Desertec spaltet

Greenpeace hält Strom aus der Wüste für machbar

09.07.2009

Das erklärt die wachsende Nachfrage, die schwer einzuschätzen ist. Anne Kreutzmann vom Branchenmagazin "Photon" kann sich laut einem Bericht in "Der Spiegel" vorstellen, dass 2009 in Deutschland nicht 2.000, sondern sogar 3.000 Megawatt an installierter Leistung neu hinzukommen.

War Umweltminister Sigmar Gabriel vor kurzem noch davon ausgegangen, dass 2020 in Deutschland eine Solarleistung von 17.900 Megawatt installiert sein wird, rechnet der europäische Branchenverband EPIA schon 2013 mit 17.000 bis 21.000 Megawatt installierter Solarleistung in Deutschland. Das wäre mehr als das Dreifache von 2008.

Sollte, wie Desertec-Begeisterte sagen, Solarstrom aus der Sahara schon früher fließen, wäre es sogar noch mehr.

Aber die Crux ist, dass auch der Wüstenstrom noch auf Jahre teurer sein wird als herkömmlicher.

Der Bundesverband Solarwirtschaft hat die Rechnung aufgemacht, dass Solarstrom den Durchschnittshaushalt 2014 mit "maximal 2,14 Euro" pro Jahr zusätzlich belasten würde. Dabei ist der Verband aber nur von einem jährlichen Solarzubau von 700 Megawatt ausgegangen.

Wenn es 2009 schon 2.000 oder 3.000 MW sind oder laut EPIA 3.000 MW in fünf Jahren, wird die jährliche Mehrbelastung wesentlich höher ausfallen als die 2,14 Euro pro Haushalt und Jahr.

Experten sprechen wegen der hohen, auf 20 Jahre angelegten Einspeisevergütung gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz schon von "Solarschulden" und beziffern diese auf zig Milliarden Euro.

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