Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Online-Handel

Drei Trends bei der Webseitenoptimierung

Frank Piotraschke gilt als erfahrener Branchenexperte der digitalen Medienwelt und leitet seit November 2015 als Head of Sales DACH die Geschäfte von Optimizely in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die letzten fünf Jahre verantwortete er die Geschäfte bei dem Webanalysespezialisten AT Internet für die Regionen DACH, Osteuropa & Russland. Davor war der studierte Diplomkaufmann als Head of Business Development bei AT Internet tätig. Begonnen hat er seine Karriere als Head of Solutions und Leiter der Niederlassung Hamburg bei der Multimediaagentur Powerflasher GmbH.
Der Verbraucher entwickelt sich weiter: Er wird unberechenbarer, kauft über mehr Kanäle ein und vergleicht Preise, bevor er letztendlich einen Artikel in den Warenkorb legt. Deshalb ist der Wettbewerbsdruck groß. Unternehmen, die sich nicht anpassen und den Blick nach vorne richten, werden auf der Strecke bleiben.

Was hilft E-Commerce-Unternehmen dabei, am Ball zu bleiben und ihre Ziele zu erreichen? Wie schaffen es Online-Shops in hochdynamischen Märkten, ihre Umsätze zu steigern? Die Antwort lautet: Indem sie alle Aspekte ihrer Website durch Testing und Personalisierung optimieren. Hier sind drei Trends festzustellen:

Entwicklung einer hochrelevanten, nahtlosen Benutzererfahrung: Sie erzielt die höchste Wirkung (denn der Preis ist nicht mehr das Hauptdifferenzierungsmerkmal), ist aber schwer umzusetzen.

Optimierung auf allen Kanälen: Omnichannel-Konzepte gewinnen immer mehr an Bedeutung, haben aber nur dann Erfolg, wenn sie richtig umgesetzt werden.

Kontinuierliche Tests: Mit fortlaufenden Tests ist die Anpassung an Veränderungen im Kundenverhalten möglich.

Nicht mehr jeder Online-Kauf wird über einen Desktop-PC abgewickelt.
Nicht mehr jeder Online-Kauf wird über einen Desktop-PC abgewickelt.
Foto: keport - shutterstock.com

In diesem Beitrag erkläre ich Ihnen, welche Ansätze bedeutende Unternehmen aus dem Online-Handel verfolgen. Sie erhalten außerdem Tipps dazu, wie Ihre Firma auf diese Trends reagieren kann.

Eine optimierte Benutzererfahrung ist DAS Differenzierungsmerkmal

Kundenloyalität ist nicht mehr das, was sie mal war. Per Mausklick hat der Verbraucher Zugriff auf Tausende von Angeboten - warum also sollte er einer bestimmten Marke die Treue halten? Er kann den gewünschten Artikel an so vielen Orten kaufen, dass Loyalität nicht mehr notwendig ist. Ein wettbewerbsfähiger Preis reicht heutzutage nicht aus. Als Anreiz beziehungsweise Wettbewerbsvorteil fungiert mittlerweile die User Experience. Sie überholt mit großen Schritten den Preis und das Produkt als entscheidendes Differenzierungsmerkmal einer Marke. Online-Inhalte, die exakt auf die Situation, das Verhalten und die Herkunft des Besuchers zugeschnitten sind, geben dem Kunden das Gefühl, ein Individuum zu sein und stärken die Kundenloyalität.

Psychologisch betrachtet leuchtet das ein: Wenn jemand zeigt, dass er Ihnen wirklich zuhört, sind Sie ihm stärker verbunden. Ähnlich funktioniert das auch im Einzelhandel - kennt ein Anbieter Ihre Interessen, bleiben Sie ihm eher treu. Branchenkenner reden sogar davon, dass der Trend vom "Retail" (Einzelhandel) zum "Me-tail" geht. Tatsächlich melden sich 75 Prozent der Nutzer in Online-Shops an, die Angebote speziell für ihre persönlichen Vorlieben basierend auf ihrem bisherigen Verhalten oder durch Produkt-Personalisierung offerieren.

Kontinuierliche Tests fördern kurze Entscheidungsprozesse

Wie lässt sich die anspruchsvolle Aufgabe lösen, eine individuelle, nahtlose Benutzererfahrung zu schaffen? Indem Sie unterschiedliche Konzepte austesten, die Ergebnisse verschiedener Segmente analysieren und die Inhalte entsprechend personalisieren. Eine Strategie, mit der zum Beispiel das Online-Modeunternehmen Revolve Clothing große Erfolge erzielte: Der Shop erhöhte das Kundeninteresse um 20 Prozent, steigerte die E-Mail-Anmeldungen um 2,25 Prozent und personalisierte die Benutzererfahrung auf sämtlichen Plattformen.

Tipp: Lassen Sie sich von den Ideen in der Abbildung unten anregen. Sie zeigt, wie eine Optimierungsstrategie für den E-Commerce aussehen könnte:

Mögliche Optimierungsstrategien für den E-Commerce
Mögliche Optimierungsstrategien für den E-Commerce
Foto: Optimizely

Eine Idee möchte ich besonders hervorheben: Laut Internet Retailer sagt mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Verbraucher, sie hätten vor dem Klick auf den „Kaufen“-Button die Online-Bewertungen gelesen. Theoretisch könnte sich also eine einfache Maßnahme wie die Aufnahme von Bewertungen in Ihre Website beziehungsweise deren prominente Darstellung erheblich auf den Umsatz auswirken. Es lohnt sich diesen Aspekt auszutesten, denn hier geht es um eine große Kundengruppe. Wenn Sie Informationen über ihr Verhalten sammeln und Ihre Website entsprechend personalisieren, wird sich das mit Sicherheit auf Ihre Ergebnisse auswirken.

Mobile Plattformen werden immer wichtiger

Auch bewährte E-Commerce-Praktiken sind nicht zu vernachlässigen. Die Recherche- und Kauferfahrung sollte für den Nutzer nahtlos sein, egal, welches Endgerät er benutzt. Und hier kommt das Omnichannel-Konzept ins Spiel. Der Anteil der Nutzer, die daheim am PC shoppen, ist groß, doch wie Art Peck, CEO von Gap, anmerkt: "Künftig wird das Smartphone der für die Markenbindung entscheidende Kanal sein." Viele Verbraucher sehen sich im Geschäft erst einmal die Produktbewertungen und -infos auf dem Smartphone an, bevor sie einen Artikel kaufen. Sie sind permanent online, sie recherchieren und shoppen auch unterwegs. Wer also seinen mobilen Auftritt nicht testet und pflegt, riskiert abgelenkte oder - noch schlimmer - enttäuschte Kunden - und das kann teuer werden.

Tipp: Testen Sie wichtige Bereiche sowohl für Desktop- als auch für mobile Nutzer. Führen Sie beispielsweise Tests zur Anzahl der Eingabefelder im Checkout-Prozess durch: Diese kommen bei mobilen Nutzern besser an, wenn sie in verschiedene Abschnitte aufgeteilt werden. Achten Sie auf ein einheitliches Branding, doch ändern Sie den Checkout-Bereich so, dass auf jeder Plattform die nahtloseste Benutzererfahrung zu sehen ist.

Der Aufwand erscheint Ihnen womöglich groß: Sie müssen ein Optimierungsprogramm mit Multichannel-Testing und Personalisierung entwickeln. Händler, die mit dem Markt Schritt halten möchten, müssen ihre Chance ergreifen. Trauen Sie sich, probieren Sie unterschiedliche Ansätze aus: Testen Sie, personalisieren Sie und fangen Sie dann wieder von vorn an. Ihr Unternehmen und vor allem Ihre Kunden werden es Ihnen danken.

Lesetipp: In zehn Schritten zur perfekten Omni-Channel-Strategie