Bezahldienstleister Wirecard

Mobile Payment-Investitionen beginnen sich auszuzahlen



Matthias Hell ist Experte in Sachen E-Commerce und Retail sowie ein Buchautor. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in renommierten Handelsmagazinen und E-Commerce-Blogs. Zuletzt erschien seine Buchveröffentlichung "Local Heroes 2.0 – Neues von den digitalen Vorreitern im Einzelhandel".
Für den Endkunden unsichtbar treibt der Bezahldienstleister Wirecard seine Investitionen in mobile Payment-Services voran. Wie der aktuelle Halbjahresbericht des börsennotierten Unternehmens zeigt, legt das Mobile-Geschäft an Fahrt zu.

Von dem mehr als 80 Milliarden Dollar betragenden Transaktionsvolumen, das E-Payment-Marktführer PayPal im ersten Halbjahr 2013 abwickelte, ist Wirecard zwar noch deutlich entfernt. Doch mit 12,1 Milliarden Euro (29 Prozent mehr als im Vorjahr) kann sich das Münchner Unternehmen durchaus sehen lassen. Dass der Name Wirecard dennoch eher unbekannt ist, liegt daran dass der Bezahldienstleister „im Verborgenen“ arbeitet: Als Payment Sevice Provider steht Wirecard hinter der Zahlungsabwicklung in vielen Onlineshops und versorgt auch eien ganze Reihe großer Unternehmen z.B. mit mobilen Bezahllösungen und co-gebrandeten Kreditkarten. Endkundenseitig tritt Wirecard dagegen sogut wie nie in Erscheinung.

Seit einigen Jahren setzt der Bezahldienstleister vermehrt auf den sich entwickelnden Mobile-Payment-Bereich und kann damit zunehmend Erfolge vorweisen. So stammten Anfang 2013 bereits 20 Prozent aller über die Wirecard Checkout Page abgewickelten Transaktionen von mobilen Endgeräten.

Dieser Trend zeigt sich auch in den Geschäftszahlen des Payment Service Providers. So stiegen die konsolidierten Umsatzerlöse von Wirecard im ersten Halbjahr 2013 von 177,9 Millionen Euro um rund 22 Prozent auf 216,1 Millionen Euro. Auch beim EBITDA konnte das Unternehmen zulegen – von 49,4 Millionen um 14 Prozent auf 56,2 Millionen Euro. Allerdings hat das Engagement im Mobile-Bereich auch seinen Preis: Bereinigt um die Investitionen in das neue Geschäftsfeld hätte das EBITDA-Wachstum im ersten Halbjahr 23 Prozent betragen.

Für das Gesamtjahr 2013 bestätigte der Wirecard-Vorstand seine Prognose, ein EBITDA zwischen 120 und 130 Mio. Euro zu erzielen. „Wir werden die führende Position in unseren Kerndisziplinen weiter ausbauen und blicken optimistisch auf den Geschäftsverlauf im zweiten Halbjahr“, erklärt dazu Wirecard-Vorstandschef Markus Braun.

Dabei hat der Bezahldienstleister auch in den letzten Wochen mit einer Reihe von Initiativen sein Commitment für den Mobile-Bereich bekräftigt. Nachdem Wirecard bereits Anfang des Jahres eine Zusammenarbeit mit Vodafone bekanntgab, kooperiert das Unternehmen nun mit dem POS-Spezialisten Payleven. Das erst 2012 gestartete Payment-Unternehmen richtet sich mit seinem Chip- & PIN-Kartenleser vor allem an kleine und mittelständische Unternehmer. Im Rahmen der Zusammenarbeit will Wirecard nun sein Know-how beim Acquiring wie auch bei zentralen Prozessschritten der Mobile-Card-Reader-Technologie bei Payleven einbringen. (mh)

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