Der CP-Querschläger

Getgoods geht – gut so!

Der CP Querschläger ist seit 21 Jahren ein fester Bestandteil von ChannelPartner. Regelmäßig berichtet unser Autor über das, was einem kleinen Reseller in der großen ITK-Landschaft widerfährt. Manchmal überspitzt, aber immer auf den Punkt gebracht. Der Querschläger lebt und arbeitet als Fachhändler in Rheinland-Pfalz.
Auch für manche Online-Händler scheint die Luft dünner zu werden – zumindest schlussfolgert das der "CP-Querschläger", wenn er sich die Insolvenz von Getgoods ansieht.
"Woran ist Getgoods gescheitert? Insolvenzverwalter, Staatsanwaltschaft und Bankenaufsicht haben gut zu tun."
"Woran ist Getgoods gescheitert? Insolvenzverwalter, Staatsanwaltschaft und Bankenaufsicht haben gut zu tun."

Einmal mehr verabschiedet sich ein Internet-Shop, diesmal das deutsche "Amazon für Arme", das noch im dritten Quartal von Umsatzsteigerung sprach und dann – warum auch immer – in eine Insolvenz stürzte. Auf der Homepage von Getgoods werden immer noch gute Bewertungen von Ceditreform und jubelnde Pressemeldungen aus 2012 präsentiert.

Mir ist aber nicht klar, ob es sich bei Getgoods in erster Linie um ein Handelsunternehmen oder um eine Kapitalgesellschaft handelt – aber helfen wird das den knapp 200 Beschäftigten wieder einmal wenig.

Online-Handel ist immer ein Risiko: Bekomme ich das Geld für die Ware? Hält mich mein Ladenkunde für einen Online-Betrüger, weil ich einen Webshop betreibe? Verlangen meine Kunden jetzt Amazon-Preise von mir?

Mit all diesen Gedanken im Hinterkopf graut es mir vor dem Online-Handel. Sterbende Innenstädte, Fachgeschäfte, die schließen, und die Folgen für das wirtschaftliche Umfeld unserer Gemeinden haben wir letztendlich den Internetverkäufern zu verdanken. Aber da selbst die Gemeinden online einkaufen, habe ich auch mit denen längst kein Mitleid mehr.

Während die Versandhäuser als Vorläufer der Online-Händler preislich mit dem Fachhandel auf gleicher Ebene konkurrierten und somit das Geschäft belebten, ist der Internethandel mit Nachteilen für alle Beteiligten gesegnet – außer für die Hersteller und die Großen der IT, wie Amazon, Google, eBay und Co.

Nicht zu vergessen die Carrier, Hoster und "Sozialmedien". Die verdienen richtig am Online-Handel, wohingegen kleine und mittlere Geschäfte aufgrund der hohen Shop-Gebühren, Logistik- und Bezahlkosten kaum eine echte Chance haben.

War also Getgoods zu langsam oder zu schnell gewachsen, zu teuer oder doch nur ein finanzpolitisches Geschäftsmodell? Wir werden sehen. Insolvenzverwalter, Staatsanwaltschaft und Bankenaufsicht haben gut zu tun. Und für Wortmann gilt: Diesen Laden bitte nicht übernehmen!

Mein Fazit: Ich bin gespannt, ob die Luft auch für die anderen Online-Händler dünner wird – insbesondere für Redcoon, Alternate/Wave, Cyberport und Notebooksbilliger!

Bis demnächst, Euer Querschläger!
(Der ChannelPartner-Autor "Querschläger" ist ein Fachhändler aus Rheinland-Pfalz.)

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