Stationärer Handel in Corona-Not

Bitkom empfiehlt digitale Vertriebswege

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Der stationäre Fachhandel leidet besonders unter der Corona-Krise. Der Branchenverband Bitkom rät den ITK-Resellern mit Ladengeschäft, stärker auf digitale Vertriebskanäle zu setzen. Zudem verweist der Verband auf staatliche Hilfsangebote.

Die Einkaufsstraßen in den Städten sind verwaist. Wer bisher sein Geschäft hauptsächlich im Ladenlokal gemacht hat, leidet besonders unter der Situation. Covid-19 hat das öffentliche Leben nahezu zum Erliegen gebracht. Nun brechen dem Einzelhandel die Einnahmen weg. Mieten, Gehälter und andere laufende Kosten müssen aber weiterhin bezahlt werden. So stehen nicht nur die Jobs der Mitarbeiter auf dem Spiel. Für viele Ladenbesitzer geht es jetzt ums nackte Überleben.

Unter www.bitkom.org/Themen/Corona/Handel-Corona hat der Branchenverband Bikom Tipps für den Handel in Zeiten der Corona-Krise zusammengestellt. Das Angebot soll in den kommenden Tagen und Wochen kontinuierlich ausgebaut werden.
Unter www.bitkom.org/Themen/Corona/Handel-Corona hat der Branchenverband Bikom Tipps für den Handel in Zeiten der Corona-Krise zusammengestellt. Das Angebot soll in den kommenden Tagen und Wochen kontinuierlich ausgebaut werden.

Beim Branchenverband Bitkom, der damit auch die Interessenvertretung des ITK-Handels wahrnimmt, ist man sich des Problems bewusst. Patentrezepte gibt es dort aber auch nicht. Florian Lange, Bitkom-Referent Handel & Logistik, vermutet die besten Überlebenschancen in der Ausweitung des Geschäftsmodells auf digitale Vertriebswege. "Handel muss nicht zwangsläufig in einem Ladengeschäft stattfinden - diese Erkenntnis ist während der Corona-Krise notwendiger denn je", erklärt Lange gegenüber ChannelPartner.

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Einen besonders schnellen Zugang zum Online-Geschäft sieht er in den einschlägigen eCommerce-Plattformen. "Deren Reichweite ist immens. Gerade auch lokale Händler können hier ihre Produkte verkaufen", erläutert der Bitkom-Referent. Lange sieht zudem Vorteile im bereits vorhandenen, umfangreichen potenziellen Kundenstamm und den fehlenden geographischen Grenze. Darüber hinaus sei es relativ einfach und unbürokratisch, sich als Händler auf großen Plattformen zu registrieren.

Dauerhafte Online-Präsenz aufbauen

In einem weiteren Schritt rät Lange zum Aufbau einer eigenen, dauerhaften Online-Präsenz. "Auch hier gibt es zahlreiche Anbieter, bei denen man sich einen Online-Shop günstig und ohne weitreichende Vorkenntnisse nach dem Baukastenprinzip zusammenstellen kann", weiß der Bitkom-Spezialist. Gleichzeitig sollten sich Händler unbedingt vernetzen und an Webinaren teilnehmen. Hier gebe es wertvolle Unterstützung und Informationen.

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Staatliche Hilfen in Anspruch nehmen

Allerdings wird selbst mit mehr Online-Geschäft die Luft für viele Händler dünn, das ist auch Lange bewusst: "Zuletzt empfiehlt sich natürlich, die staatlichen Hilfsangebote auszuschöpfen", meint der Handel & Logistik-Referent. Er verweist auf die Online-Seiten mit umfassenden Informationen des Bundesarbeits- und Bundeswirtschaftsministeriums.

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Lange erwartet, dass Händler mit einem breiten Online-Angebot langfristig die besten Chancen haben, aus der Krise als Gewinner hervorzugehen. "Die Krise wird das Konsumverhalten der Menschen verändern", glaubt er. Wer jetzt verstärkt online bestelle, wird dies auch künftig weiterhin tun. "Der Anteil des Online-Handels am Gesamthandelsvolumen wird durch diese Tendenz klar steigen", prognostiziert der Bitkom-Referent. Profitieren werden auch digitale Lagertechnologien und intelligente Systeme, um Lieferengpässe zu vermeiden und dynamisch auf Kundenpräferenzen zu reagieren.

"Diese Technologien werden künftig sicherlich häufiger eingesetzt und nachgefragt. Wir raten daher jedem stationären Händler, jetzt schnell sein Geschäftsmodell auf den digitalen Prüfstand zu stellen, um die Herausforderungen der Krise zu meistern", bekräftigt Lange. Wer dies jetzt befolge, werde auch nach der Krise nicht mehr nur im rein stationären Handel, sondern auch online aktiv sein. Das gelte auch für kleine, lokale Händler. Dabei gehe es auch darum, etwa digitale Kassensysteme oder die Möglichkeit, eine Zahlung mit Karte oder per Smartphone anzubieten.

Corona-Krise

Neben einer allgemeinen Seite mit Informationen, Handreichungen und Online-Seminaren (www.bitkom.org/corona) hat Bitkom auch eine Sonderseite für den Handel aufgesetzt (www.bitkom.org/Themen/Corona/Handel). Das Angebot soll in den kommenden Tagen und Wochen kontinuierlich ausgebaut werden.

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