Exklusiv-Interview

Das plant EP-Chef Ehmer

03.04.2012
In einem schwierigen Marktumfeld erzielte Electronic Partner (EP) im vergangenen Jahr einen gleichbleibenden Umsatz. Im Exklusiv-Interview schildert EP-Vorstandschef Jörg Ehmer, welchen Beitrag der EP-Fachhandel sowie die Vertriebslinien Medimax und Comteam zu dem Ergebnis beisteuerten. Zudem erklärt Ehmer, mit welcher Strategie er EP wieder auf Wachstumskurs bringen will und warum ein eigener Onlineshop vorerst nicht dazu gehört.
Jörg Ehmer ist seit 2010 Vorsitzender der Geschäftsführenden Direktoren von Electronic Partner
Jörg Ehmer ist seit 2010 Vorsitzender der Geschäftsführenden Direktoren von Electronic Partner
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In einem schwierigen Marktumfeld erzielte Electronic Partner (EP) im vergangenen Jahr einen gleichbleibenden Umsatz. Im Exklusiv-Interview schildert EP-Vorstandschef Jörg Ehmer, welchen Beitrag der EP-Fachhandel sowie die Vertriebslinien Medimax und Comteam zu dem Ergebnis beisteuerten. Zudem erklärt Ehmer, mit welcher Strategie er EP wieder auf Wachstumskurs bringen will und warum ein eigener Onlineshop vorerst nicht dazu gehört.

Mit welchen Impulsen haben die einzelnen EP-Vertriebslinien – der EP-Fachhandel, die Medimax-Märkte und der Systemhausverbund Comteam – zur Umsatzentwicklung im vergangenen Geschäftsjahr beigetragen?

Ehmer: Unterschiede gab es hier weniger zwischen den Vertriebslinien, als zwischen den einzelnen Warengruppen. Wir haben mehr als 3.000 Fachhandelsunternehmen mit zum Teil recht unterschiedlicher Ausrichtung. Wer rein auf Unterhaltungselektronik setzt, hat sich im vergangenen Jahr eher schwer getan, als Händler die auch einen Schwerpunkt auf Weißer Ware oder auf Telekommunikation haben.

Wie hat sich im letzten Jahr die Zahl und Struktur der EP-Fachhändler entwickelt?

Ehmer: Wir haben hier schon seit einigen Jahren eine konstante Zahl, während einige herausfallen, kommen andere neu dazu. Wichtiger als die zahlenmäßige Entwicklung ist uns aber die Qualifikation unserer Partner. Der Teil unserer Händler, der sich auch in seinem Markenauftritt als EP-Partner zu erkennen gibt, ist im vergangenen Jahr stärker gewachsen als die Übrigen. Das heißt nicht, dass wir die Zahl unserer Markenhändler mit Gewalt forcieren wollen. Doch wir wollen unsere Partner qualifizieren und wenn jemand diesen Weg mit uns gehen will, sind wir gerne dabei. Wir verbessern lieber weiter die Qualität unserer Partner, als um jeden Preis 100 neue Händler aufzunehmen.

Während ihre Wettbewerber im Kooperationsumfeld Expert und Euronics derzeit die Zahl ihrer Elektromärkte energisch ausbauen, standen im vergangenen Jahr fünf Medimax-Neueröffnungen drei Standortschließungen gegenüber. Drohen Sie, im Elektromarkt-Bereich den Anschluss zu verlieren?

Ehmer: Ich bin mir nicht sicher, was die Zahlen unserer Wettbewerber im Detail wert sind. Fakt ist: Wenn es Sinn macht, sind auch wir bereit neue Läden zu eröffnen. Doch wichtiger als das ist es uns, ein Wachstum auf gleicher Fläche zu erzielen. Zu diesem Ziel müssen wir unsere Kompetenz weiter steigern. Denn wenn wir besser sind als andere, dann kaufen die Kunden auch bei uns.

"Das IT-Geschäft wird sich 2012 schwer tun"

Bei Comteam fungiert der bisherige Vertriebschef Sven Glatter seit Anfang März als Geschäftsführer. Was ist der Hintergrund zu dieser Umstrukturierung?

Ehmer: Das ist einfach nach innen wie nach außen eine Anerkennung der Leistung von Sven Glatter. Ich arbeite mit ihm extrem gerne zusammen, er ist sehr kompetent und soll nun auch nach außen als Gesamtverantwortlicher Comteam repräsentieren. Für mich ist das zudem ein Zeichen, dass ich künftig noch weniger um Comteam kümmern muss als bisher.

In den letzten Jahren gab es häufig gegenläufige Konjunkturentwicklungen im Endkunden- und Business-Geschäft. Sie erwarten für 2012 eine positive Entwicklung im Fachhandel, wie ist Ihre Prognose für das Systemhaus-Geschäft?

Ehmer: So wie der Einstieg ins laufende Jahr ist, glaube ich in der Tat, dass sich die IT in diesem Jahr schwerer tun wird. Es ist nun eine ganze Zeit sehr gut gelaufen und die Entwicklung verläuft meist in Zyklen. Der Investitionsstau, der im Business-Bereich bestand, hat sich in den letzten Jahren gelöst. Jetzt scheinen viele erst einmal wieder flacheres Wasser unter dem Kiel zu haben. Zudem profitiert der Geschäftskundenbereich nicht in dem Maß von Produkttrends und Umsatztreibern wie das CE-Geschäft.

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