Microsoft-Mitbegründer Paul Allen

Lob für Windows 8, aber auch Kritik

Panagiotis Kolokythas arbeitet seit Juni 2000 für pcwelt.de. Seine Leidenschaft gilt IT-News, die er möglichst schnell und gründlich recherchiert an die Leser weitergeben möchte. Er hat den Überblick über die Entwicklungen in den wichtigsten Tech-Bereichen, entsprechend vielfältig ist das Themenspektrum seiner Artikel: Windows, Soft- und Freeware, Hardware, Smartphones, soziale Netzwerke, Web-Technologien, Smart Home, Gadgets, Drohnen… Er steht regelmäßig für PCWELT.tv vor der Kamera und hat ein eigenes wöchentliches IT-News-Videoformat: Tech-Up Weekly.
"Kühn", "innovativ" und "ein evolutionärer Meilenstein": Microsoft-Mitbegründer Paul Allen äußert sich ausführlich zu Windows 8. Kritik gibt es aber dennoch.
Paul Allen hat zusammen mit Bill Gates Microsoft gegründet und war von 1975 bis 1983 im Vorstand. Danach betätigte er sich hauptsächlich als Geschäftsmann und Teambesitzer im nordamerikanischen Profisport.
Paul Allen hat zusammen mit Bill Gates Microsoft gegründet und war von 1975 bis 1983 im Vorstand. Danach betätigte er sich hauptsächlich als Geschäftsmann und Teambesitzer im nordamerikanischen Profisport.
Foto: Christian Toepfer

Microsoft-Mitbegründer Paul Allen hat in einem äußerst ausführlichen Blog-Eintrag auf seiner Website öffentlich seine Meinung zu Windows 8 geäußert. Demnach habe er bereits die Vorabversionen von Windows 8 ausgiebig im Einsatz und ihm gefalle das neue Windows.

Laut Allen handele es sich bei Windows 8 um einen "evolutionären Meilenstein" in der Entwicklung von Windows, weil es Windows auf unterschiedlichen Plattformen vereine. Vor allem die neuen Funktionen beim Einsatz von Tablets seien "kühn und innovativ". Allen zeigt sich auch beeindruckt von der "cleveren Integration" von Tablet- und Desktop-Funktionen in einer Oberfläche. Unterm Strich sei Windows 8 flotter und reagiere schneller als Windows.

Allen räumt allerdings auch ein, dass die neue Oberfläche die bisherigen Windows-Nutzer irritieren könnte. Vor allem weil Applikationen und Dateien sowohl im Desktop- als auch im Tablet-Modus geöffnet und in einigen Fällen auch genutzt werden könnten. Windows 8 setze daher eine kleine Eingewöhnungszeit voraus, in der sich die Anwender mit der neuen Oberfläche vertraut machen müssten.

Allen kritisiert außerdem, dass es nicht möglich sei, Windows 8 im Desktop-Modus zu starten. "Das Ziel muss gewesen sein, die Leute dazu zu ermuntern, sich mit dem Windows-8-Stil zu akklimatisieren", so Allen. Dieser Design-Ansatz könnte aber die User, die sich nicht mit dem neuen Interface von Windows 8 abfinden möchten, als Einladung dazu dienen, bei Windows 7 zu bleiben.

Als Beispiel für ein eher wenig intuitives Element der neuen Oberfläche von Windows 8 nennt Allen die Charm-Leiste, die eingeblendet wird, wenn man mit dem Mauszeiger in die rechte obere Desktop-Ecke wandert oder mit einer Wischbewegung. In der Charm-Leiste finden sich eine Reihe von wichtigen Befehlen, wie etwa "Suchen", "Teilen", "Geräte" und "Einstellungen". Je nach geöffneter Metro-App werden in der Charm-Leiste auch dazu passende Befehle angezeigt. Allen kritisiert, dass dem Anwender auf dem Display keine visuellen Signale dafür gegeben werden, wo sich die Charm-Leiste befindet und wie sie sich aufrufen lässt.

Allen äußert auch Kritik daran, dass sich Metro-Apps zwar auf Tablets leicht schließen lassen, das Schließen dieser Apps auf Desktop-Rechnern mit Maus- und Tastatursteuerung aber eher umständlich ausfalle. Dazu muss man bei geöffneter Metro-App den Mauszeiger über den oberen Bildschirmbereich fahren, warten bis der Mauszeiger zur Hand wird und dann mit gedrückter linker Maustaste den gesamten Bildschirm nach unten ziehen.

Was Distributoren und Systemhäuser in Deutschland von Windows 8 erwarten, können Sie in unserem Beitrag "Zwischen Euphorie und Ungewissheit" lesen. (tö)