Lebensdauer, Geschwindigkeit, Einsatzgebiet

USB-Sticks - Das gibt es beim Kauf zu beachten

07.09.2016
Von Christoph Hoffmann und
Michael Schmelzle ist seit 1997 Hardware-Redakteur der PC-WELT. Daneben verantwortet der Diplom-Biologe und Buchautor Projekte wie die Höllenmaschine und die PC-WELT-PCs.

Bei manchen USB-Sticks sind Software-Extras mit dabei

Bei einem USB-Speicherstick handelt es sich um einen passiven Datenträger in einem kompakten Gehäuse. Die Daten werden elektronisch auf einem Flash-Speicher abgelegt.
Bei einem USB-Speicherstick handelt es sich um einen passiven Datenträger in einem kompakten Gehäuse. Die Daten werden elektronisch auf einem Flash-Speicher abgelegt.
Foto: Nir Levy - Shutterstock.com

Neben dem Tempo weicht auch die Ausstattung der einzelnen USB-Sticks erheblich voneinander ab. Das Spektrum reicht von spartanisch bis luxuriös: Ein pralles Programmpaket mit Antiviren-, Backup- und Verschlüsselungssoftware und Extras wie Aktivitäts-LED, Kabeladapter und Schutzbox wird nur bei einigen wenigen Geräten mitgeliefert. Mit der Sicherheits-Software Secure Access können Sie bei Sandisk einen passwort-geschützten Ordner auf dem USB-Stick anlegen und die Daten in einer 128-Bit-AES-Verschlüsselung sichern.

Software ist eine schöne Dreingabe, aber kein Muss. Bei Bedarf können Sie sich auch mit einer Freeware – etwa Veracrypt für die Verschlüsselung der Daten – behelfen.

Schutzmechanismen, theoretische Lebensdauer, Herstellergarantie

Tempo: Das Tool CrystalDiskMark zeigt die tatsächliche Schreib- und Lesegeschwindigkeit des USB-Sticks an.
Tempo: Das Tool CrystalDiskMark zeigt die tatsächliche Schreib- und Lesegeschwindigkeit des USB-Sticks an.

Beim Kauf eines Sticks empfiehlt es sich, auf einen versenkbaren Anschluss zu achten. Das schützt den USB-Stecker unterwegs vor mechanischer Belastung und Beschädigung. Schutzhüllen und -kappen sind da lediglich die zweitbeste Wahl, weil man sie schnell verlegt oder gleich ganz verliert. Praktisch ist des Weiteren eine Aktivitäts-LED-Anzeige.

Glaubt man den Herstellerangaben, dann bleiben die auf einem USB-Stick gespeicherten Daten bis zu zehn Jahre lang erhalten. Zwar können die Flash-Speicherzellen theoretisch unbegrenzt gelesen werden, jedoch garantieren die Hersteller 100 000 bis eine Million Schreibzyklen pro Speicherzelle. Für die Lebensdauer des Sticks spielt eine einzelne Speicherzelle nur eine sehr untergeordnete Rolle. Mithilfe cleverer Algorithmen sorgt der Controller des USB-Sticks dafür, defekte Zellen auszublenden und die Daten umzulagern. Nutzt man seinen USB-Stick also lediglich als Langzeitspeicher und beschreibt ihn nur gelegentlich neu, wird man niemals an die Grenzen der Haltbarkeit stoßen.

Was den Service betrifft, so richten Sie Ihr Augenmerk unbedingt auf die Garantiezeit. Einige Hersteller wie Sandisk, Transcend und Verbatim bieten lebenslange Garantie an. Adata, Lexar und Hama gewähren immerhin zehn Jahre. Und selbst mit den fünf Jahren, die Hersteller wie etwa Kingston und Patriot bieten, sollten Sie noch auf der sicheren Seite sein. Lediglich die drei respektive zwei Jahre von Intenso, Emtec und Sharkoon sind für einen USB-Stick zu knapp bemessen.

Das sind die Faktoren für maximales USB-Tempo

Viele Faktoren beeinflussen die Leistungsfähigkeit eines USB-Sticks. An erster Stelle steht die Qualität der Flash-Speicherchips. Die besten Sticks im Testfeld arbeiten mit SLC-Technik. Diese „Single Level Cell“-Chips speichern mit einer fest definierten Spannung nur ein Bit pro Flash-Zelle. Das geht schneller und belastet die Zellen nicht so stark wie bei MLC-Chips („Multi Level Cell“). Diese speichern bis zu vier Bit pro Flash-Zelle, müssen dafür aber auch unterschiedliche Spannungen anlegen. MLC-Chips erlauben so höhere Speicherkapazitäten pro Fläche und sind deshalb preisgünstiger als ihre SLC-Kollegen, altern dafür aber auch schneller.

Flotte Flash-Speicherchips können ihre volle Leistung nur abrufen, wenn die Verladestationen und das Ziel- oder Quell-Laufwerk sowie der Transportweg dazwischen sie nicht ausbremsen. Denn das schwächste Glied in dieser Kette bestimmt die mögliche Speicher- und Lesegeschwindigkeit. Wollen Sie beispielsweise Daten vom USB-Stick auf Ihren PC übertragen, ist die erste Verladestation der Controller des USB-Sticks. Dabei gibt es nicht nur unterschiedlich schnelle Controller, sie sind auch mit einer unterschiedlichen Anzahl von Datenkanälen ausgestattet. Derzeit besitzen langsame Sticks nur einen Kanal, während schnelle Geräte über zwei oder sogar vier Datenkanäle annähernd doppelt beziehungsweise viermal so viele Daten parallel auf die Reise schicken.

An dieser Stelle kommt nun bereits die zweite Verladestation ins Spiel: der USB-3.0-Host-Controller im PC. Über seinen Treiber weist er den Datenpaketen Adressen zu, die sie ans Ziel führen sollen. Daher sollten Sie immer möglichst aktuelle Treiber installiert haben. Es lohnt sich also, regelmäßig auf der Internetseite des Hauptplatinen- oder Controller-Kartenherstellers nach der aktuellen Version des USB-3.0-Host-Controller-Treibers Ausschau zu halten.

Um etwa die volle Geschwindigkeit eines USB-3.0-Sticks nutzen zu können, muss Ihr PC eine USB-3.0-Anschlussbuchse besitzen – leicht zu erkennen anhand der blauen Farbcodierung. Ist das nicht der Fall, können Sie diese mit einer USB-3.0-Controller-Karte problemlos nachrüsten. Günstige Karten bekommen Sie schon für weniger als 10 Euro. (PC-Welt)

Zur Startseite