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Der POS als EC-Automat

Wird der Einzelhandel zum Bargeldversorger?



Dr. Matthias Hell ist Experte in Sachen E-Commerce und Retail sowie ein Buchautor. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in renommierten Handelsmagazinen und E-Commerce-Blogs. Zuletzt erschien seine Buchveröffentlichung "Local Heroes 2.0 – Neues von den digitalen Vorreitern im Einzelhandel".
Die Banken schließen Filialen und Geldautomaten - und eröffnen damit eine Chance für den Handel: In immer mehr Geschäften können Kunden an der Kasse Bargeld abheben. Einzelhändler können davon profitieren.
Nur Bares ist Wahres - das soll dem Handel künftig Chancen bieten
Nur Bares ist Wahres - das soll dem Handel künftig Chancen bieten
Foto: Andrey_Popov - shutterstock.com

An der Liebe der Deutschen zum Bargeld beißt sich die disruptive Kraft der Digitalisierung sprichwörtlich die Zähne aus: Laut aktuellen Studien von EZB, Bundesbank und EHI ist und bleibt Bargeld das wichtigste Zahlungsmittel in Deutschland und Europa. In Zahlen ausgedrückt erfolgen in Deutschland knapp 78 Prozent aller Transaktionen im Handel in bar und machen damit 51 Prozent des Umsatzes aus.

Doch die Banken ziehen sich zusehends aus der Fläche zurück. Allein in den letzten beiden Jahren wurden hierzulande etwa 2.200 Bankfilialen geschlossen. Eine aktuelle Studie von Oliver Wyman sagt für Deutschland sogar das große Bankensterben voraus: Bis 2030 soll die Zahl der Institute um 90 Prozent sinken. Nach Ansicht des auf Cash-Management spezialisierten Unternehmens Glory kann sich der Handel diesen Sachverhalt zunutze machen - schließlich geht es dabei um immense Bargeldmengen: allein im Lebensmitteleinzelhandel kamen 2016 knapp 80 Milliarden Euro in bar an.

Kooperationsmodelle von Handel und Banken

Der Handel übernimmt nämlich zunehmend die Rolle des Bargeldversorgers: Die hohe Nachfrage nach Bargeld führt zu Kooperationsmodellen von Handel und Banken in Form von Bargeld- bzw. Cash-Back-Services. Mittlerweile wird Bargeld europaweit öfter über Cash Back (7 Prozent) als am Bankschalter (6 Prozent) bezogen und das Netz von rund 50.000 Ladenkassen, an denen Abhebungen bis zu 200 Euro je Einkauf möglich sind, ist inzwischen fast so dicht wie jenes der Geldautomaten (über 58.000).

Moderne Cash-Management-Technologien sollen nach Ansicht von Glory helfen, neue Konzepte profitabel und sicher umzusetzen: "Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten: Händler können überschüssiges Bargeld an den Kunden auszahlen, sparen beim Werttransportunternehmen und differenzieren sie sich vom Wettbewerb", so das Unternehmen. Banken müssten nicht weiter in eigene SB-Geräte investieren oder Filialen vorhalten und seien dennoch in der Fläche präsent. Für Kunden wiederum werde die Bargeldversorgung sichergestellt und sie würden ein positives Einkaufserlebnis erfahren. (mh)