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Insolvenzverfahren eröffnet

Sanierung von mStore ist gescheitert



Dr. Matthias Hell ist Experte in Sachen E-Commerce und Retail sowie ein Buchautor. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in renommierten Handelsmagazinen und E-Commerce-Blogs. Zuletzt erschien seine Buchveröffentlichung "Local Heroes 2.0 – Neues von den digitalen Vorreitern im Einzelhandel".
Gegen den Apple-Händler mStore wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Die zunächst angestrebte Sanierung in Eigenverantwortung ist damit gescheitert. Noch in dieser Woche sollen die meisten Filialen der Kette geschlossen werden.

Schon seit den ersten Meldungen über eine drohende Zahlungsunfähigkeit von mStore und der Einleitung einer Sanierung in Eigenverwaltung konnte man den Eindruck gewinnen, der Apple-Händler stelle seine Situation besser dar, als es tatsächlich der Fall war. Noch Anfang Juni bezeichnete das Unternehmen die Schließung von drei Filialen lediglich als Maßnahme zur Kostensenkung und wollte sogar künftige Akquisitionen nicht ausschließen.

Die meisten mStore-Filialen schließen noch diese Woche. Lediglich die beiden Läden in Berlin und Hamburg werden bis auf weiteres bestehen bleiben.
Die meisten mStore-Filialen schließen noch diese Woche. Lediglich die beiden Läden in Berlin und Hamburg werden bis auf weiteres bestehen bleiben.
Foto: mStore

Wie sich nun zeigt, war diese Darstellung zumindest unvollständig. Denn bereits am 1. Juni wurde auf Anordnung des Amtsgericht Hamburg unter dem Aktenzeichen 67a IN 72/14 das Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung gegen die "Erste Gesellschaft für Medienkommunikation & Multimedia Marketing" (so der offizielle Name von mStore) eröffnet. Zur Sachwalterin wurde die Rechtsanwältin Sylvia Fiebig von der Kanzlei White & Case ernannt. Die Gläubigerversammlung wurde für den 29. August angesetzt, Forderungen können bis 25. Juli angemeldet werden.

Filialen schließen noch diese Woche

Wie das Online-Magazin Appgefahren meldet, werden im Rahmen des Insolvenzverfahrens in dieser Woche fast sämtliche der verblieben zwölf Filialen von mStore geschlossen. Bereits am Mittwoch würden die ersten Standorte geschlossen, weitere Filialen sollen in wenigen Tagen folgen. "Einzig die beiden Läden in Berlin und Hamburg werden, wie auch die Online Filiale, noch bis auf weiteres bestehen bleiben", zitiert mStore ein offizielles Statement von mStore. Die Mitarbeiter des Apple-Händlers wurden laut Appgefahren erst am Dienstag über die Schließung informiert und seien bis dahin von dem positiven, von mStore öffentlich verbreiteten Szenario ausgegangen.

Zuvor berichtete bereits das Apple-Magazin Macwelt über das Scheitern des Eigenverwaltungsverfahrens von mStore. Mit dem Übergang in eine Regelinsolvenz entscheide nicht mehr die Geschäftsführung darüber, welche Filialen geschlossen würden. Stattdessen prüfe White & Case, welche Standorte noch profitabel zu betreiben seien.

Der positiven Darstellung des Apple-Händlers hatte gegenüber ChannelPartner auch bereits Tetiana Zarichna, die Managerin des von einer mStore-Filialschließung betroffenen Leipziger Einkaufszentrums nova|eventis, widersprochen: mStore sei für die Schließungen selbst verantwortlich und habe unter anderem das Online-Geschäft verschlafen.

Neben mStore meldete in den letzten Wochen die österreichische Apple-Kette McWorld/McShark Insolvenz und trug damit zum Gesamtbild eines Apple-Handels in der Krise bei. Dazu passt auch die enttäuschende Entwicklung bei Apple-lastigen Händlern wie Gravis oder Cyberport, das im Geschäftsjahr 2013 hinter den Umsatzsteigerungen vergangener Jahre zurückblieb. (mh)