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Bezahlen im Onlinehandel

Das müssen Onlinehändler über Kryptowährung wissen



Alexander Denninghaus ist Brandmanager bei der Berliner E-Commerce Agentur webcookies – digital bakery. Durch seine Erfahrungen im Print-Journalismus und seine mehrjährige Tätigkeit im Vertrieb & Marketing bei der shopware AG, verfügt er über ein fundiertes Wissen im Bereich Onlinehandel. Denninghaus setzt seinen Fokus auf die Themen Innovation und Trends der Zukunft im Bereich des eCommerce und Online-Marketing.
Das Verständnis, der Erwerb und die Transaktionen mit Kryptowährung und besonders Bitcoin scheinen zu fern und zu kompliziert. Doch müssen Onlinehändler zwingend die Technik hinter einer solchen Währung verstehen?

Seit der Einführung des Bitcoin steigt nicht nur der Kurs der digitalen Währung, sondern auch das Interesse an dieser und weiteren Kryptowährungen. Trotzdem sind das Ansehen und auch die Nutzung im eCommerce eher verhalten.

Vielleicht gehören Kryptowährungen wie Bitcoin schon bald genauso zu den Payment-Möglichkeiten in Onlineshops, wie Kreditkarte oder Devisen.
Vielleicht gehören Kryptowährungen wie Bitcoin schon bald genauso zu den Payment-Möglichkeiten in Onlineshops, wie Kreditkarte oder Devisen.
Foto: Jirus Malawong - shutterstock.com

Was geschaffen werden muss, ist Akzeptanz und mehr Anleitungen für Einsteiger. Wie die einzelnen Schritte im Hintergrund laufen, muss kein Händler verstehen. Schließlich trinken wir auch jeden Tag Milch und wissen auch nicht genau, wie die einzelnen Schritte von der Kuh bis ins Ladengeschäft vonstatten gehen. Ein ähnliches Beispiel ist die Herstellung von Autos. Auch hier sind die Nutzer nicht an der Entwicklung beteiligt und trotzdem sind die deutschen Autobahnen voll. Dies liegt daran, dass die Akzeptanz und der einfache Umgang heutzutage beigebracht werden. Nur, weil Kryptowährungen etwas Neues sind, müssen sie nicht zwingend schlecht sein.

Lesetipp: Blockchain revolutioniert Mobiliät: Verabschieden Sie sich von Ihrem Auto

Ruf von Kryptowährungen schreckt ab

Dass solche Währungen für kriminelle Geschäfte genutzt werden, ist unumstritten. Doch auch hier muss man hinterfragen, mit welcher Währung dies nicht passiert. Werden nicht auch jährlich falsche Dollar- oder Euroscheine gefertigt? Und kann es nicht sein, dass mit dem 100-Euroschein, mit dem ich mir gerade etwas gekauft habe, schon mal ein dubioses Geschäft getätigt worden ist?

Ein Bitcoin ist auch nicht anonymer als ein 500-Euroschein, denn auch auf diesem notiert der Besitzer nicht seine kompletten Kontaktdaten. Bezahle ich damit heute in Berlin, kann der Schein schon morgen in einem anderen Land gegen eine andere Währung getauscht werden und der Weg ist am Ende kaum noch nachzuvollziehen. Die erste bekannte Zahlung mit Bitcoins gegen ein Gut waren 2010 immerhin zwei Pizzen, die für gut 10.000 Bitcoins bestellt wurden und nicht, wie es vielleicht vermuten lässt, Waffen oder Drogen.

Im Zeitalter der Digitalisierung sollten gerade Onlinehändler nicht den Schritt scheuen, sich auf eine Kryptowährung einzulassen. Die Vorbereitungen sind auch nicht komplizierter als es bei der Eröffnung eines Bankkontos der Fall ist.
Ein sogenanntes Wallet, vergleichbar mit einem Konto oder einem Portmonee, wird bei einem Anbieter eröffnet und schon kann man es mit Bitcoins, die über Märkte oder durch Kunden eingenommen werden, befüllen. Dabei hat man pro Wallet eine Adresse, die man zur Bezahlung herausgibt und einen Schlüssel, mit dem man auf sein Depot zugreifen kann. Solche Wallets können sich Shopbetreiber auch bauen, eine fertige Lösung von einem Anbieter ist jedoch einfacher.

Das Prinzip ist also nichts Neues. Schließlich gibt man doch bei einer Überweisung auch seine Bankdaten raus und kann mit einer PIN darauf zugreifen. Auch bei PayPal hat ein Nutzer eine Adresse und greift online mit einem Passwort darauf zu. Da es sich bei der Adresse aber auch nur um ein Pseudonym handelt und alle Bitcoin-Transaktionen in der Blockchain dokumentiert werden, kann auch über kurz oder lang eine Identität hinter der Adresse herausgefunden werden.

Lesetipp: Blockchain im Einsatz

Muss ich im Shop eine Kryptowährung einsetzen?

Die Notwendigkeit einer Kryptowährung ist natürlich nicht gegeben. Aber was braucht ein Mensch heute schon? In der Theorie brauchen wir nicht mal ein Smartphone oder einen Computer und dennoch erleichtern sie uns die Arbeit. Dinge die uns das tägliche Leben erleichtern, werden natürlich auch entsprechend nachgefragt. Ähnliches kann auch bei Kryptowährungen der Fall sein.

Dadurch, dass sie nicht zentral über Banken gesteuert werden, sondern Transaktionen direkt zwischen zwei Parteien über das Internet getätigt werden, sind diese deutlich schneller und es gibt keine Transaktionsgebühren. Das ist unter anderem ein Grund, warum Banken diese Kryptowährungen scharf kritisieren.

Die Zahl der Onlineshopbetreiber, die Zahlungen mit Kryptowährungen anbieten, ist im Moment noch sehr begrenzt. Wer sich allerdings genauer mit dem Thema beschäftigt und die Vorteile erkennt, der kann seinen Shop definitiv um eine solide Paymentmöglichkeit ergänzen.

Verschafft man sich einen Überblick über die Skeptiker, so fällt schnell auf, dass besonders jene Menschen vor Kryptowährungen warnen, die bei einer zunehmenden Nutzung einen Verlust zu verzeichnen haben. Selbstverständlich gibt es auch hier gewisse Risiken, auf die man sich einlassen muss:

  1. Verlust der Zugangsdaten: Wer den sogenannten Private Key, also die Zugangsdaten zu seiner Adresse, verliert, der hat auch am Ende keinen Zugriff mehr auf sein Geld. Darum sollte man diese Zugangsdaten immer mit einem Backup oder einem Ausdruck gesichert haben. Doch in der realen Welt ist es auch nicht anders. Wer sein Portmonee verliert, der hat auch keinen Zugriff mehr auf das Geld, das in der Börse war.

  2. Der Kurs kann sinken: Ist ein Bitcoin heute tausend Euro wert, kann er im schlimmsten Fall deutlich sinken oder morgen schon hundert Euro mehr an Wert haben.
    Ausschlaggebend ist, wie so häufig, das Interesse, also die Anzahl der Menschen, die eine Nachfrage danach haben. Der Bitcoin hat nur den Wert, den die Menschen ihm geben. Auch dieses Beispiel lässt sich einfach auf den normalen Alltag übertragen. Ein 100-Euroschein ist auch nur ein bemaltes Stück Papier, dem von zentraler Stelle ein Wert zugemessen wird. Auch beim Gold wird nur der Wert zugemessen, den die Nachfrage generiert. Sowohl bei Währungen wie dem Dollar oder dem Euro, als auch bei Gold, kann der Kurs steigen oder sinken. Also gibt es auch hier eine große Gemeinsamkeit.

  3. Mögliche Deflation: Die Kursschwankungen des Bitcoins zum Beispiel sind in den letzten Jahren enorm. Darum kommt es vor, dass Besitzer auf ein Steigen des Kurses spekulieren und es keine Investitionen gibt. Aber hier könnte Vertrauensschaffung die Lösung sein. Sobald die Akzeptanz geschaffen wird und Transaktionen zum Alltag gehören, ist auch dieses Szenario eher unwahrscheinlich. Inflationen mit Banken-Währungen hingegen sind in der Geschichte schon häufig vorgekommen und eine Garantie, dass es solche in Zukunft nicht mehr geben wird, kann nicht gegeben werden.

Fazit

Kryptowährungen können für Onlinehändler eine gute und kostensparende Alternative zu den gängigen Paymentmethoden sein. Wer diese Möglichkeit wahrnimmt und eine Einrichtung vornimmt, der geht ein Stück weit auch mit dem technischen Fortschritt und stärkt auch das Vertrauen der Gesellschaft hinsichtlich dieser Zahlungsmethode. Es lohnt sich, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und sich umfangreich mit der Thematik zu beschäftigen.

Lesetipp: So muss eine Rechnungskauf-Lösung aussehen