Nach einem Jahr Auszeit

Neue Aufgabe für Ex-EP-Chef Jörg Ehmer



Matthias Hell ist Experte in Sachen E-Commerce und Retail sowie  Buchautor. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in renommierten Handelsmagazinen und E-Commerce-Blogs. Zuletzt erschien seine Buchveröffentlichung "Local Heroes 2.0 – Neues von den digitalen Vorreitern im Einzelhandel".
Ein Sabbatical von genau einem Jahr hat sich Jörg Ehmer nach seinem Abschied bei EP gegönnt, bevor er nun mit einem neuen CEO-Posten wieder durchstartet. Dabei bleibt Ehmer zwar dem Handel treu, wechselt aber in eine andere Branche.

Oft wird ein "Sabbatjahr" eher als rhetorische Figur verwendet, doch Manager Jörg Ehmer hat sich tatsächlich eine Auszeit von genau einem Jahr gegönnt: am 30. Juni 2013 machte Ehmer als Vorstandschef von Electronic Partner (EP) Platz für seinen Nachfolger Friedrich Sobol und erst am 1. Juli 2014 kehrte der 47-jährige in den Arbeitsalltag zurück. Dazwischen lagen zwölf Monate, die Ehmer - wie in seinem informativen Blog nachzulesen - u.a. mit Reisen in die USA und nach Indien verbracht hat.

Seine neue Herausforderung hat Ehmer beim Optiker-Konzern GrandVision gefunden, wo er nach einer internationalen Einarbeitungsphase als CEO die Führung von Apollo Optik in Deutschland übernimmt. Damit kehrt der Manager zwar der Elektronikbranche den Rücken, doch werden ihn manche Themen aus seiner Zeit bei EP weiterhin begleiten - wie z.B. die auch im Optiker-Segment relevanter werdende Konkurrenz aus dem Online-Bereich. Bei EP hatte Ehmer erst die Schließung des Netshops der Verbundgruppe verantwortet und danach u.a. mit dem Service-Portal Plusanschluss.de an alternativen Online-Konzepten gefeilt.

Anspruchsvolle Aufgabe

In der Bedeutung ist Ehmers neue Aufgabe durchaus mit dem Umfang seiner Chef-Tätigkeit bei EP vergleichbar: Apollo-Optik ist mit über 800 Filialen deutschlandweit der filialstärkste Augenoptik-Filialist. Zudem gehört zu dem neuen Verantwortungsbereich des Managers auch Pearle, eine österreichische Optiker-Kette mit über 100 Filialen. Wie Ehmer in seinem Blog erklärt, freue er sich auf "interessante Menschen und Aufgaben, auf ein agiles Unternehmen in einem guten und für mich neuen Markt. Ein Markt, mit einer Kombination aus Handwerk und Einzelhandel, eine wunderbar schnelle und direkte Arbeit, mit Kundenzentriertheit als Salz in der Suppe."

Bei Electronic Partner war Jörg Ehmer 2010 nach dem Scheitern von Oliver Haubrich als erstes Nichtmitglied der EP-Gründerfamilie an die Spitze der Verbundgruppe berufen worden. Der Manager war bereits seit 2009 in der europäischen Geschäftsführung von EP tätig, zuvor war Ehmer als Vertriebsfachmann beim Mobilfunkkonzern E-Plus angestellt.