Nutzen Sie Ihre eigenen Kraftquellen

Warum positive Gefühle so wichtig sind

Renate Oettinger ist Diplom-Kauffrau Dr. rer. pol. und arbeitet als freiberufliche Autorin, Lektorin und Textchefin in München. Ihre Fachbereiche sind Wirtschaft, Recht und IT. Zu ihren Kunden zählen neben den IDG-Redaktionen CIO, Computerwoche, TecChannel und ChannelPartner auch Siemens, Daimler und HypoVereinsbank sowie die Verlage Campus, Springer und Wolters Kluwer.
Positive Emotionen sind der Motor für unsere persönliche Entwicklung. Also sollten wir danach streben, in unser Alltagsleben möglichst viele kleine Momente zu integrieren, in denen wir uns unter anderem über unser Leben und unsere Entwicklung freuen, sagt Sabine Prohaska.

"Lachen ist gesund." "Lachen ist die beste Medizin." "Humor ist, wenn man trotzdem lacht." Diese Sinnsprüche kennt jeder. In ihnen spiegelt sich die uralte menschliche Erfahrung wider, dass Menschen, die mit einer positiven Einstellung zu sich und dem Leben (sowie bildhaft gesprochen einem Lächeln) durchs Leben gehen, Herausforderungen leichter meistern. Sie sind zudem gesünder und haben eine höhere Widerstandskraft. Das haben inzwischen auch die Medizin und Psychologie erkannt und versuchen, diese Erkenntnis wissenschaftlich zu objektivieren und gezielt zu nutzen.

Ein Meilenstein in dieser Entwicklung war, als die US-amerikanische Psychologin Barbara Fredrickson 1998 die "Broaden-and-Build"-Theorie vorstellte. Sie geht davon aus, dass positive Emotionen wie Freude, Interesse, Zufriedenheit und Liebe unser Denk- und Verhaltensrepertoire erweitern ("Broaden"). Sie fördern unsere geistige Flexibilität und Kreativität; außerdem unsere Lust, Neues zu lernen und zu entdecken, sowie unsere Fähigkeit und Bereitschaft, soziale Beziehungen einzugehen und aktiv zu pflegen.

Positive Emotionen wie Freude, Zufriedenheit und Liebe erweitern unser Denk- und Verhaltensrepetoire und erleichtern es uns, belastende Situationen zu meistern.
Positive Emotionen wie Freude, Zufriedenheit und Liebe erweitern unser Denk- und Verhaltensrepetoire und erleichtern es uns, belastende Situationen zu meistern.
Foto: laviniaparscuta - Fotolia.com

Durch dieses Offen-Sein sammeln wir wiederum neue, positive Erfahrungen - beispielsweise in Form kleiner Erfolgserlebnisse und erfreulicher Begegnungen. Und diese erzeugen wiederum positive Emotionen, so dass wir mit der Zeit, so Fredrickson, eine Art Vorrat positiver Emotionen und Erwartungen aufbauen, die es uns erleichtern, auch unangenehme Situationen zu ertragen und herausfordernde Probleme zu meistern.

Positive Emotionen stärken die Widerstandskraft

Positive Emotionen bilden für Fredrickson sozusagen den Nährstoff für persönliches Wachstum. Und wenn wir einen entsprechenden Lebensstil pflegen? Dann gelangen wir der "Broaden-and-Build"-Theorie zufolge in eine Aufwärtsspirale, die zu einem immer größeren Selbstvertrauen und Wohlbefinden führt.

Doch nicht nur dies. Inzwischen wiesen außer Fredrickson viele Forscher nach, dass positive Gefühle auch eine gesundheitsfördernde Wirkung haben: Das Herzkreislaufsystem wird gestärkt, die Antikörperproduktion wird forciert und die Entzündungsreaktionen verringern sich. Positive Emotionen steigern also außer unserer psychischen auch unsere physische Widerstandskraft. Sie wirken wie kleine Kraftmaschinen, die unsere körperliche und geistige Gesundheit und somit unsere Leistungskraft stärken. Also sollten wir unser Leben so gestalten, dass es möglichst viele kleine Mikro-Momente voller positiver Emotionen enthält, die wir bewusst wahrnehmen.