Windows 10 & 11

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Christoph Hoffmann schreibt seit mehr als 25 Jahren als freier IT-Fachjournalist zu Themen rund um Windows, Software, Apps, Tablets, Smartphones, Gadgets und Verbrauchertipps.

WSL bringt Linux auf den Windows-Desktop

Mit dem Windows-Subsystem für Linux – kurz WSL – nutzen Sie Anwendungen und Tools für Linux unter Windows. In der aktuellen Version 2 hat Microsoft die Leistung des Subsystems deutlich verbessert und neue Funktionen hinzugefügt. Vor allem aber hat Microsoft den technischen Unterbau verändert und setzt bei WSL 2 auf eine Virtualisierung des Linux-Systems, die für bessere Kompatibilität und Performance sorgt.

Außerdem vereinfacht WSL 2 die Installation und Verwaltung von Linux-Systemen sowie den Datenaustausch. Das Linux-System ist direkt im Windows-Explorer erreichbar, und unter Linux sind umgekehrt alle Windows-Laufwerke unter "/mnt" eingehängt. In Windows 11 lassen sich Linux-Anwendungen mit grafischer Oberfläche ganz bequem über das Windows-Startmenü ausführen. Die Einrichtung des WSL ist zweigeteilt: Im ersten Schritt aktivieren Sie das "Windows-Subsystem für Linux" im Fenster "Windows-Features aktivieren oder deaktivieren". Danach drücken Sie die Tasten Windows-X und wählen "Terminal (Administrator)" (Windows 11) oder "Powershell (Administrator)" (Windows 10).

Geben Sie das Kommando

dism.exe /online /enable-feature /featurename:VirtualMachinePlatform /all /norestart

ein und drücken Sie die Eingabetaste. Danach folgt der Befehl

wsl --set-default-version 2

Das Windows-Subsystem für Linux Version 2 ist nun als Standard eingerichtet, und Sie können im Windows Store über die Suche nach "Linux" verschiedene Linux-Distributionen laden und im WSL 2 installieren. Zur Auswahl stehen etwas Kali Linux, Ubuntu und Open Suse. Als Beispiel entscheiden wir uns für Ubuntu 22.04.1 LTS. Nach dem Herunterladen können Sie das Linux-System über das Windows-Startmenü öffnen. Legen Sie einen Benutzernamen und ein Passwort fest und bringen Sie Ubuntu mit den folgenden Kommandos auf den neuesten Stand:

sudo apt update sudo apt upgrade

Wie Sie Anwendungen - beispielsweise Google Chrome - einrichten, erklärt der Microsoft-Artikel. Die Kommandos in der Linux-Bash lauten:

cd /tmp
sudo wget https://dl.google.com/linux/direct/google-chrome-stable_current_amd64.deb
sudo dpkg -i google-chrome-stable_current_amd64.deb
sudo apt install --fix-broken -y
sudo dpkg -i google-chrome-stable_current_amd64.deb

Der Browser kann danach über das Startmenü von Windows ausgeführt werden und erscheint als Fenster auf dem Windows-Desktop. In der Taskleiste taucht das Google-Icon mit dem Linux-Pinguin auf.

Amazon App Store mit Android-Apps und Spielen unter Windows

Im Amazon Appstore von Windows 11 22H2 finden Sie einige populäre Apps und sehr viele Android-Spiele zur Installation. Sie werden in einem isolierten Desktop-Fenster ausgeführt.
Im Amazon Appstore von Windows 11 22H2 finden Sie einige populäre Apps und sehr viele Android-Spiele zur Installation. Sie werden in einem isolierten Desktop-Fenster ausgeführt.

Mit dem Funktionsupdate 22H2 hat Windows 11 im Herbst die Unterstützung von Android-Apps und -Spielen erhalten. Dazu kommt analog zu WSL das Windows-Subsystem für Android (WSA) zum Einsatz, auf das der Appstore von Amazon aufsetzt.

Amazon Appstore installieren: Öffnen Sie dazu den Microsoft Store über sein Taskleisten-Symbol oder das Windows-Startmenü. Dann suchen Sie nach "Amazon Appstore", klicken auf "Installieren" und im nächsten Fenster auf "Herunterladen". Zuerst wird das Windows- Subsystem für Android installiert, danach der Amazon Appstore. Daher lautet der Eintrag in der App-Bibliothek im Windows Store auch "Windows-Subsystem for Android with Amazon Appstore".

WSA mit Amazon Appstore öffnen: Nach dem Start sehen Sie auf dem Windows-Desktop ein freischwebendes Fenster. Melden Sie sich hier mit den Zugangsdaten für Ihr Amazon-Konto an. Im linken Fensterbereich erscheinen die Bereiche "Alle Apps" und "Spiele" sowie Einträge für "Amazon Coins" und "Einstellungen". Viele Optionen sind dort allerdings nicht vorhanden: Sie können In-App-Käufe sperren, App-Aktualisierungen automatisch laden sowie den Erhalt von Sonderangeboten und Neuheiten erlauben oder abschalten. Aus Datenschutzgründen sollten Sie den Punkt "App-Nutzerdaten sammeln" deaktivieren.

Anschließend können Sie nach Spielen und Apps Ausschau halten. Amazon weist ausdrücklich darauf hin, dass einige Apps in der Vorschau (Preview) des Amazon Appstores nicht verfügbar sind, in der finalen Version sollen es mehr als 50.000 Apps und Spiele sein.

Installieren Sie nun ein Spiel oder eine App und starten Sie sie. Daraufhin wird wieder ein Desktop-Fenster mit der App oder dem Spiel geöffnet. Parallel erhalten Sie übrigens eine E-Mail mit der Bestellbestätigung.

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