Nachhaltiges Komponentenkonzept "Circular"

Erste Notebooks von Prime Computer

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Der Schweizer PC-Hersteller Prime Computer hat mit der PrimeBook-Circular-Reihe seine ersten Notebooks vorgestellt. Sie sind Bestandteil eines nachhaltigen, modularen Konzepts, bei dem Komponenten einfach getauscht und wiederverwendet werden können.

Nachhaltig produzierte PCs gibt es beim Schweizer IT-Hersteller Prime Computer schon länger. Bisher haben aber Notebooks im Portfolio gefehlt. Nun hat das Unternehmen aus St. Gallen mit den PrimeBooks die ersten eigenen Notebooks angekündigt.

Mit der PrimeBook-Familie bringt Prime Computer seine ersten Notebooks auf den Markt. Damit führt der Schweizer Hersteller auch sein nachhaltiges, modulares Konzept „Circular“ ein, das auf wiederverwendbare Komponentenmodule basiert.
Mit der PrimeBook-Familie bringt Prime Computer seine ersten Notebooks auf den Markt. Damit führt der Schweizer Hersteller auch sein nachhaltiges, modulares Konzept „Circular“ ein, das auf wiederverwendbare Komponentenmodule basiert.
Foto: Prime Computer

Die neuen PrimeBooks sind jedoch keine gewöhnlichen Notebooks von der Stange. Dahinter steht ein neues Konzept des Herstellers, was sich auch im Beinamen "Circular" widerspiegelt. Ein wesentliches Merkmal des PrimeBook Circular sind die leicht austauschbaren Computermodule, die CPU, GPU, WLAN und RAM enthalten. Zudem kann die Speicherkapazität auf bis zu 1 TByte konfiguriert werden. Dass Notebooks mit neuen Komponenten aufgerüstet werden können, ist nicht neu. "Das Neue ist, dass diese Module rückwärtskompatibel sind. Man kann gebrauchte Produkte, beispielsweise nach einer Laufzeit von drei Jahren mit neuen Modulen auf den neusten Stand der Technik bringen", erläutert Karl Tucholski, Managing Director Germany & Austria bei Prime Computer. So lassen sich die Geräte an die aktuellen Anforderungen wie mit der nächsten CPU-Generation anpassen oder mit Anforderungen von Anwendungen und Software auf den aktuellen Stand bringen und weitere Jahre benutzen.

Reseller können Upgrades durchführen

Da Prime Computer sich eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft auf die Fahnen geschrieben hat, sollen die ausgebauten Komponentenmodule dann in anderen Devices und Anwendungen, bei denen die Anforderungen nicht so hoch, sind eingesetzt werden. Dabei kann laut Tucholski der Fachhandelspartner seinen Beitrag leisten: er kann das Upgrade oder das Remanufactoring auch selbst durchführen. "Der Fachhandel wird dazu geschult und kann dies dann auch als Dienstleistung vermarkten", verspricht der Managing Director. Prime Computer nimmt die ausgetauschten Module zurück und bei Neukauf wird dazu ein Rabatt auf die neuen Module gegeben. "Wir setzen diese Module, wenn notwendig nach Aufbereitung, in anderen Devices wieder ein und vermarkten diese Produkte dann mit spezifischem Hinweis in entsprechenden Märkten", erklärt Tucholski.

Wenn jedoch beim Vertrieb eines Neugerätes der Aufwand geringer und die Margen höher sind als bei der Aufrüstung gebrauchter PCs, wird es nicht einfach sein, Fachhandelpartner davon zu überzeugen, sich an dem modularen Kreislaufkonzept zu beteiligen. "Die Marge absolut wird bei Verkauf von Neugeräten wahrscheinlich höher sein", räumt Tucholski ein. Es könne aber nur eine Zukunft geben, wenn Industrie und Unternehmen bei den zur Verfügung stehen Ressourcen umdenken. "Unsere Kunden können mit unseren Lösungen Ihre Umwelt-Fußabdruck verringern, Energie und Ressourcen sparen, aber auch nachweislich Kosten verringern ohne Kompromisse in Bezug auf Leistung und Benutzerfreundlichkeit eingehen zu müssen", verspricht er. Zudem zählen die mit der Aufrüstung realisierten Umsätze in die Zielerreichen im Rahmen des Partnerprogramms ein.

Karl Tucholski, Managing Director Germany & Austria bei Prime Computer, hofft für das neue „Circular“-Konzept auf Kunden, die besonderen Wert auf Produkte legen, die nicht nur nachhaltig produziert sind, sondern auch eine möglichst lange Lebensdauer haben.
Karl Tucholski, Managing Director Germany & Austria bei Prime Computer, hofft für das neue „Circular“-Konzept auf Kunden, die besonderen Wert auf Produkte legen, die nicht nur nachhaltig produziert sind, sondern auch eine möglichst lange Lebensdauer haben.
Foto: Prime Computer

ADN unterstützt das Konzept

Beim Prime-Computer-Distributor ADN sieht man das ähnlich. "Die Zeiten, in denen Unternehmen ganze IT-Hardwaresysteme entsorgen mussten, nur weil ein einziges Teil darin veraltet war, sind endgültig vorbei und der Verschwendung intakter Komponenten wie Gehäuse, Display oder Akku ist nun Einhalt geboten. Die Modularität der Prime Computer-Systeme ist nicht nur gut für Natur und Umwelt, sondern schont langfristig auch den Geldbeutel der Unternehmenskunden unserer Reseller", meint Hermann Ramacher, geschäftsführender Gesellschafter bei ADN. Er sieht durch die Möglichkeit, Komponenten noch im Nachhinein zu verkaufen, neue lukrative, langfristige Geschäftsmöglichkeiten. "Zudem tut es der Kundenbindung gut, wenn aufgrund der Modularität des PrimeBook Circular die Geschäftsbeziehung nicht beim Laptopkauf endet", betont der ADN-Chef.

Die ersten PrimeBooks Circular kommen im Gehäuse aus eloxiertem Aluminium mit einem Glas-Trackpad, Fingerabdruckleser und HD-IR-Kamera. Es stehen verschiedene Intel-Prozessoren von Celeron 6305 bis Core i7-1185G7 zur Auswahl. Das Circular-Konzept soll sich dabei nicht nur auf die Notebooks beschränken. Nach der Einführung der PrimeBooks sollen dann auch die kompakten PrimeMini-PCs folgen.

Lesen Sie auch:

Nachhaltigkeit: Der Channel muss seiner Verantwortung gerecht werden

Schweizer PC-Hersteller: Prime Computer stellt Partnerprogramm vor

Mini-PCs und Server: ADN vertreibt Prime Computer

Zur Startseite