Herausforderungen der Remote-Kommunikation

Über ein Jahr Corona – neue Chancen für den Channel



André Schindler gründete als General Manager EMEA bei NinjaRMM die EMEA-Niederlassung in Berlin und baute sowohl den Vertrieb als auch den Service in Europa auf. Als Vice President Strategic Partnerships verantwortet er die strategischen Geschäfts- und Technologiepartnerschaften einschließlich der Planung und Ausführung von Go-to-Market-Strategien. Vor seinem Einstieg bei NinjaRMM wirkte André Schindler neuneinhalb Jahre in unterschiedlichen leitenden Funktionen für TeamViewer in den Bereichen Vertrieb, Konzernentwicklung, Value Creation und Strategische Partnerschaften. An der Universität Bayreuth studierte er Bioingenieurwissenschaften mit Schwerpunkt Medizintechnik und Medikamentendesign.

 
Corona hat die Arbeitswelt deutlich verändert und Remote Work ist inzwischen gängige Praxis in den allermeisten Organisationen. Diese Entwicklung bringt zentrale Herausforderungen in den Bereichen Unternehmenskultur, Kommunikation und Sicherheit mit sich. Führungskräfte haben diverse Möglichkeiten, damit professionell umzugehen.
Die verstäkrte Home Office-Nutzung hat auch zu mehr "Schatten-IT" ("Shadow IT") geführt.
Die verstäkrte Home Office-Nutzung hat auch zu mehr "Schatten-IT" ("Shadow IT") geführt.
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Seit Beginn der Pandemie hat sich in Unternehmen viel getan: Die neuen Prozesse durch dezentralisierte Arbeitsplätze haben eine integrative und kollaborative Zukunft eingeläutet. Aufgrund der Remote-Arbeit haben sich die Talentpools erweitert und Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen erhalten nun die Chance, ihr Know-how in Teams einzubringen. Die Anforderungen an kreative Problemlösungen sind gestiegen. Mitarbeiter möchten sich selbst verwirklichen und ein Gefühl für die eigene Arbeit entwickeln. Die sich verändernde Dynamik der Arbeitsweisen sollten Unternehmen als Chance sehen. Doch insbesondere die Verwaltung von Fern-Arbeitsplätzen und wechselnden Teams sowie das Management von Sicherheitsrisiken in IT-Strukturen stellen Unternehmen vor enorme Herausforderungen.

Aufstieg der Freelancer

Hochqualifizierte junge Menschen wenden sich zunehmend der Freiberuflichkeit zu, um ihr Arbeitsleben zurückzuerobern und mehr Geld zu verdienen. Die Nachfrage nach Freelancern war noch nie so groß wie jetzt. Aus Business-Perspektive kann die Beauftragung eines spezialisierten Freiberuflers ein echter Vorteil für Unternehmen sein - insbesondere, wenn er potenzielle Lücken im Team schließen kann. Darüber hinaus kann ein flexibler Freelancer Probleme von einem anderen Standpunkt aus betrachten, was bei der Bewältigung taktischer Projekte und für die Identifikation von Wachstumspotenzialen hilfreich ist. Die Herausforderung besteht darin, die Freiberufler in die bestehende Unternehmenskultur zu integrieren, um ein harmonisches Miteinander sicherzustellen und langfristige Beziehungen zu pflegen.

Denn Freelancer passen nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristig in die Wachstumspläne vieler Organisationen. Die Pandemie hat gezeigt, dass es für Unternehmen problemlos möglich ist, ihre Mitarbeiter von überall arbeiten zu lassen und dennoch ein Zusammengehörigkeitsgefühl im Team aufrechtzuerhalten. Genau diesen Ansatz sollten sie auch für Freiberufler verfolgen, die das Unternehmen unterstützen. Die vollständige Integration von Freelancern in die Arbeitsabläufe und Abteilungen bietet die große Chance, deren Leistung und Kreativität effektiv zu steigern.

Herausforderungen bei der Remote-Kommunikation

Laut einer Umfrage von Pew Research über sich verändernde Arbeitstrends gaben fast ein Viertel der Befragten an, seit dem Beginn der Pandemie weniger zufrieden mit ihrem Job zu sein. Der Grund liegt häufig in mangelnder Kommunikation. Führungskräfte sollten sich bewusst machen, dass sich eine erfolgreiche Kommunikation im Home-Office stark von dem gewohnten Miteinander im Büro unterscheidet. Erfolgreiche Kommunikation zwischen Remote-Teams bedeutet, Prozesse ständig zu evaluieren und zu verbessern. Die Ursache vieler Probleme liegt in Missverständnissen über Prioritäten und erwartete Reaktionszeiten. Diese unklarheiten können zu Frustrationen oder gar Burnouts führen und zu größeren Problemen für die gesamte Organisation heranwachsen, wenn sie unbehandelt bleiben.

Um die Herausforderungen der Remote-Kommunikation in den Griff zu bekommen, sollten Unternehmen einen Rahmen zur Planung und Priorisierung von Aufgaben implementieren. Digitale Tools gibt es heutzutage sehr viele und Mitarbeiter verwenden wahrscheinlich schon einige davon, um ihre Arbeitsabläufe zu verwalten. Verantwortliche sollten diese Chancen nutzen, um neue Strukturen in die Teamarbeit zu implementieren. Aber das allein wird das Problem nicht dauerhaft lösen: Führungskräfte müssen mit gutem Beispiel vorangehen und zeigen, wie man Tools zur Kommunikation und Priorisierung korrekt einsetzt, damit jeder Einzelne davon profitiert.

Entwicklung einer Sicherheitskultur

Seit Mitarbeiter vermehrt im Home-Office arbeiten, haben es Cyberkriminelle zunehmend auf diese Remote-Arbeitsplätze abgesehen. Den Mitarbeitern fehlt die Sicherheit, die sie vorher im Büro hatten. Obwohl es unmöglich ist, jederzeit vor Cyberattacken geschützt zu sein, kann eine durchdachte und gelebte Sicherheitskultur helfen, die Risiken zu minimieren. Entscheidend ist dabei, dass die Kommunikation zwischen der IT-Abteilung und den Fachabteilungen verbessert wird, um gegenseitiges Verständnis und Sensibilität zu fördern.

Veränderliche Bedrohungen erfordern ständige Aufmerksamkeit. Viele Unternehmen können bei der Sicherheitsschulung ihrer Mitarbeiter weit zurückfallen, zeigt ein aktueller Bericht über Schatten-IT . Fast ein Drittel der Mitarbeiter an Fern-Arbeitsplätzen haben im letzten Jahr keine Sicherheitsschulung erhalten. Mangelnde Kommunikation führte zu riskantem Verhalten, wie beispielsweise der Verwendung nicht genehmigter Soft- und Hardware auf Firmengeräten. Diverse Cyberangriffe haben gezeigt, dass schon kleine Nachlässigkeiten fatale Folgen haben können. Ein schwaches Passwort kann sich schnell zu einem verheerenden Risiko für das gesamte Unternehmen entwickeln.

Nur durch einen offenen Dialog über Sicherheitskonzepte können Führungskräfte Bedrohungen stoppen, bevor sie entstehen. Verständliche Richtlinien und regelmäßige Kontrollen sowie eine transparente Kommunikation können Risiken erheblich reduzieren. Wenn Prozesse und Vorgaben für alle Mitarbeiter verständlich sind, wird Sicherheit zum festen Bestandteil der Unternehmenskultur.

Herausforderungen annehmen, um erfolgreich zu sein

Unternehmen haben im letzten Jahr gelernt, wie sich Arbeitsweisen verändern. Dieser Prozess brachte einerseits Vorteile in Form von Investitionen in Technologie mit sich. Andererseits belasten verschiedene Herausforderungen sowohl die Mitarbeiter als auch die Unternehmenskultur. Da dezentralisierte Arbeitsmodelle auch in der Zukunft relevant sein werden, liegt es in der Verantwortung von Teamleitern und Führungskräften, mit gutem Beispiel voranzugehen. Es geht darum, die Kommunikation zu optimieren und Raum für einen offenen Dialog zu schaffen. Die Anpassung an diese Herausforderungen und deren Bewältigung mag schwierig sein, aber wenn Führungskräfte diese Aufgabe meistern, investieren sie in die Zukunft ihres Unternehmens und schaffen eine produktive Umgebung für alle.

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