Trinkgelder

Kündigung wegen "Schwarzgeldkasse"

Armin Weiler kümmert sich um die rechercheintensiven Geschichten rund um den ITK-Channel und um die Themen der Distribution. Zudem ist er für den Bereich Peripherie zuständig. Zu seinen Spezialgebieten zählen daher Drucker, Displays und Eingabegeräte. Bei der inoffiziellen deutschen IT-Skimeisterschaft "CP Race" ist er für die Rennleitung verantwortlich.
Weil vier Kassiererinnen eines städtischen Schwimmbads eine Trinkgeldkasse geführt haben, wurden sie vom Bürgermeister der Stadt Worms fristlos entlassen. Der Vorwurf: Ohne das Wissen des Leiters des Bades sowie des Bürgermeisters hätten die Frauen eine Schwarzgeldkasse geführt, die den Verdacht der Korruption aufkeimen ließ. Diese wiederum rechtfertigen sich damit, dass bereits seit Jahren eine Tupperdose für Kleingeld auf dem Tresen stand und es sich lediglich um eine Kaffeekasse gehandelt hat. Der Inhalt am Tag der Kündigung im Juli 2009 betrug gerade mal 1,32 Euro. Seither klagen die Frauen auf Wiedereinstellung.

Weil vier Kassiererinnen eines städtischen Schwimmbads eine Trinkgeldkasse geführt haben, wurden sie vom Bürgermeister der Stadt Worms fristlos entlassen. Der Vorwurf: Ohne das Wissen des Leiters des Bades sowie des Bürgermeisters hätten die Frauen eine Schwarzgeldkasse geführt, die den Verdacht der Korruption aufkeimen ließ. Diese wiederum rechtfertigen sich damit, dass bereits seit Jahren eine Tupperdose für Kleingeld auf dem Tresen stand und es sich lediglich um eine Kaffeekasse gehandelt hat. Der Inhalt am Tag der Kündigung im Juli 2009 betrug gerade mal 1,32 Euro. Seither klagen die Frauen auf Wiedereinstellung.

Argument der Korruption unangebracht

"Das grundlegende Problem für Arbeitnehmer ist, dass Eigentumsdelikte per Gesetz sehr hart sanktioniert werden. Ein zentraler Punkt im vorliegenden Fall ist aber, wer die Kasse geführt hat. Eine fristlose Kündigung ist für den Arbeitgeber jedenfalls nur dann möglich, wenn ihm eine weitere Zusammenarbeit mit Angestellten unter keinen Umständen möglich ist", erläutert Barbara Bleicher, Inhaberin der gleichnamigen Arbeitsrechtskanzlei.. Das vom Bürgermeister bei den Kündigungen angeführte Argument der Korruption der Mitarbeiterinnen sieht Bleicher hingegen als nicht angebracht.

Die aktuellen Vorfälle in Worms wecken Erinnerungen an ähnliche Bagatellkündigungen, die in den vergangenen Monaten für Aufsehen sorgten. Sowohl die Entlassung der aufgrund eingelöster Leergutbons gekündigten Tengelmann-Supermarktkassiererin als auch die der Altenpflegerin, die sechs Maultaschen mit nach Hause genommen hatte, können als Beispiele herangezogen werden. Die Schwimmbad-Kassiererinnen beschuldigen ihren Arbeitgeber, die Freizeitbetriebe Worms, er wolle sie loswerden. Die Kaffeekasse sei nur ein Vorwand. Denn man soll die Kassiererinnen vor die Wahl gestellt haben, zu gehen oder halbtags zu putzen.

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