rahmen eines Debt-Equity-Swaps ein Gesellschafterdarlehen in Mezzanine-Kapital umzuwandeln, kann dies unter anderem durch die Vergabe eines Genussrechts oder durch eine stille Beteiligung geschehen. Damit es zu einer Zuordnung zum bilanziellen Eigenkapital kommt, muss folgendes beachtet werden: Die Kapitalüberlassung muss sich über einen längeren Zeitraum erstrecken, in der Regel mindestens fünf Jahre, außerdem muss das Kapital an Gewinnen und Verlusten beteiligt werden und der Unternehmer muss die Nachrangigkeit der Forderung anerkennen.

Rechtlich gesehen wird bei einem solchen Debt-Equity-Swap wie bei einer Beteiligung verfahren. Die Einlagen erfolgen dabei nicht durch Barzahlung, sondern durch eine Forderung gegen das Unternehmen. Da Gläubiger und Schuldner dabei identisch sind, kommt es zu einer Befeiung von den Verbindlichkeiten. Von Vorteil ist dabei, dass es rechtlich zu keiner Verschlechterung für den Gesellschafter kommt und auch die Stimmverhältnisse in der Gesellschaftsversammlung bleiben unangetastet.